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Erfolgreiches Frühjahrstreffen

Liebe Leser*innen,

am 14.04.2018 haben wir in Darm­stadt unser diesjähriges Früh­jahrstr­e­f­fen durchge­führt. Neben den üblichen organ­isatorischen Din­gen haben wir und weit­er mit der Pla­nung der wis­senschaftlichen Fach­ta­gung, die wir für Feb­ru­ar 2019 pla­nen, und unserem Mon­i­tor­ing zum gle­ichen The­ma “Men­schen­rechtsver­let­zun­gen an Men­schen mit psy­chis­chen Erkrankun­gen, Behin­derun­gen und Epilep­sie” beschäftigt. Kleinere The­men waren eine interne Debat­te über men­schen­rechtliche Aspek­te der Organspende im All­ge­meinen und der Erstel­lung von Mate­ri­alien zur Men­schen­rechts­bil­dung, um damit in die Schulen und Work­shops zu gehen. Außer­dem wurde unsere Teil­nahme auf der JV in Papen­burg zu Pfin­g­sten vorbe­sprochen, wo wir mit drei Work­shops und auf dem Markt der Möglichkeit­en vertreten sein wer­den. Vielle­icht tre­f­fen wir euch dort…? Außer­dem gab es eine Debat­te zur Lage in der Türkei und der medi­zinis­chen Sit­u­a­tion in den hiesi­gen Flüchtlingszentren.

Das Herb­st­tr­e­f­fen wird dieses Jahr in Kas­sel stattfinden.

Viele Grüße,

Euer Aktion­snetz Heilberufe

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DIE KRANKHEIT DER DÄMONEN‘ – FILMVORFÜHRUNG IN DARMSTADT

Der o.g. Doku­men­tarfilm „Mal­adie du démon“ (Die Krankheit der Dämo­nen) wird außer­dem in ein­er lokalen Amnesty-Ver­anstal­tung am 12.04.2018 im Rex-Kino Darm­stadt mit anschließen­der Podi­ums­diskus­sion vorgeführt.

Der Film doku­men­tiert die Lage psy­chisch oder an Epilep­sie erkrank­ter Men­schen in West­afri­ka im Umfeld ein­er tra­di­tionellen Gesellschaft – in Gebet­szen­tren, am Rande der Sied­lun­gen, oder ein­fach völ­lig ignori­ert von den ‚Gesun­den‘. Eine lokale Hil­f­sini­tia­tive namens YENFAABIMA, die ihre Lage ändern möchte, wird auch dargestellt. Unter www.la-maladie-du-demon.com kön­nt ihr mehr über den Film erfahren.

Wir laden her­zlich hierzu ein. Bei Rück­fra­gen gerne an interesse’at’amnest-heilberufe.de schreiben.

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Fachtagung psychische Gesundheit am 18.04.2018 in Stuttgart

Liebe Leser*innen,

wir möcht­en euch her­zlich zu ein­er fach­spez­i­fis­chen Ver­anstal­tung am 18.04.2018 in Stuttgart ein­laden, zu der eines unser­er Mit­glieder einen Work­shop zum The­ma „Psy­chis­che Gesund­heit als Men­schen­recht  — Ein­satz und Chan­cen poli­tis­ch­er Forderun­gen” mod­erieren wird. Sie find­et im evan­ge­lis­chen Bil­dungszen­trum Hos­pi­tal­hof Stuttgart von 14:30 bis 20:00 statt und wird v.a. von kirch­lich-kar­i­ta­tiv­en Organ­i­sa­tio­nen getra­gen. Es geht um glob­al men­tal health, auch wird der Doku­men­tarfilm “Die Krankheit der Dämo­nen” in Anwe­sen­heit der Regis­seurin und der Pro­tag­o­nis­ten aus Burk­i­na Faso vorgeführt. 

Hier kön­nt ihr den Ver­anstal­tungs­fly­er mit Anmelde­for­mu­lar herunterladen:

Amnesty Fach­tag Psy­chis­che Gesundheit_Einladung

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Teilnahme an der MV in Berlin

Liebe Leser*innen,

wir freuen uns über unsere Teil­nahme an der MV in Berlin vor­let­ztes Woch­enende und bedanken uns für das ent­ge­genge­brachte Inter­esse der Mit­glied­schaft an unser­er Arbeit. Es kon­nte auch ein neues Grup­pen­mit­glied gewon­nen wer­den. Inter­essierte Heilberufler*innen kön­nen gerne zu unserem Früh­jahrstr­e­f­fen am 14.04.2018 in Darm­stadt dazus­toßen. Näheres erfahrt ihr, wenn ihr an interesse<at>amnesty-heilberufe.de schreibt.

Euer Aktion­snetz

 

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Türkische Ärztekammerrepräsentant*innen festgenommen

Liebe Leser*innen,

Der türkische Ärzte­ver­band (TTB, www.ttb.org.tr) und seine in der Öffentlichkeit bekan­nten Mit­glieder wer­den mas­siv bedro­ht. Grund dafür ist eine Erk­lärung des Ver­ban­des vom 24. Jan­u­ar. Darin fordert er die Beendi­gung des türkischen Mil­itärein­satzes im nordsyrischen Afrin. Der Ver­band hat beim Gou­verneur von Ankara den Schutz sein­er Mit­glieder und Büros beantragt, bis­lang aber keine Reak­tion darauf erhalten.

Hier kön­nt ihr an ein­er Online-Urgent Action teil­nehmen in Brief­form oder als Email (bitte auf diesen Satz klicken).

Hier kön­nt ihr beruf­sständis­che Stel­lung­nah­men lesen:

Arrest of Turk­ish Med­ical Asso­ci­a­tion Lead­ers con­demned by WMA

CPME con­demns arrest of Turk­ish med­ical asso­ci­a­tion leaders

Des weit­eren kön­nt ihr Press­es­tim­men zu dieser Nachricht finden:

Ärzteblatt vom 31.01.2018

Ärzteblatt vom 02.02.2018 über die Stel­lung­nahme der EU hierzu

Bericht über die öster­re­ichis­che Stel­lung­nahme zu der Ver­haf­tung vom 31.01.2018

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Amnesty-Menschenrechtspreis 2018 an Nadeem-Zentrum in Ägypten

Liebe Leser*innen,

wir möcht­en euch auf die diesjähri­gen Preisträger*innen des Amnesty-Men­schen­recht­spreis 2018 aufmerk­sam machen, das Nadeem-Zen­trum in Ägypten. Preisträgerin­nen sind die vier Lei­t­erin­nen des Zen­trums, die seit zwanzig Jahren Folter doku­men­tieren und Folterüber­lebende medi­zinisch und psy­chol­o­gisch unterstützen.

Jan­u­ary 6, 2018- Cairo, Egypt : Founders of the Nadeem Cen­ter. (Dana Smillie/Polaris) ///
Nadeem Cen­ter

Hier kön­nt ihr genaueres über die diesjähri­gen Preisträger erfahren (bitte auf diesen Satz klicken).

Ein Bericht über die diesjähri­gen Preisträger in der Süd­deutschen (bitte auf diesen Satz klicken).

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Neuer Bericht Prozess ggn. Prof. Sebnem Korur Fincanci und Dr. Necdet Ipekyüz vom 26./27.12.2017

Zur Prozess­beobach­tung  am 26.12. und 27.12.2017

Dies ist ein nicht von Amnesty autorisiert­er oder ver­ant­worteter Bericht, auf den wir als wichtiges Prozess­beobach­tungs­doku­ment ein­er inter­na­tionalen Del­e­ga­tion des IPPNW Ende diesen Jahres hin­weisen möchten.

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 Zur Ein­führung: Prof. Seb­nem Korur Fin­can­ci ist Gerichtsmedi­ziner­in und Vor­sitzende der inter­na­tion­al bekan­nten türkischen  Men­schen­rechtss­tiftung. Sie war in den 90iger Jahren mit führend an der For­mulierung des Istan­bul-Pro­tokolls zur Unter­suchung von Folter­spuren. Das Istan­bul-Pro­tokoll ist mit­tler­weile ein offizielles UN-Dokument.

Diese mutige Frau, die sich nation­al wie inter­na­tion­al durch wis­senschaftliche Exper­tise, Mut und Behar­rlichkeit einen großen Namen gemacht hat,  hat­te sich zusam­men mit dem Jour­nal­is­ten Erol Önderoglu und Ahmet Nesin in ein­er Sol­i­dar­ität­sak­tion für die pro kur­dis­che Zeitung Özgür Gün­dem im Mai 2016 einge­set­zt. Alle drei sind nun „wegen Pro­pa­gan­da für eine ter­ror­is­tis­che Organ­i­sa­tion“ angeklagt. Ihnen dro­ht 10 und mehr Jahre Haft. Die Zeitung ist mit­tler­weile verboten.

Bish­er haben 4 Ter­mine stattge­fun­den, die alle nach 5 bis 10 Minuten wieder ver­schoben wur­den. Der let­zte war im Juni 2017. Bewusst wurde der neue Gericht­ster­min auf den 26.12.2017 ange­set­zt, um möglichst wenige Prozess­beobachter aus dem west­lichen Aus­land zu haben.

Vor dem Gerichtssaal war großes Gedränge, nicht alle kon­nten im über­vollen Gerichtssaal Platz nehmen. Unter den aus­ländis­chen Beobachtern waren  Vertreter von Reportern ohne Gren­zen aus Deutsch­land und Frankre­ich, vom franzö­sis­chen Schrift­stellerver­band, von PHR Frankre­ich und wir 3, Gisela, Eva und Elu von der IPPNW.

Die Ein­reise war ohne Prob­leme, im Gericht selb­st wer­den keine indi­vidu­ellen Dat­en oder Namen aufgenom­men, so dass Sicher­heit­sprob­leme für uns nicht bestanden. Die Prozesse sind öffentlich, die Zuschauerzahlen allerd­ings durch begren­zte Sitz­plätze eher klein gehal­ten. Schon bei mein­er Prozess­beobach­tung Anfang Dezem­ber hat­te das son­st eher ängstliche und zurück­hal­tende deutsche Kon­sulat uns ermutigt, die Prozesse gegen Men­schen­recht­sak­tivis­ten zu beobacht­en. Gravierende Sicher­heit­sprob­leme für uns Deutsche sahen sie nicht. Mit der Freilas­sung von Steub­n­er, Toluk und der Aus­reiseer­laub­nis von Sharo Garip scheint die Poli­tik der Geisel­haft aufgegeben zu sein.

Immer wieder wur­den wir im Vor­feld gebeten, die zivile Oppo­si­tion nicht im Stich zu lassen und inter­na­tionale Präsenz bei diesen Prozessen zu zeigen. Zur Zeit find­en fast täglich Prozesse gegen die Akademik­er für den Frieden statt. Die innerge­sellschaftliche Oppo­si­tion wird weit­er­hin geknebelt, was sich ger­ade wieder in den 2 neuen Dekreten, mit denen der Präsi­dent Erdo­gan und seine Regierung autoritär regiert, nieder­schlägt: Die Straf­frei­heit für diejeni­gen, auch Zivil­sten, die „Ter­ror­is­ten“ und „Putschis­ten“ umge­bracht haben, die Ein­heit­sklei­dung für die poli­tis­chen Gefan­genen vor Gericht. Trotz­dem ist die Zivilge­sellschaft aktiv.

Der Prozess wurde von ganz neuen Richtern geleit­et. Diese gaben anfänglich zu, nicht genü­gend eingear­beit­et zu sein. Auf Antrag der Vertei­di­gung, den Prozess wegen der Bewahrung der Mei­n­ungs­frei­heit doch einzustellen, wie Experten schon im Som­mer in zwei Schrift­stück­en einge­bracht haben, wurde der Prozess für etwa 15 Minuten unter­brochen, danach lediglich die Ver­schiebung auf den 18. April bekan­nt gegeben. Für uns heißt es, am 18. April wieder präsent zu sein, die Ein­ladung und das Beipro­gramm wird im Feb­ru­ar durch den TIHV bekan­nt gemacht.

Prozess­beobach­tung 26/27.12.17 Teil II

Der 2. Teil unser­er Reise  fand mit dem fre­undlichen Abschied in dem Behand­lungszen­trum für Folteropfer in Istan­bul statt. Wir waren ein­ge­laden, an ihrer Jahre­send­feier bei gutem Essen, Trinken und Musik teilzunehmen. Wir beka­men sog­ar Geschenke für das Neue Jahr mit und natür­lich die guten Wün­sche, ver­bun­den, sie als Men­schen­rechtler in schwieri­gen Zeit­en nicht im Stich zu lassen. In der Nacht brachte uns das Flugzeug nach Diyabakir.

Strahlen­der Son­nen­schein mit bis zu 15 Grad Cel­sius war der Kon­trast zum Anlass unseres Kurzbe­such­es in Diyabakir. Dr. Necdet Ipekyüz, eines der wichtig­sten Mit­glieder der Zivilge­sellschaft im medi­zinis­chen Bere­ich in Diyabakir, Gynäkologe, früher­er Präsi­dent der Ärztekam­mer Diyabakir, später vorüberge­hend auch Leit­er des Behand­lungszen­trums für Folteropfer in Diyabakir (TIHV), eben­falls aktiv in ver­schiede­nen medi­zinis­chen und gesellschaftlichen Organ­i­sa­tio­nen –wir haben ihn auf unseren Del­e­ga­tion­sreisen regelmäßig tre­f­fen kön­nen- ist unter dem absur­den Vor­wurf, dem Ter­ror­is­mus Vorschub zu leis­ten, weil er medi­zinis­che Vorträge, u.a. zum sozialen Trau­ma in der kur­dis­chen Gesellschaft des Südostens der Türkei, vor dem bish­er nicht ver­bote­nen Demokratis­chen Sozial­fo­rum gehal­ten habe. Ihm dro­ht Gefäng­nis­strafe. Wir drei, Eva, Gisela und Elu, waren die einzi­gen inter­na­tionalen Prozess­beobachter bei diesem Prozess, anson­sten waren eine ganze Rei­he von Sym­pa­thisan­ten und Unter­stützern aus der Region, aus Ankara und Istan­bul gekom­men, um ihm den Rück­en zu stärken. Auch seine Frau und seine drei schon erwach­se­nen Kinder, u.a. auch die aus­ge­bildete Psy­cholo­gin, die mit syrischen Flüchtlin­gen arbeit­et, kon­nten wir bei dieser Gele­gen­heit ken­nen lernen.

Die Kon­trollen, um ins Gerichts­ge­bäude zu kom­men, waren sehr scharf, zweima­lige Durch­leuch­tung und Fest­stel­lung der Iden­tität waren die drei Sta­tio­nen. Wir als Per­so­n­en aus dem Aus­land haben bei dieser Gele­gen­heit beson­ders große Aufmerk­samkeit bekom­men. Erst irgendwelche anony­men Autoritäten mussten grünes Licht geben, dass wir auch den Prozess beobacht­en konnten.

Obwohl um 10.00 Uhr der Prozess ange­set­zt war, erfuhren wir erst gegen Mit­tag, dass er auf 14.00 Uhr ver­schoben wor­den war. Erst im Gerichtssaal wurde den Anwäl­ten und dem Angeklagten bekan­nt, dass neben Dr. Ipekyüz noch gegen zwei andere Angeklagte im sel­ben Ver­fahren ver­han­delt wurde: gegen den Agrar­wis­senschaftler Dr. Dilek­ci Veysi, der von Van über einen Bild­schirm zugeschal­tet wurde, und dem Arzt Dr. Dogan Osman aus Adana, den von den Unter­stützern von Dr.Ipekyüz  bis dahin nie­mand kan­nte. Alle drei sind angeklagt wegen Ihres Engage­ments im demokratis­chen Sozial­fo­rum, das ange­blich der PKK nahe ste­hen würde (was offen­sichtlich absurd ist), bish­er aber legal agieren kann.

Alle drei Angeklagten wiesen die Vor­würfe in engagierten Stel­lung­nah­men zurück. Das Pub­likum klatschte sog­ar nach der Vertei­di­gungsrede von Dr. Necet Ipekyüz, was darauf schließen lässt, dass sie inhaltlich sehr beein­druck­end war. (Lei­der gab es keine Über­set­zung für uns). Sie liegt uns schriftlich in türkisch­er Sprache vor, muss aber nach unser­er Rück­kehr erst noch über­set­zt wer­den. Zumin­d­est der Vor­sitzende Richter hat die Aus­führun­gen sehr aufmerk­sam ver­fol­gt. Die beige­ord­neten Rich­terin­nen waren noch sehr jung.

Nach­dem die Anwälte der Angeklagten noch ihre eigene Stel­lung­nahme abgegeben haben, wurde der Prozess auf den 18. Mai vertagt. Als Resumee fasste Dr.Metin Bakkalci vom TIHV in Ankara nach dem Prozess fol­gen­der­maßen zusam­men: „Die Richter haben ver­standen, dass es eine stu­pide Anklage ist, die jeglich­er Grund­lage ent­behrt. Sie kön­nen wegen der derzeit­i­gen poli­tis­chen Großwet­ter­lage in der Türkei nicht einen Freis­pruch riskieren, deshalb verzögern sie und fällen keine Entschei­dung. Anson­sten müssen sie befürcht­en, aus­gewech­selt zu wer­den oder gar ihren Job zu ver­lieren. Irgendwelche Richter wer­den sich  find­en, die im Sinne der Regierung urteilen“

Für die Angeklagten ist das eine höchst zer­mür­bende Angele­gen­heit, für die unter­stützen­den Men­schen­recht­sor­gan­i­sa­tio­nen  bedeutet es, dass sie durch den Aufwand mit diesen Prozessen in ihrer eigentlichen Arbeit block­iert sind, ein effek­tives und ele­gantes Mit­tel, um die oppo­si­tionelle aktive Zivilge­sellschaft lahm zu leg­en. Umso wichtiger erscheint es uns, dass wir ihnen mit unser­er Präsenz ihnen kön­nen, dass sie nicht allein da stehen.

Solche Tre­f­fen sind auch immer wieder gute Gele­gen­heit­en, alte Bekan­nte zu tre­f­fen und mit ihnen zu reden. So trafen wir beim Prozess Dr. Ser­dar Küni aus Cizre, der selb­st am 24.4.2018 seinen Revi­sion­sprozess in Shir­nak hat. Er freute sich, uns wieder zu sehen. Die Anspan­nung und Stra­pazen des let­zten Jahres waren ihm aber noch anzuse­hen. Ob er sich und seine Fam­i­lie langfristig in Cizre hal­ten kann, wo er im dor­ti­gen Zen­trum des TIHV weit­er aktiv ist, son­st aber keine Anstel­lung mehr hat, ist fraglich.

Und noch eine alte Bekan­nte aus früheren Tagen kon­nten wir tre­f­fen. Dara, eine der weni­gen christlichen Arme­nierin­nen noch in der Stadt. Sie ist immer noch geze­ich­net von den trau­ma­tis­chen Fol­gen des Krieges 2015/2016. Die Sit­u­a­tion ihrer Fam­i­lie hat sich durch weit­ere Zwis­chen­fälle ver­schlechtert: Ihr Brud­er ist im Gefäng­nis, ihr Fre­und und Lebens­ge­fährte grund­los von der Polizei zusam­mengeschla­gen wor­den, so dass er im Kranken­haus an mehreren Knochen­brüchen operiert wer­den musste, sie selb­st sitzt im Touris­tikzen­trum, das sie in früheren Tagen mit viel Elan und Enthu­si­as­mus aufge­baut hat­te, isoliert, allein und ohne Tätigkeit, jed­er Zeit kann sie ent­lassen wer­den. Das neueste Dekret, das jed­er Zivilist, der einen „Ter­ror­is­ten“ tötet, straf­frei aus­ge­ht, hat sie noch beson­ders schock­iert: sie sitzt an ihrem Arbeit­splatz als bekan­nte Ange­hörige ein­er sehr kleinen Min­der­heit qua­si wie auf einem Präsen­tierteller. Sie fühlt sich wie auch andere über­haupt nicht mehr sich­er. Auch sie denkt an Flucht, ein her­ber Ver­lust für Diyarbakir. Wir haben sie in der Ver­gan­gen­heit als sehr mutige und kämpferische Frau ken­nen gel­ernt. Angst, Res­ig­na­tion und zunehmende Recht­losigkeit vertreiben die let­zten  Ange­höri­gen ein­er christlichen Min­der­heit. Die Türkei wird dadurch kul­turell und sozial ärmer.

Die Prozesse gegen Akademik­er, Jour­nal­is­ten, Men­schen­rechtler und Arztkol­le­gen wer­den weit­er gehen. Wer sich vorstellen kann, sich an Beobach­tun­gen zu beteili­gen, kann sich gerne mit ein­er form­losen Anfrage an uns via interesse<at>amnesty-heilberufe.de melden.

 

 

 

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medical action Venezuela

Sehr geehrte Damen und Her­ren, liebe Fre­undin­nen und Fre­unde des Amnesty-Aktion­snet­zes Heilberufe,
heute bekom­men Sie eine Med­ical Action aus Venezuela. Im Anhang find­en Sie eine Zusam­men­fas­sung der Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen, sowie einen Brief. 
Es geht um den gewalt­losen poli­tis­chen Gefan­genen Vill­ca Fer­nán­dez. Er wird trotz ein­er Anord­nung vom Juni 2017 bis heute nicht in ein Kranken­haus gebracht, um dort fachärztliche medi­zinis­che Ver­sorgung zu erhal­ten. ÄrztIn­nen hat­ten seine Ver­legung in ein Kranken­haus gefordert. Die anschließend aus­gestellte schriftliche Anord­nung der Gen­er­al­staat­san­waltschaft wurde bis heute nicht umge­set­zt. Seine Ver­legung wurde im Novem­ber zum fün­ften Mal ver­schoben, obwohl sich sein Gesund­heit­szu­s­tand weit­er­hin verschlechtert.
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Da Infor­ma­tio­nen in Med­ical Actions schnell an Aktu­al­ität ver­lieren kön­nen, bit­ten wir Sie, nach dem 25. Jan­u­ar 2018 keine Appelle mehr zu verschicken.
Vie­len Dank für Ihre Hilfe!
Hier kön­nen Sie die Mate­ri­alien für die med­ical action herunteralden:
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