Beiträge der Psychotraumatologie zur Menschenrechtsdiskussion im Kontext der psychosozialen Arbeit mit Flüchtlingen

Hier kön­nen Sie den Artikel “Beiträge der Psy­chotrau­ma­tolo­gie zur Men­schen­rechts­diskus­sion im Kon­text der psy­chosozialen Arbeit mit Flüchtlin­gen” von Diet­rich F. Koch und Deirdre Win­ter aus dem Jahr 2001 herunterladen:

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Dieser Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 8, 2000, Nr. 4, und Jg. 9, 2001, Nr. 1, S. 453 — 496

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Human­itäre Entschei­dun­gen bezüglich der Rück­führung schw­er trau­ma­tisiert­er Flüchtlinge erfordern eine dif­feren­zierte Ken­nt­nis der psy­chis­chen und kör­per­lichen Fol­gen extrem belas­ten­der Erfahrun­gen und der Möglichkeit­en und Voraus­set­zun­gen ihrer Ver­ar­beitung und Behand­lung. Der Beitrag gibt einen Überblick zu Entwick­lung und aktuellem Stand psy­chotrau­ma­tol­o­gis­ch­er Forschung und zeigt deren Rel­e­vanz für die gegen­wär­tige poli­tisch-admin­is­tra­tive Diskus­sion und Auseinan­der­set­zung über die zwangsweise Rück­sendung trau­ma­tisiert­er Flüchtlinge. Als beson­ders prob­lema­tisch muß die Rück­führung in Herkun­ft­slän­der gel­ten, deren sozioökonomis­chen Struk­turen zer­stört sind oder wo staatlich­er oder organ­isiert­er Ter­ror vir­u­lent ist und wo die Flüchtlinge mit extremen, äußerst schmerzhaften und retrau­ma­tisieren­den Erin­nerun­gen kon­fron­tiert werden.

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Psychoanalytische Behandlung einer Migrantin. Die Bedeutung der gleichen Herkunft für den therapeutischen Prozeß

Hier kön­nen Sie den Artikel “Psy­cho­an­a­lytis­che Behand­lung ein­er Migran­tin. Die Bedeu­tung der gle­ichen Herkun­ft für den ther­a­peutis­chen Prozeß” von Ilany Kogan aus dem Jahr 2001 herunterladen:

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Dieser Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 8, 2000, Nr. 4, und Jg. 9, 2001, Nr. 1, S. 523 — 532

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Der Beitrag beschäftigt sich mit dem Verän­derung­sprozeß, der als Ergeb­nis von über­lagern­den Sprach- und Erfahrungswel­ten ein­er Migran­tin-Pati­entin und ein­er Ana­lytik­erin, die aus dem gle­ichen Land stammten, auf­trat. Die Grund­lage bildet Fall­ma­te­r­i­al aus der Behand­lung ein­er jun­gen Frau, die kurze Zeit nach ihrer Auswan­derung von Rumänien nach Israel an die Autorin über­wiesen wurde, die selb­st in Rumänien geboren wurde und dort ihre Kind­heit ver­brachte. Die Migra­tion bedeutete eine Bedro­hung für das Iden­titäts­ge­fühl der Pati­entin und führte zu ein­er Tauer­reak­tion. Die unvoll­ständi­ge Trauer­ar­beit bee­in­flußte ihr Gefühl, daß sie Hoff­nung und eine Zukun­ft haben könne. Dies drück­te sie in der Unfähigkeit, Mut­ter zu wer­den, aus. Der Gebrauch der Mut­ter­sprache im Ver­lauf der Behand­lung und gemein­same Kind­heit­ser­fahrun­gen hat­ten Auswirkun­gen auf den Prozess der Über­tra­gung und Gegenüber­tra­gung und führten zu ein­er Verän­derung bei Pati­entin wie Analytikerin.

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Berufsethik in Krisenzeiten. Ärzte und Psychologen unter der Militärdiktatur in Südamerika

Hier kön­nen Sie den Artikel “Beruf­sethik in Krisenzeiten.
Ärzte und Psy­cholo­gen unter der Mil­itärdik­tatur in Südameri­ka” von Hora­cio Riquelme U. aus dem Jahr 2000 herunterladen:

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Dieser Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 8, 2000, Nr. 4, und Jg. 9, 2001, Nr. 1, S. 361 — 379

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Während der Mil­itärdik­taturen in Südameri­ka stand oft die Tätigkeit von Ärzten und Psy­cholo­gen im Kon­flik­t­feld zwis­chen Men­schen­recht­en, beru­flich­er Ethik, insti­tu­tionell-admin­is­tra­tiv­en Repres­sio­nen und staatlichen Erwartun­gen und Sank­tio­nen. Einige Mit­glieder dieser Pro­fes­sio­nen stell­ten ihr fach­lich­es Wis­sen dem Repres­sion­sap­pa­rat zur Ver­fü­gung, andere lehn­ten sich dage­gen auf und sucht­en neue Wege, indi­vidu­ell wie öffentlich gegen Men­schen­rechtsver­brechen vorzuge­hen. Eine quel­len­be­zo­gene und durch Feld­forschung ergänzte Unter­suchung über Hand­lungs­be­din­gun­gen beru­flich­er Ethik unter total­itär­er Herrschaft in Argen­tinien, Chile und Uruguay wurde 1990–1995 durchge­führt. Der Beitrag zeich­net die zen­tralen Aspek­te der Wech­sel­wirkung von beru­flich­er Tätigkeit und Men­schen­recht­en in repres­siv­en Reg­i­men am Beispiel Argen­tiniens, Chiles und Uruguays nach. Die Ver­strick­ung von Ärzten und Psy­cholo­gen in Maß­nah­men der Unter­drück­ung, aber auch der Wahrung ethis­ch­er Werte in Krisen­zeit­en wer­den anhand von Fall­beispie­len dargestellt.

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20 Jahre Aktionsnetz der Heilberufe in der deutschen Sektion von amnesty international: Entwicklung und Perspektiven

Hier kön­nen Sie den Artikel “20 Jahre Aktion­snetz der Heil­berufe in der deutschen Sek­tion von amnesty inter­na­tion­al: Entwick­lung und Per­spek­tiv­en” von Johannes Bas­t­ian, Peter Bop­pel und Diet­mar Schmitz-Bur­chartz aus dem Jahr 2000 herunterladen:

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Dieser Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 8, 2000, Nr. 4, und Jg. 9, 2001, Nr. 1, S. 347 — 352

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Das ai-Aktion­snetz der Heil­berufe (vor­mals Arbeit­skreis Medi­zin-Psy­cholo­gie-Pflege) blickt auf sein 20jähriges Beste­hen zurück. Schw­er­punk­te der Arbeit waren und sind die Briefak­tio­nen für poli­tis­che Gefan­gene mit heil­beru­flichem Bezug, der Ein­satz gegen Folter, Todesstrafe und gegen die Teil­nahme von medi­zinis­chem Per­son­al an Hin­rich­tun­gen, der Kon­takt zu und Koop­er­a­tion mit den Behand­lungszen­tren für Flüchtlinge und Folteropfer, das Öffentlich­machen von Men­schen­rechtsver­let­zun­gen sowie die Beru­fung von Men­schen­rechts­beauf­tragten in den Standes­or­gan­i­sa­tio­nen. Das neu entwick­elte Arbeit­skonzept definiert die Auf­gaben­stel­lung der Gruppe.

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Psychosoziale Betreuung von Folteropfern in der Bundesrepublik

Sehr geehrte Damen und Herren,

Hier kön­nen Sie den Beitrag “Psy­chosoziale Betreu­ung von Folteropfern in der Bun­desre­pub­lik” von Dr. Ulrike Heckl in ihrer Funk­tion als Men­schen­rechts­beauf­tragte des BPP-Prä­sid­i­ums herunterladen:

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Den voll­ständi­gen Text kön­nen Sie auch hier lesen:

Obwohl sie damit gegen die „All­ge­meine Erk­lärung der Men­schen­rechte“ (1948), der „Erk­lärung der Gen­er­alver­samm­lung der UN über den Schutz vor Folter“ (1975) sowie der „Europäis­chen Kon­ven­tion zur Ver­hin­derung der Folter (1987) ver­stoßen, wird in mehr als Hun­dert Staat­en (Jahres­berichte von amnesty inter­na­tion­al) Folter als Instru­ment zum Ver­hör oder zur sys­tem­a­tis­chen Unter­drück­ung ange­wandt. Die Mehrheit aller Betrof­fe­nen über­lebt die Mißhand­lun­gen; denn Folter wird nicht einge­set­zt, um den Tod des Einzel­nen her­beizuführen, auch wenn immer wieder Men­schen unter der Folter qualvoll ster­ben. Ziel von Folter ist die Erniedri­gung und die Ver­nich­tung der Per­sön­lichkeit; denn Men­schen mit ein­er gebroch­enen Per­sön­lichkeit ver­lieren ihre Fähigkeit zum Widerstand.
Gelingt die Flucht — oft unter drama­tis­chen Umstän­den — aus ihrem Heimat­land, dann begin­nt für sie die erniedri­gende Proze­dur des Asylge­suchs. In den „Lagern“ herrschen meist unerträgliche und men­sche­nun­würdi­ge Zustände, die die Erin­nerun­gen an die Zeit der Gefan­gen­schaft wieder wachrufen. Hinzu kommt die Anhörung vor der Asyl­be­hörde. Hier ste­ht die Glaub­würdigkeit der Asyl­suchen­den auf dem Prüf­s­tand. Schon ein unbe­deu­ten­der Wider­spruch kann zur Ablehnung des Asy­lantrags führen. Inzwis­chen weiß man, daß ins­beson­dere trau­ma­tisierte Men­schen häu­fig unfähig sind, über ihre Mißhand­lun­gen zu sprechen. Insofern bringt die Anhörungssi­t­u­a­tion diese Men­schen in eine Wieder­hol­ungssi­t­u­a­tion der Ver­höre und Inhaftierung durch Polizei und Mil­itärs in ihren Heimatlän­dern und die ständi­ge Angst vor ein­er Abschiebung wirkt erneut als Traumatisierung.
Auch wenn die physis­chen Ver­let­zun­gen irgend­wann geheilt sind, die psy­chis­chen Ver­let­zun­gen dauern an und bleiben ohne fremde Hil­fe und Behand­lung zeitlebens erhal­ten. Trau­ma­tisierte Men­schen kön­nen unter starken Depres­sio­nen, Äng­sten und Alp­träu­men lei­den. Weit­er­hin gehören innere Unruhe, Wah­n­vorstel­lun­gen, Ohn­machts­ge­füh­le, Apathie und Gedächtss­chwund zu den Merk­malen, die bei den Opfern zu beobacht­en sind.
Inzwis­chen haben sich in eini­gen Städten der Bun­desre­pub­lik Psy­chosoziale Beratungszen­tren für Flüchtlinge — und Behand­lungszen­tren für Folteropfer gegrün­det.. Hier leis­ten fach­lich hochqual­i­fizierte ÄrztIn­nen, Psy­chologIn­nen, Psy­chother­a­peutIn­nen, Sozialar­bei­t­erIn­nen, Phys­io­ther­a­peutIn­nen und Dol­metscherIn­nen gemein­sam eine fundierte Betreu­ung der Flüchtlinge.
Aus den hier gewon­nen umfan­gre­ichen Erfahrun­gen lassen sich Rückschlüsse über Verän­derun­gen oder eine Zunahme von kör­per­lichen und psy­chis­chen Folter­meth­o­d­en in den jew­eili­gen Herkun­ft­slän­dern der Flüchtlinge schließen und regen schließlich auch dazu an, Konzepte zur Behand­lung von Folter­fol­gen zu erar­beit­en und auszu­tauschen . Darüber hin­aus fließen diese gewonnenen Erken­nt­nisse gezielt in Fort­bil­dun­gen für inter­essierte Kol­legIn­nen ein.
Im fol­gen­den möchte ich eine kurze Über­sicht über die Zen­tren, die mir bekan­nt sind, geben:

Berlin (Behand­lungszen­trum für Folteropfer, Klinikum Wes­t­end): polik­lin­is­che Ein­rich­tung zur medi­zinis­chen und psy­chother­a­peutisch — sozialen Behand­lung von extrem­trau­ma­tisierten Opfern staatlich organ­isiert­er Gewalt. Der Auf­gaben­bere­ich erstreckt sich über all­ge­mein­medi­zinis­che und psy­chi­a­trische Diag­nos­tik und Ther­a­pie, Gutacht­en im Auf­trag von Gericht­en und Ver­sorgungsämtern, Sozialther­a­pie, Phys­io­ther­a­pie und psy­chother­a­peutis­che Einzel- Paar‑, Fam­i­lien- und Grup­penther­a­pi­en (tiefenpsy­chol­o­gis­ch­er und klien­ten­zen­tri­ert­er Ansatz, kog­ni­tive Ver­hal­tens­ther­a­pie, Psy­chodra­ma, Gestalt­ther­a­pie, Fam­i­lien­ther­a­pie, Hyp­nother­a­pie, Kun­st­ther­a­pie). Im Bere­ich der Forschung beste­ht eine Koop­er­a­tion mit Hochschulen und darüber­hin­aus wird von den Mitar­bei­t­erIn­nen des Zen­trums Super­vi­sion für Heil­beru­fler, Dol­metsch­er und Insti­tu­tio­nen angeboten.

Berlin („Xenion“): psy­chother­a­peutis­che Beratungsstelle für poli­tisch Ver­fol­gte, die extrem­trau­ma­tisieren­den Erfahrun­gen, wie poli­tis­chem Ter­ror, Folter und Krieg aus­ge­set­zt waren. Ange­bote beste­hen in psy­chol­o­gis­ch­er Beratung und Kriesen­ber­atung, sys­temis­ch­er Einzelther­a­pie, Paar- und Fam­i­lien­ther­a­pie, Grup­penpsy­chother­a­pie, Psy­chodra­ma, in Fort­bil­dun­gen zu Prob­lem­stel­lun­gen in der Flüchtlingsar­beit und im interkul­turellen Arbeits­bere­ich, sowie in Hil­fen bei Aufenthalts‑, Arbeits- und sozial­rechtlichen Problemen.

Bre­men (PSZ „Refu­gio“): psy­chosoziales Zen­trum, dessen Schw­er­punkt in Krisen­ber­atung und Beratung in den Flüchtling­sun­terkün­ften liegt. Es wird Einzel — und Grup­penther­a­pi­en für Folteropfer und Hil­fen bei psy­cho­so­ma­tis­chen Beschw­er­den ange­boten, sowie speziell Betreu­ung von unbe­gleit­eten min­der­jähri­gen Flüchtlin­gen. Außer­dem wer­den Kon­tak­te zu Ämtern, Ärzten und Ther­a­peuten vermittelt.

Düs­sel­dorf (PSZ): psy­chosoziales Zen­trum, in dem Flüchtlinge bei Prob­le­men, die durch die Haft‑, Lager- und Folter­erfahrun­gen wie auch die Exil­si­t­u­a­tion her­vorgerufen sind, berat­en wer­den. In der bera­ter­isch — ther­a­peutis­chen Arbeit wer­den sozialkul­turelle, psy­chol­o­gis­che, medi­zinis­che, flüchtlings — und migra­tionsspez­i­fis­che Aspek­te inte­gri­ert. Im psy­chother­a­peutis­chen Bere­ich sind die Ther­a­peutIn­nen klien­ten­zen­tri­ert, ver­hal­tens­ther­a­peutisch, tiefenpsy­chol­o­gisch, fam­i­lien- und gestalther­a­peutisch ori­en­tierte. Außer­dem wird mit Psy­chodra­ma, Kun­st­ther­a­pi­en, Entspan­nungs- und Imag­i­na­tionsver­fahren gear­beit­et. Darüber­hin­aus wer­den Super­vi­sion für andere Ein­rich­tun­gen und Work­shops ange­boten. In Düs­sel­dorf beste­ht eine enge Zusam­me­nar­beit mit Ärzten, Ther­a­peuten, Kliniken und Anwäl­ten aus der Region.

Freiburg i. Br. (Psy­chosoziale Beratungsstelle für Migranten und ihre Fam­i­lien): die Beratungsstelle wurde als ergänzende Ein­rich­tung zu den dezen­tralen Dien­sten in der Flüchtlingssozialarbeit
kon­sti­tu­iert und ist deshalb eine über­ge­ord­nete Anlauf­stelle für ver­schiedene Migra­tions­grup­pen. Im Mit­telpunkt ste­ht die „Reha­bil­i­ta­tion von Folteropfern“ in Form von psy­chol­o­gis­ch­er Beratung, psy­chother­a­peutis­ch­er Behand­lung, die auch das Ange­bot von Kun­st­ther­a­pie und Konzen­tra­tiv­er Bewe­gungs­ther­a­pie sowie Sozial­ber­atung der Migran­tInnen bein­hal­tet. Die Beratungsstelle ste­ht für Anfra­gen zu rechtlichen Fragestel­lun­gen, Infor­ma­tio­nen zu bes­timmten Flucht­grup­pen oder eth­nis­chen Grup­pen, zu Herkun­ft­slän­dern, Rück- und Weit­er­wan­derungsmöglichkeit­en und zu Hil­f­s­möglichkeit­en in ver­schiede­nen Lebenssi­t­u­a­tio­nen, Sprachkursen und zu spez­i­fis­chen Ein­rich­tun­gen und Beratungsst­stellen zur Verfügung.

Frank­furt / M. (PSZ): psy­chosoziales Zen­trum mit Schw­er­punkt auf Beratung und Ther­a­pie für trau­ma­tisierte Flüchtlinge und Opfer organ­isiert­er Gewalt mit einem inte­gra­tiv­en Ansatz, der neben ver­schiede­nen ther­a­peutis­chen Rich­tun­gen speziell interkul­turelle Beratung und Ther­a­pie bein­hal­tet. Über die Kurz- und Langzeit­ther­a­pi­en für Einzelne, Paare und Fam­i­lien bieten die Frank­furter flucht- und exil­be­zo­gene Selb­ster­fahrungs­grup­pen an. Konzepten­twick­lung für Beratung und Ther­a­pie von Flüchtlin­gen, Erstellen von Gutacht­en, Vorträge, Sem­i­nare, Work­shops in Zusam­me­nar­beit mit nationalen und inter­na­tionalen Insti­tu­tio­nen und prax­is­be­zo­gene Begleitung und Fort­bil­dung gehören eben­falls zum Aufgabenbereich.

Hom­burg / Saar: an den Uni­ver­sität­skliniken des Saar­lan­des soll dem­nächst eine Sta­tion zur Behand­lung schw­er trau­ma­tisiert­er Patien­ten, ins­beson­dere von Folteropfern, ein­gerichtet wer­den. Neben der spez­i­fis­chen Psy­chother­a­pie für Extrem­trau­ma­tisierte soll die Behand­lung Kun­st- und Musik­ther­a­pie, Kör­perther­a­pie und Phys­io­ther­a­pie umfassen. Hin­sichtlich der kör­per­lichen Folgeschä­den wird eine enge Koop­er­a­tion mit den organ­medi­zinis­chen Kliniken der Uni­ver­sität bestehen.

Köln (PSZ): die Unter­stützung umfaßt psy­chother­a­peutis­che, psy­chi­a­trische und psy­cho­so­ma­tis­che Diag­nos­tik und psy­cho­an­a­lytisch — sys­temisch ori­en­tierte Einzel- und Fam­i­lien­ther­a­pie, psy­chother­a­peutis­che Kurzzeitver­fahren, Kun­st- Tanz- und Bewe­gungs­ther­a­pie, medi­zinis­che Begutach­tun­gen, Sozial­ber­atung und rechtliche Unter­stützung. Im Pro­gramm ste­hen weit­er­hin Frauen­grup­pen und Deutschkurse. Von den Mitar­bei­t­erIn­nen wird für Kol­legIn­nen und Ehre­namtliche fach­liche Beratung, Super­vi­sion und Fort­bil­dun­gen angeboten.

München („Refu­gio“): Beratungs- und Behand­lungszen­trum für trau­ma­tisierte und gefolterte Flüchtlinge sowie Flüchtlinge, die sich in psy­chis­chen Krisen befind­en. Eine enge Zusam­me­nar­beit hat sich mit Ärzten, Sozial­dien­sten, Anwäl­ten und Gericht­en etabliert.

Saar­brück­en (PSZ): Schw­er­punkt liegt in der  Asylver­fahren­srechtlichen und aus­län­der­rechtlichen Einzelfall­ber­atung in Zusam­me­nar­beit mit den Rechts­ber­ater­netz der Diakonie, Beratung von Flüchtlingskindern (schulis­che und beru­fliche Inte­gra­tion, Hil­festel­lung bei famil­iären Kon­flik­ten sowie bei Prob­le­men im sozialen Umfeld).Darüberhinaus wer­den Sprach- und Ori­en­tierungskurse angeboten

Ulm (Behand­lungszen­trum für Folteropfer): Haup­tauf­gaben­bere­ich liegt in der Erstel­lung von ärztlichen Gutacht­en zur erlit­te­nen Folter und deren gesund­heitlichen Fol­gen als Grund­lage für Asylver­fahren. Die Beson­der­heit im Ulm, ist, daß ein flex­i­bles Net­zw­erk aus Sozial­dien­sten, niederge­lasse­nen Ther­a­peuten und Ärzten aufge­baut wer­den kon­nte, das auch die Bere­iche der Körper‑, Kunst‑, Musik‑, Gestalt- und Gespräch­spsy­chother­a­pie umfaßt. Im Behand­lungszen­trum find­en Super­vi­sion, Fort­bil­dun­gen und Fam­i­lienkon­feren­zen statt. Außer­dem beste­ht eine Zusam­me­nar­beit mit der Uni­ver­sität Ulm (die Infor­ma­tio­nen wur­den aus ai — Jour­nal 9 / 1996 und Tätigkeits­bericht­en der Zen­tren entnommen).
Die Über­sicht hat keine Anspruch auf Voll­ständigkeit, da sich immer wieder Ini­tia­tiv­en grün­den, deren Aktiv­itäten über­re­gion­al erst verzögert bekan­nt wer­den. Auch in Gera, Greif­swald und Magde­burg wur­den vor einiger Zeit psy­chosoziale Zen­tren für Flüchtlinge gegrün­det, zu denen ich aber lei­der keine näheren Infor­ma­tio­nen habe.
Die Teams der einzel­nen Zen­tren set­zen sich häu­fig aus Fachkräften zusam­men, die aus unter­schiedlichen Kul­turkreisen stam­men. Träger der genan­nten Ein­rich­tun­gen sind i.d.R. kirch­liche Ver­bände und Wohlfahrtsver­bände, im Einzelfall wie in Freiburg, wer­den auch Gelder aus EU — Mit­teln bere­it­gestellt. Ins­ge­samt sind die Zen­tren jedoch ver­mehrt durch empfind­liche finanzielle Kürzun­gen getrof­fen, die die inhaltliche Arbeit nicht nur erschw­eren, son­dern teil­weise auch in Frage stellen, da Mitar­beit­er­stellen nicht weit­er finanziert wer­den können.

Die meis­ten der genan­nten Zen­tren sind im ai — Arbeit­skreis „Medi­zin / Psy­cholo­gie / Pflege“ einge­bun­den. Beson­ders hil­fre­ich und effek­tiv haben regionale amnesty — Grup­pen dazu beige­tra­gen, die medi­zinisch — psy­chol­o­gis­che, foren­sis­che und psy­chi­a­trische Gutachtertätigkeit in den Behand­lung­sein­rich­tun­gen mit Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen über die betrof­fe­nen Län­der und Eth­nien zu versorgen.

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