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Nachrichtenbulletin Medizinische Versorgung von Flüchtlingen

Hallo,
aus aktuellem Anlasse eine Sammlung der letzten Meldungen im Deutschen Ärzteblatt, die sich mit der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen in Deutschland und Europa beschäftigten:
Ärzte fordern rasche Verbesserung der Versorgung von Flüchtlingen (Mittwoch, 3. Juni 2015)
KV Brandenburg unterstützt ambulante Versorgung von Asylbewerbern (Mittwoch, 27. Mai 2015)
Medizinstudierende fordern bessere Gesundheits­versorgung von Asylsuchenden (Mittwoch, 20. Mai 2015)
Asylbewerber haben früher Anspruch auf GKV-finanzierte Psychotherapie (Mittwoch, 13. Mai 2015)
Gesundheitskarte für Flüchtlinge – Bundesbeauftragte optimistisch (Montag, 27. April 2015)
NRW will bei der Gesundheitskarte für Flüchtlinge nicht länger auf den Bund warten (Mittwoch, 22. April 2015)
Spanien sichert illegalen Einwanderern medizinische Versorgung zu (Dienstag, 31. März 2015)
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Update zum Fall Raif Badawi in Saudi-Arabien

Liebe Leser*innen, hier noch mal eine Zusam­men­fas­sung des Falls und die Geschehnisse der let­zten Wochen. Zudem haben wir ein paar Medi­en­berichte hinzuge­fügt, die sich mit Badawi und seinem Schick­sal beschäftigen.

Raif Badawi istin akuter Gefahr gefoltert zu 
wer­den, weil er sein Recht auf Mei­n­ungs­frei­heit­wahr genom­men hat.

Er hat 2008 die Web­seite „Sau­di-Ara­bis­che­Lib­erale“ gegrün­det. Auf 

dieser hat er zu einem öffentlichen Mei­n­ungsaus­tauschüber politische, 

soziale und religiöse The­men aufgerufen. Die Anklage,die gegen Raif 

Badawi erhoben wurde, stützte sich auf mehrere sein­er Artikel.Er wurde 

schließlich wegen der Grün­dung der Web­seite (= Ver­stoß gegen dasGesetz 

zur Infor­ma­tion­stech­nolo­gie) und wegen „Belei­di­gung des 

Islam“verurteilt. Nach einem lan­gen juris­tis­chen Tauziehen wurde er im 

Mai 2014zu zehn Jahren Haft und 1000 Stockschlä­gen verurteilt worden. 

Des Weit­eren wurde ihm ein anschließen­des Rei­se­ver­bot von zehn Jahren, 

ein Ver­wen­dungsver­bot­für Medi­enkanäle und eine Geld­strafe von einer 

Mil­lion Sau­di-Riyal (etwa195 000 Euro) auferlegt.

Anfang des Jahres wur­den die­Stock­hiebe das erste Mal voll­streckt. Ein 

Augen­zeuge berichtete Amnesty von der öffentlichen Folter des saudischen 

Aktivis­ten am 9. Jan­u­ar 2015: Raif Badawi erhielt gefes­selt auf einem 

Platz vor der Al-Jafali-Moscheein Dschid­da 50 Hiebe. Schaulustige 

ver­sam­melten sich um ihn herum. An seinem­Gesicht sei abzule­sen gewesen, 

dass er bei dieser Tor­tur und Demü­ti­gung­große Schmerzen hat­te. Die noch 

gegen ihn ausste­hen­den 950 Stockschlägekön­nten im Laufe der kommenden 

Wochen voll­streckt werden.

Am 16.1. sowie 23.01. wur­dendie Schläge offiziell auf­grund des 

gesund­heitlichen Zus­tands von Raif Badaw­inicht voll­streckt. Trotz 

dessen beste­ht die Strafe weit­er und ihm dro­htins­ge­samt 20 Wochen lang 

diese schreck­liche Tortur.

Bere­its am 15. Jan­u­ar protestierten­wir seit­ens des SdS und Bezirks vor 

der sau­di-ara­bis­chen Botschaft in Berli­n­und über­gaben rund 50.000

Briefe und Unter­schriften, die wir in den let­zten­Wochen in Deutschland 

gesam­melt haben u.a. im Brief­marathon und an Schulen.Am

Don­ner­stag den 22.01. ver­sucht­en wir noch ein­mal den Druck auf die 

sau­di-ara­bis­che Regierung zu erhöhen, die Folter an Raif Badawi 

zu stop­pen. Etwa 150 Mit­glieder und Unter­stützer ver­sam­melten sich vor 

der Botschaft um gegen die Stock­hiebe für Raif Badawi zu protestieren. 

Dabei war dies­mal auch unsere Gen­er­alsekretärin Selmin Caliskan. 

Promi­nente Unter­stützunger­hielt die Aktion unter anderem durch den 

Bun­desvor­sitzen­den von Bündnis90/Die Grü­nen Cem Özdemir, die 

Schaus­pielerin Kat­ja Rie­mann und den Lei­t­er­der Akademie der Künste, 

Klaus Staeck sowie Reporter ohne Gren­zen. Auch dies­mal wur­den wieder 

Briefe und Peti­tio­nen übergeben. Ins­ge­samt wur­den 91.000 gesammelte 

Unter­schriften in Form von aus­ge­druck­ten Online-Unterschriftensowie 

einige Schüler­briefe direkt übergeben.

Doch nicht nur in Deutsch­landfind­en Aktio­nen gegen die Folter und das 

Urteil an Raif Badawi und fürdie Mei­n­ungs­frei­heit statt. Weltweit haben 

bere­its über 867.000 Men­schenin Appellen ihrem Protest in diesem Fall 

Aus­druck ver­liehen. In Deutsch­land­liegt diese Zahl mit Stand heute bei 

über 97.000.

Hier find­et ihr einige Videoszu dem Thema:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/446#/beitrag/video/2328452/ZDF-heute-journal-vom-23-Januar-2015
http://www.faz.net/aktuell/politik/nach-verurteilung-amnesty-protestiert-fuer-die-freiheit-von-blogger-badawi-13385895.html
http://www.dw.de/viel-solidarit%C3%A4t-mit-raif-badawi/av-18209869
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/446#/beitrag/video/2327614/Widerstand-gegen-Badawi-Auspeitschung

In Deutsch­land wird es inden näch­sten Wochen in Berlin vor der 

Saud­is­chen Botschaft, sowie in Frank­furtvor dem Saudischen 

Gen­er­alkon­sulat, ehre­namtliche Mah­nwachen geben, umden Druck auf die 

Saud­is­che Regierung aufrecht zu erhalten.

Wenn ihr euch kurzfristig  andiesen Mah­nwachen beteili­gen oder selbst 

eine machen wollt, beispiel­swei­sein Fußgänger­zo­nen, wäre jet­zt eine 

gute Zeit dafür, weil der Fall zur Zeit­bekan­nt ist und teil­weise auch 

unter „Je suis Raif Badawi“ kur­siert bzw. weil wir kurzfristig die 

voll­ständi­ge Aus­set­zung der Kör­per­strafe sowiedie Freilas­sung von 

Badawi erre­ichen wollen.
Mate­ri­alien kön­nt Ihr als Amnesty-Mit­glieder bzw. lokale Grup­pen bei uns anfordern.

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Prof. Dr. Şebnem Korur Fincancı von Physicians for Human Rights geehrt

Liebe Leser*innen,

die Men­schen­recht­sor­gan­i­sa­tion Physi­cians for Human Rights (PHR; NY, USA) hat bei sein­er jährlichen Spenden­gala Prof. Dr. Seb­nem Korur Fin­can­ci, Präsi­dentin der Human Rights Foun­da­tion of TurkeyTürkiye Insan Hak­lari Vak­fi (HRFT/TIHV) für ihre Arbeit geehrt. Aktuell ist sie in einem von vie­len Seit­en kri­tisierten Prozess in der Türkei angeklagt. Sie ist Mitau­torin der Anti-Folterkon­ven­tion “Istan­bul-Pro­tokoll” und Jahrzehnte in der Men­schen­rechts­be­we­gung aktiv.

Hier die Pressemit­teilung der PHR

Hier die Web­site der HRFT/TIHV.

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Bericht von der Fachtagung “Menschenrechtsverletzungen an Menschen mit psychischen Erkrankungen, Epilepsie und geistiger Behinderung” am 16.02.2019 in Kassel

Men­schen­rechtsver­let­zun­gen an Men­schen mit psy­chis­chen Erkrankun­gen, Epilep­sie und geistiger Behinderung 

Aktion­snetz Heil­berufe von Amnesty Inter­na­tion­al ver­anstal­tete inter­na­tionale Fach­ta­gung in Kassel

 Am 16.02.2019 fand im Gießhaus der Uni­ver­sität Kas­sel eine Fach­ta­gung zum The­ma Men­schen­rechtsver­let­zun­gen an Men­schen mit psy­chis­chen Erkrankun­gen, Epilep­sie und geistiger Behin­derung statt. Die Tagung wurde von dem Aktion­snetz Heil­berufe organ­isiert, von Amnesty Inter­na­tion­al finanziert und in Simul­tanüber­set­zung zweis­prachig (Englisch-Deutsch) durchge­führt. Anwe­send waren Mit­glieder von Amnesty Inter­na­tion­al, Vertreter von NGOs und andere Inter­essierte, viele aus ther­a­peutis­chen Berufen.

La mal­adie du démon – Krankheit der Dämonen

Am Vor­abend der Tagung ent­führte die Regis­seurin  Lilith Kugler das Pub­likum mit ihrem inzwis­chen preis­gekrön­ten Erstlingswerk nach Burk­i­na Faso und stellte uns die Sit­u­a­tion psy­chisch und epilep­tisch erkrank­ter Men­schen vor. Psy­choseerkrank­te Men­schen wer­den zum eige­nen Schutz und dem der Gemeinde in Ver­schlä­gen ver­steckt und dort oder in der Natur an Bäume fest­ge­bun­den. Teils wer­den hier­für weit außer­halb liegende Gebetscamps in Anspruch genom­men, die nur in der unmit­tel­baren Umge­bung bekan­nt sind und kein­er Kon­trolle unter­liegen. Dort wer­den sie von ihren Ver­wandten oder, falls diese sie nicht auf­suchen, von Mit­gliedern des Camps mit Essen ver­sorgt. Die „ Behand­lung“ erfol­gt meist auss­chließlich mit Gebeten, um die bösen Geis­ter auszutreiben. Es gibt kein­er­lei psy­chi­a­trische Ver­sorgung mit Medika­menten. Die Erkrank­ten ver­brin­gen oft Jahre unter einem Baum und der Film zeigt ein Beispiel, wie sich ein Betrof­fen­er immer tiefer in die Erde gräbt, und andere, die mit sich selb­st sprechen oder gar ganz ver­s­tum­men.  Ein­fühlsam und ohne jedes Pathos stellt Lilith Kugler in der Begleitung eines Pfar­rers die Sit­u­a­tion in der Ver­sorgung und die Hin­ter­gründe für das Erleben und Han­deln der Men­schen vor Ort dar.  Der Pfar­rer sucht einige Patien­ten auf und ver­sucht, sie von ihren Ket­ten zu befreien und für sie wieder einen Platz in ihren Gemein­schaften zu find­en. Der christliche Seel­sorg­er bemüht sich die herge­brachte Kul­tur mit men­schlich­er Begleitung und den Errun­gen­schaften medi­zinis­ch­er Möglichkeit­en zu verbinden, um die Men­schen in die Zivil­i­sa­tion und Gesun­dung zurück­zubrin­gen  Die medi­zinis­che Ver­sorgung geschieht über einen psy­chi­a­trischen Fach­pfleger, der von wei­ther anreist und zwei Tage im Monat eine ambu­lante Sprech­stunde durch­führt. Die Ver­sorgung mit Medika­menten ist ein großes Problem.

Auch einzelne Betrof­fene mit ihrem Schick­sal und auch ihren pos­i­tiv­en Krankheitsver­läufen, den Fol­gen der Erkrankung für sie und ihre Fam­i­lien den wer­den vorgestellt. Die Sit­u­a­tion der Helfer in dem lokalen Hil­f­spro­jekt wird eben­falls ange­sprochen.  Die Erkrankun­gen wer­den in der lokalen Tra­di­tion als Aus­druck von Besessen­heit inter­pretiert, was dazu führt, dass die Dämo­nen ver­trieben oder gebändigt wer­den müssen. Die Dämo­nen kön­nen auch auf andere Men­schen über­sprin­gen und so ger­at­en auch die Helfer in Ver­dacht von den Dämo­nen infiziert zu sein. Der Film zeigt aber auch, wie mit ein­fachen Mit­teln eine ele­mentare Ver­sorgung entwick­elt wer­den kann. Diese Ver­sorgung wird ger­ade mit der Hil­fe zweier deutsch­er NGOs ausgebaut.

Die Regis­seurin war bei der anschließen­den Diskus­sion anwe­send und hat auf die zahlre­ichen Fra­gen geant­wortet. Inzwis­chen ist sie erneut in Burk­i­na Faso, zeigt dort ihren Film – auch den Men­schen, die im Film mitwirken – und sie und wir sind auf die dor­tige Res­o­nanz ges­pan­nt. Der Film kann für Vorstel­lun­gen in Kinos und Ver­anstal­tun­gen ange­fragt wer­den, um auch hierzu­lande eine bre­it­ere Öffentlichkeit für das The­ma zu erreichen.

Die Posi­tion von Amnesty Inter­na­tion­al zu Men­tal Health und Human Rights. Aus­gangspunkt und Fragen

Michael Hup­pertz, Psy­chi­ater, Psy­chother­a­peut, Sozi­ologe und Mit­glied des Aktion­snetz Heil­berufe, führte in seinem Ein­führungsvor­trag in die The­matik der lange ver­bor­ge­nen Men­schen­rechtsver­let­zun­gen an psy­chisch und epilep­tisch erkrank­ten Men­schen in Län­dern ohne rel­e­vante psy­chi­a­trische Ver­sorgung ein. Er sprach aus men­schen­rechtlich­er Per­spek­tive  über die Prob­leme, die sich auf dem Weg zu ein­er Verbesserung ihrer Sit­u­a­tion stellen. Wenn in den ver­gan­genen Jahrzehn­ten von Mis­shand­lun­gen psy­chisch kranker Men­schen die Rede war, so im Zusam­men­hang mit Kri­tik an willkür­lichen und gewalt­samen Behand­lun­gen im Rah­men psy­chi­a­trisch­er Insti­tu­tio­nen. Aber immer schon und bis heute wür­den um ein Vielfach­es  mehr Men­schen außer­halb als inner­halb psy­chi­a­trisch­er Insti­tu­tio­nen ihrer ele­mentaren Rechte beraubt. Das liege schlicht daran, dass es weltweit etwa 1,5 Mio. Bet­ten in psy­chi­a­trischen Insti­tu­tio­nen incl. Heimen gibt, aber min­destens 200mal so viele schw­er psy­chisch kranke Men­schen in armen Län­dern, die keinen Zugang zu psy­chi­a­trisch­er Behand­lung haben. Erst seit etwa 10 Jahren werde das Prob­lem, das Fach­leuten schon lange bekan­nt ist, vor allem durch inves­tiga­tive Jour­nal­istin­nen und Jour­nal­is­ten an die Öffentlichkeit gebracht. Auch Men­schen­recht­sor­gan­i­sa­tio­nen incl. Amnesty Inter­na­tion­al küm­mern sich bis heute wenig um die Sit­u­a­tion dieses großen Teils der Bevölkerung. Es gehe also auch um eine Inklu­sion dieser Gruppe in die Men­schen­rechts­be­we­gung. Anhand der Entwick­lung von Amnesty Inter­na­tion­al führte er aus, wie die Organ­i­sa­tion sich zunächst den poli­tisch Gefan­genen und den bürg­er­lichen und poli­tis­chen Recht­en wid­mete, sich später all­ge­mein für die Abschaf­fung von Folter und Todesstrafe ein­set­zte. 2001 wurde das Man­dat auf die Wahrung aller Men­schen­rechte ausgeweitet.

Dabei wurde bisweilen, aber nie umfassend, auch die Lage psy­chisch kranker und behin­dert­er Men­schen berück­sichtigt. Neuerd­ings scheint die The­matik aber auf inter­na­tionaler Ebene stärk­er in den Fokus zu treten, was durch wichtige inter­na­tionale Kon­ven­tio­nen befördert wurde. Dabei stellen sich ver­schiedene Prob­leme bzgl. der Koop­er­a­tion mit regionalen und staatlichen Akteuren, der Ver­mit­tel­barkeit des mod­er­nen Konzepts der Men­schen­rechte in ländlichen Regio­nen, den Möglichkeit­en von NGOs auf inter­na­tionale Ver­hand­lun­gen und nationale Gesund­heit­spoli­tik Ein­fluss zu nehmen. Ger­ade NGOs, die sich vor Ort prak­tisch engagieren, müssen im Auge haben, dass sie nicht dazu beitra­gen, dass sich die Irrwege der west­lichen Psy­chi­a­trie beim Auf­bau der psy­chi­a­trischen Ver­sorgung in Entwick­lungslän­dern wieder­holen. Ins­beson­dere der Auf­bau großer sep­a­rater psy­chi­a­trisch­er Ein­rich­tun­gen sei abzulehnen, weil er inef­fizient und teuer sei und solche Insti­tu­tio­nen ger­ade unter prekären Bedin­gun­gen für Men­schen­rechtsver­let­zun­gen beson­ders anfäl­lig sind.  Zudem bestünde die Gefahr, dass den Regierun­gen der betrof­fe­nen Län­der, die in der Regel nur sehr wenig oder gar nichts für Men­tal Health aus­geben, die Ver­ant­wor­tung für das The­ma seel­is­ch­er Gesund­heit abgenom­men werde. Bei dem effizien­ten und bezahlbaren Auf­bau der psy­chi­a­trischen Ver­sorgung inner­halb der all­ge­meinen dezen­tralen und ambu­lanten Gesund­heitsver­sorgung könne man sich dage­gen auf die inter­na­tionale Exper­tise z.B. der WHO berufen. Michael Hup­pertz for­mulierte zum Abschluss zahlre­iche Fra­gen an die Teil­nehmerIn­nen der Tagung, deren Beant­wor­tung für ein möglich­es zukün­ftiges Engage­ment von Amnesty Inter­na­tion­al wichtig sein könnte.

Glob­al Men­tal Health und Men­schen­rechte – ein Überblick über die aktuelle Situation

Wolf­gang Krahl vom Inter­na­tionalen Net­zw­erk zur Entwick­lungszusam­me­nar­beit im Bere­ich psy­chis­che Gesund­heit e.V., Psy­chi­ater und Foren­sik­er an der Uni­ver­sität München, der seit Jahrzehn­ten  in ver­schiede­nen Schwellen- und Entwick­lungslän­dern in Forschung, Aus­bil­dung und Koop­er­a­tionspro­jek­ten tätig ist, stellte ein­drucksvoll, aus­ge­hend von der Erk­lärung der Men­schen­rechte dar, dass die geistige Gesund­heit lange Zeit bei der Real­isierung dieser Men­schen­rechte ver­nach­läs­sigt wurde. Fam­i­lien ger­ade in armen Län­dern wür­den als einzige Unter­stützer von psy­chisch Erkrank­ten aus Eigen- und Fremd­schutz zu zahlre­ichen Men­schen­rechtsver­let­zun­gen greifen, indem sie ihre Ange­höri­gen etwa anket­ten und wegschließen. Das beste Anti­stigmapro­gramm sei eine gute Behand­lung und Reha­bil­i­ta­tion! Sie nehme auch gle­ichzeit­ig die Last von den betrof­fe­nen Fam­i­lien,  ent­laste sie für andere Auf­gaben und Tätigkeit­en und sei eine konkrete Entwick­lung­shil­fe. Hierzu gehöre dem Zielkat­a­log der WHO fol­gend eine gute Erstver­sorgung psy­chisch Erkrank­ter bis in die örtlichen Kom­munen hinein, die Ver­fü­gung über Psy­chophar­ma­ka, die Aus­bil­dung von Experten für Men­tal Health, die keine Psy­chi­ater sein müssten, und dann auch die Aufk­lärungsar­beit und Psy­choe­duka­tion übernehmen soll­ten. Hierzu bedarf es der staatlichen Imple­men­tierung und Ver­net­zung ver­schieden­er Sek­toren, ein Mon­i­tor­ing und weit­ere Forschungsar­beit­en. Er wies darauf hin, dass auch in Europa die Entwick­lung der Psy­chi­a­trie ein langer Prozess war, der im 18. Jahrhun­dert begonnen habe und zu den ersten Befreiun­gen psy­chisch Kranker aus ihren Fes­seln führte. Wolf­gang Krahl erin­nerte auch an die weltweit umfassend­sten und organ­isiertesten Men­schen­rechtsver­let­zun­gen in Deutsch­land zwis­chen 1933–1945. Im Rah­men des T4 Pro­gramms wur­den unter maßge­blich­er Beteili­gung von Psy­chi­atern und Pflegekräften 200.000 Erkrank­te sys­tem­a­tisch  ermordet, viele zwangssterilisiert.

Wolf­gang Krahl stellte dar, wieviel Geld die Staat­en für die psy­chi­a­trische Ver­sorgung aus­geben und wie weit die Schere zwis­chen Län­dern mit hohem und solchen mit niedrigem Pro-Kopf-Einkom­men auseinan­derge­ht. Low und Low­er-Mid­dle-Income-Coun­tries geben in der Regel unter 1% ihrer niedri­gen Gesund­heits­bud­gets, bisweilen auch gar nichts, für die Behand­lung dieser Erkrankun­gen aus. Dadurch hät­ten Mil­liar­den Men­schen keinen Zugang zu psy­chi­a­trisch­er Ver­sorgung. Dabei sind diese nach Infek­tion­skrankheit­en und Ver­let­zun­gen die häu­fig­sten Erkrankun­gen über­haupt. Er zeigte, zu welch drastis­chen Fol­gen dies für Betrof­fene führen kann. In der Regel sind tra­di­tionelle Heil­er die erste Anlauf­stelle für Betrof­fene und ihre Fam­i­lien. Tra­di­tionelle Heil­meth­o­d­en kön­nten auch immer wieder für leichtere For­men von Depres­sio­nen, Abhängigkeit­serkrankun­gen und neu­ro­tis­chen Krankheits­bildern erfol­gre­ich sein. Bei schw­eren Depres­sio­nen, Schiz­o­phre­nie, bipo­laren Psy­cho­sen und Epilep­sie hinge­gen müssten zeit­nah psy­chi­a­trische Behand­lun­gen, unter anderem mit Psy­chophar­ma­ka  und Antiepilep­ti­ka zum Ein­satz kommen.

Psy­chis­che Gesund­heit und Men­schen­rechte an der Elfenbeinküste

Nathalie Kouak­ou von Amnesty Inter­na­tion­al Elfen­beinküste referierte zur Sit­u­a­tion in ihrem Land, in dem sie sich seit mehreren Jahren für eine Imple­men­tierung von Men­schen­rechts­stan­dards auch im Gesund­heitssys­tem stark macht. Ger­ade psy­chisch Erkrank­te seien in der Wahrnehmung und Vertei­di­gung ihrer Rechte beein­trächtigt und entsprechend beson­ders prädes­tiniert, Opfer von Men­schen­rechtsver­let­zun­gen zu wer­den. Obgle­ich die WHO das Recht auf psy­chis­che Gesund­heit als einen zen­tralen Baustein des Woh­lerge­hens definiert, wer­den von seel­is­ch­er Erkrankung, Epilep­sie oder Intel­li­genz­min­derung Betrof­fene noch oft stig­ma­tisiert, aus­geschlossen von Bil­dung, poli­tis­chen Debat­ten, Wahlen, Fam­i­lien­grün­dung etc.  In der Elfen­beinküste sei  die ganze The­matik der Lebenssi­t­u­a­tion psy­chisch Kranker marginalisiert.

Nathalie Kouak­ou stellte die UN Kon­ven­tion über die Rechte Behin­dert­er und den Men­tal Health Aktion­s­plan  vor, die über die medi­zinis­che Behand­lung hin­aus soziale Verbesserun­gen für betrof­fene Per­so­n­en fordern und darauf zie­len, Bar­ri­eren der Inte­gra­tion abzubauen. Sie wollen Ver­ant­wortliche und Entschei­dungsträger aufmerk­sam machen, anre­gen und auf Möglichkeit­en hin­weisen, wie sie dazu beitra­gen kön­nen entsprechende Leitlin­ien umzuset­zen und die Rechte der Betrof­fe­nen zu schützen und zu gewährleis­ten. Die Kon­ven­tion zielt im Beson­deren aber  auf die Wohn‑, Lebens- und Behand­lungssi­t­u­a­tion, deren Stan­dards dem heuti­gen Wis­senszuwachs Genüge tun muss. Es soll  auch ein anderes Bild psy­chis­ch­er Erkrankung in die Gesellschaft getra­gen wer­den, etwa durch verbesserte Aufk­lärung der Bevölkerung. Entwürdi­gende Behand­lung und Unter­bringung sollte eben­so geah­n­det wer­den wie zunächst ein­mal den Betrof­fe­nen die Möglichkeit gegeben wer­den muss, diese zu bean­standen. Die Regierung sollte Instru­mente zur Ver­fü­gung stellen, Patien­ten und deren Fam­i­lien etwa auch in Form von Ver­bän­den und Selb­sthil­fe­grup­pen zu stärken. Große psy­chi­a­trische Insti­tu­tio­nen in Großstädten soll­ten durch eine wohnort­nähere psy­chosoziale und medi­zinis­che Ver­sorgung erset­zt wer­den. Um dies alles zu gewährleis­ten, müssten in der Admin­is­tra­tion staatliche Stellen zur Koor­di­na­tion und Pla­nung geschaf­fen wer­den. Auch die Afrikanis­che Union habe sich weit­ge­hend den Pos­tu­lat­en der WHO angeschlossen, den­noch man­gele es an der Sicht­bar­ma­chung des Prob­lems im Land und dem engagierten Ange­hen durch das Gesund­heitsmin­is­teri­um. Die prekäre Sit­u­a­tion der man­gel­nden Ressourcen ein­er­seits und des wenig engagierten Ange­hens der Umset­zung der Leitlin­ien ander­er­seits befördert wiederum die Fort­set­zung der herkömm­lichen Prak­tiken des religiös-kul­turellen Ver­ständ­niss­es von seel­is­chen Beein­träch­ti­gun­gen mit der Gefahr der fort­ge­set­zten Mis­shand­lung, Mis­sach­tung und Aus­gren­zung der Betrof­fe­nen. Dazu gehören auch sex­ueller Miss­brauch im Rah­men magis­chen Denkens sowie Ent­führun­gen und Organentnahmen.

Trotz des son­st dynamis­chen Prozess­es in der Entwick­lung des Lan­des herrsche hier das magis­che Denken von Schuld, Magie, Besessen­heit vor. Zur ohne­hin schwachen medi­zinis­chen Ver­sorgung des noch durch Fol­gen des Mil­itär­putsches von 1999, ver­schiedene Krisen und den Bürg­erkrieg 2002–2011 geze­ich­neten Lan­des  gibt es ein erhöht­es Aufkom­men von Trau­mafolgestörun­gen. Für die psy­chi­a­trische Ver­sorgung gibt es nur wenig Fachkräfte, und nur in 25% der Gesund­heits­dis­trik­te gibt es über­haupt irgen­deine Form von psy­chi­a­trisch­er Ver­sorgung. Ander­er­seits hat die Elfen­beinküste in ein­er neuen Ver­fas­sung 2016 fest­gelegt, dass alle Men­schen mit Behin­derung vor Diskri­m­inierung beschützt und nie­mand wegen sein­er men­tal­en oder kör­per­lichen Ver­fas­sung benachteiligt wer­den darf.

In ihren abschließen­den Forderun­gen unter­strich Nathalie Kouak­ou die Notwendigkeit weit­er­er Unter­suchun­gen hin­sichtlich  Epi­demi­olo­gie, sozi­ol­o­gis­ch­er Dat­en und Recht­slage der betr­e­f­fend­en Krankheits­bilder an der Elfen­beinküste, eine verbesserte Erre­ich­barkeit der Erstan­lauf­stellen in den Kom­munen auch für psy­chis­che Erkrankun­gen, für die Investi­tion in Aus­bil­dung von Fach­per­son­al, aber auch von ehre­namtlichen  Frei­willi­gen in den dör­flichen Struk­turen, um ein gutes Unter­stützungsnet­zw­erk und Aufk­lärungsar­beit aufzubauen.

Von West­afri­ka bis Südostasien: Trans­for­ma­tion des Zugangs zur psy­chi­a­trischen Ver­sorgung durch die Qual­i­ty Rights der WHO und die Arbeit von CBM im Bere­ich der psy­chis­chen Gesundheit

Car­men Valle ist als Bera­terin für Men­tal-Health-Pro­jek­te der Christof­fel-Blind­en-Mis­sion (cbm) ins­beson­dere auch in Bezug auf Men­schen­rechts­bil­dung , in ver­schiede­nen Län­dern Afrikas und Asien tätig. Sie schloss sich mit der Darstel­lung den Erfahrungswerten und Lösungsmod­ellen ihrer Organ­i­sa­tion an. Sie schilderte, wie es gelin­gen kann, basale Net­zw­erke vor Ort zu schaf­fen, Entschei­dungsträger und Men­schen in der Ver­sorgung von beein­trächtigten Per­so­n­en zu unter­stützen. Cbm set­zt u.a. auf soge­nan­nte Peer­groups, d.h. auf Men­schen, die lebenser­fahren sind und den Respekt der Gemeinde genießen und gle­ichzeit­ig aufgeschlossen sind für die Imple­men­tierung ein­er sozialpsy­chi­a­trischen Ver­sorgung in den Gemein­den und prak­tisch oft ther­a­peutisch wirken. Ein­drucksvoll stellte sie  ein durch­dacht­es Konzept der ver­schiede­nen Ebe­nen dar, wie die Län­der auch zukün­ftig ohne die zunächst flankieren­den NGOs das ein­mal aufge­baute Sys­tem eigen­ständig pfle­gen und weit­er­en­twick­eln kön­nen. Psy­chis­che Gesund­heit­spflege und Berück­sich­ti­gung der Sit­u­a­tion psy­chisch kranker, stig­ma­tisiert­er Men­schen mit Epilep­sie und geistiger Beein­träch­ti­gung soll­ten im Gesamtkonzept von Entwick­lungsar­beit inte­gri­ert wer­den, etwa bei Bil­dung­spro­jek­ten in Schulen und Kindergärten. Hier kann auch bere­its der Inklu­sion­s­gedanke frühzeit­ig einge­bracht wer­den, eben­so  wie bei Eltern- und Gemein­de­v­er­samm­lun­gen. So wird auch die Acht­samkeit gegenüber der beson­deren Gefährdung der Betrof­fe­nen für Über­griffe und Mis­shand­lun­gen und damit die soziale Kon­trolle, die als Schutz dienen kann, gestärkt. Das Konzept ihrer Organ­i­sa­tion beste­ht darin bei not­fallmäßig ange­forderten Hil­fen in Schwellen- und Entwick­lungslän­dern etwa nach Erd­beben, Tsuna­mi o.ä. neben den soge­nan­nten basic needs dann auch die seel­is­che Gesund­heit geson­dert in den Blick und die Arbeit vor Ort ein­fließen zu lassen. Weltweit wer­den Vor-Ort-Train­er in Erster Hil­fe in Bezug auf Erstver­sorgung nach Trau­ma­tisierung entsprechend den WHO Richtlin­ien ausgebildet.

Die Sit­u­a­tion trau­ma­tisiert­er Men­schen in Liberia

Susanne Grosse, Sozial­wis­senschaft­lerin an der Uni­ver­sität Kas­sel, sorgte als Haush­er­rin der Ver­anstal­tung mit dem Gießhaus nicht nur für eine angenehme Tagungsat­mo­sphäre, son­dern berichtete ihrer­seits angesichts ihres bevorste­hen­den Forschungsaufen­thaltes in Liberia nicht nur von der dort noch ähn­lich desas­trösen Sit­u­a­tion Betrof­fen­er mit anschaulichem Film- und Bild­ma­te­r­i­al, son­dern verdeut­lichte auch anhand der Pflege­s­tandards in Deutsch­land, dass wir noch gar nicht solange selb­st von ein­er schlecht­en Ver­sorgung ent­fer­nt sind. Die Psy­chi­a­trie-Enquete und Besucherkom­mis­sio­nen hät­ten hier zwar für mehr Trans­parenz und Stan­dards gesorgt, bedürften aber ein­er ständi­gen Verbesserung. Ger­ade den betrof­fe­nen Men­schen falle es ja schw­er, für ihre Rechte einzuste­hen. In Pro­jek­ten in Liberia wer­den Men­schen für die psy­chosoziale Begleitung auch ins­beson­dere der zahlre­ichen trau­ma­tisierten Men­schen im Land aus­ge­bildet. Tausende ehe­ma­liger rekru­tiert­er Kinder­sol­dat­en sind inzwis­chen erwach­sen und haben selb­st Fam­i­lien, tra­gen aber nicht sel­ten Trau­mafolgestörun­gen mit sich — mit wiederum gravieren­den Fol­gen für sich und die Gesellschaft.

Die prak­tis­che Bedeu­tung inter­na­tionaler Men­schen­recht­skon­ven­tio­nen für die Entwick­lung der psy­chi­a­trischen Versorgung 

Mar­gret Oster­feld, Psy­chi­a­terin im Ruh­e­s­tand und engagiert  bei Aktion Psy­chisch Kranke e.V.  war nicht nur engagierte Kri­tik­erin bei vorheri­gen Vorträ­gen, son­dern trug selb­st von ihrer Tätigkeit beim UN Unter­auss­chuss zur Präven­tion von Folter vor, in deren Rah­men regelmäßig Teams Ver­sorgung­sein­rich­tun­gen in ver­schiede­nen Län­dern besuchen und Berichte erstellen, inwiefern entsprechende Stan­dards zur Ver­sorgung einge­hal­ten bzw. mis­sachtet wer­den und verbessert wer­den soll­ten. Diese Teams haben in der Regel Zugang zu allen psy­chi­a­trischen Ein­rich­tun­gen und erstellen Berichte zu der men­schen­rechtlichen Sit­u­a­tion in diesen Ein­rich­tun­gen. Wenn sie keinen freien Zugang bekom­men, brechen sie ihre Tätigkeit ab. Die Berichte wer­den an die zuständi­gen Behör­den weit­ergeleit­et und Vorschläge zur Verbesserung der Sit­u­a­tion gemacht. Eine Veröf­fentlichung darüber hin­aus wird nicht angestrebt, um die Koop­er­a­tion mit den Regierun­gen nicht zu gefährden.

Diskus­sion auf dem Podi­um und mit dem Publikum

Die Vorträge — mod­eriert von Mir­jam Ibold, Psy­cholo­gin, Mit­glied des Aktion­snet­zes der Heil­beru­fler ‑wur­den von leb­haften Diskus­sio­nen begleit­et, für die auch viel Zeit zur Ver­fü­gung stand. In der abschließen­den Podi­ums­diskus­sion  — Mod­er­a­tion: Gesine Heet­derks, Psy­chi­a­terin und Neu­rolo­gin — ging es unter anderem um die Frage, welche Kon­se­quen­zen sich für ein möglich­es Engage­ment von Amnesty Inter­na­tion­al ergeben. Es bildete sich ein Kon­sens her­aus, dass für die Verbesserung der Sit­u­a­tion von Men­schen mit psy­chis­chen Erkrankun­gen und Epilep­sie eine Dop­pel­strate­gie sin­nvoll ist. Ein­er­seits kann eine nach­haltige Verän­derung ihrer Sit­u­a­tion nur erre­icht wer­den, wenn entsprechen­der Ein­fluss auf die Regierung aus­geübt wird. Die betrof­fe­nen Staat­en haben ver­schiedene men­schen­rechtlich bedeut­same Kon­ven­tio­nen, u. a. die wichtige Kon­ven­tion für die Rechte von Men­schen mit Behin­derun­gen von 2008, unter­schrieben. Sie kön­nen und müssen darauf hingewiesen wer­den, dass die Sit­u­a­tion dieser Men­schen eine Ver­let­zung ele­mentar­er Men­schen­rechte darstellt. Ander­er­seits jedoch erfol­gen Men­schen­rechtsver­let­zun­gen wie die Anket­tung von Men­schen in aller Regel nicht aus sadis­tis­chen Motiv­en, son­dern angesichts fehlen­der Alter­na­tiv­en und Hil­flosigkeit im Umgang mit den rät­sel­haften Krankheit­en. Deshalb kann eine solche poli­tis­che Strate­gie nur erfol­gre­ich sein, wenn zusät­zlich anhand geeigneter Pilot­pro­jek­te gezeigt wird, dass auch in armen Län­dern wie Burk­i­na Faso, der Elfen­beinküste oder Äthiopi­en, wie Wolf­gang Krahl aus­führlich beschrieb, eine medi­zinis­che Ver­sorgung dieser Men­schen zu erschwinglichen Kosten möglich ist und daher in die staatlichen Gesund­heit­spro­gramme über­nom­men wer­den kann. Es geht also nicht darum, die Regierun­gen an den Pranger zu stellen, son­dern sie anhand der­ar­tiger Pilot Pro­jek­te für eine Koop­er­a­tion zu gewin­nen, und zwar in ihrem eige­nen Inter­esse, weil auf diese Weise ein fun­da­men­tales Men­schen­recht­sprob­lem in ihren Län­dern ange­gan­gen und vielle­icht gelöst wird.

Es geht darum, durch Aufk­lärung über psy­chis­che Erkrankun­gen, Epilep­sie und geistige Behin­derung und vor allem durch die reale Verbesserung der Behand­lung und der Betreu­ung der Betrof­fe­nen einen ermuti­gen­den und hil­fre­ichen Umgang mit diesen Men­schen zu fördern. Diese Aufk­lärung und Ermu­ti­gung sollte die Betrof­fe­nen und Ange­höri­gen, die Gesund­heitsmi­tar­beit­er, aber auch die Behör­den und die Zivilge­sellschaft ein­beziehen. Die Devise „ Don‘t blame“ sollte so weit wie möglich berück­sichtigt wer­den. Stel­lung­nah­men soll­ten für die ver­ant­wortlichen Regierun­gen gesichtswahrend und real­is­tisch for­muliert wer­den, damit weit­ere Unter­suchun­gen, Über­prü­fun­gen der Entwick­lung, neue Vorschläge usw. in ständi­ger Koop­er­a­tion mit den Admin­is­tra­tio­nen möglich sind.

 

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Einladung zum Frühjahrstreffen 2019 in Berlin

Liebe Leser*innen,
wir laden euch her­zlich zu unser­er Früh­jahrsta­gung des Aktion­snetz Heil­berufe in Berlin am 13.04.2019 ein. Das Tre­f­fen geht von 11 bis 18 Uhr und richtet sich an alle inter­essierten Heilberufler*Innen. Bei Inter­esse an Teil­nahme an dem Tre­f­fen schreibt ein­fach unverbindlich an interesse<at>amnesty-heilberufe.de, dann wer­den wir euch nähere Infos zum Tre­f­fen geben. 
Kommt vor­bei!
Viele Grüße,
Euere Amnesty-Aktion­snetz Heilberufe
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