Arzt und Menschenrechtsverletzungen. Zwischen Gewissen und Komplizenschaft

Laden Sie hier den Beitrag „Arzt und Menschenrechtsverletzungen. Zwischen Gewissen und Komplizenschaft“ aus dem Jahr 1998 von Torsten Lucas und Ch. Pross herunter:

1998 aerzte_und_menschenrecht

Das Abstract können Sie hier als Einstieg lesen:
Wie ein Blick in den Jahresbericht von amnesty international zeigt, haben Menschenrechtsverletzungen mit gravierenden gesundheitlichen Folgen epidemische Ausmasse. Durch
die Behandlung von Folterüberlebenden, die Durchführung der Leichenschau oder andere berufliche Aufgaben werden Ärztinnen und Ärzte und andere Heilberufler zu Mitwissern. Sie spielen daher bei der Aufdeckung oder Vertuschung von Verstössen gegen die
Menschenrechte eine Schlüsselrolle. So geraten sie in Gewissenskonflikte und in Situationen, in denen Angehörige staatlicher Sicherheitskräfte sie bedrohen. Häufig bleibt ihnen nur die
Wahl, entweder zu Komplizen der Täter oder selbst zu Opfern zu werden.
Der folgende Beitrag schildert einerseits Verfolgungsschicksale von Angehörigen der Heilberufe und stellt andererseits Ursachen und Ausmass ihrer Komplizen- und Täterschaft anhand von Beispielen dar. Daneben wird über Ziele und Arbeitsweise des Aktionsnetzes der Heilberufe von amnesty international (ai) berichtet, in dem sich weltweit über 10 000 Mitarbeiter aller Bereiche des  Gesundheitswesens zusammengeschlossen haben. ai fordert
Ärzte dazu auf, sich unter Nutzung ihrer beruflichen Expertise durch die Dokumentation von Folterspuren ihrer Patienten zu Zeugen der Anklage zu machen. Es folgt die Forderung nach Prävention und einem stärkeren internationalen Engagement ärztlicher Standesorganisationen und anderer Verbände der Heilberufe für die Opfer staatlicher Gewalt und gegen die Beteiligung im Gesundheitswesen Tätiger an Menschenrechtsverletzungen. In diesem Sinne wird die Ernennung von Menschenrechtsbeauftragten durch die Berufsverbände der Heilberufe gefordert.

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