Schlagwort-Archive: Ärzt_innen als Opfer

Zwischenbericht Prozess gegen Serdar Küni

Wir möcht­en auf fol­gen­den Sach­bericht auf Basis der Infor­ma­tio­nen der Men­schen­rechtss­tiftung der Türkei (TIHV) hin­weisen. Es han­delt sich nicht um offizielle Mei­n­un­gen oder Infor­ma­tio­nen von Amnesty Inter­na­tion­al, trotz­dem möcht­en wir euch hierüber informieren:

Am 25.4.2018 fand der Beru­fung­sprozeß gegen Ser­dar Küni vor dem Bezirks­gericht in Shir­nak statt, wurde aber gle­ich wieder auf den 24. Sep­tem­ber 2018 vertagt. Zur Erin­nerung: Dr. med.Serdar Küni hat während der Belagerung und Beschießung sein­er kur­dis­chen Heimat­stadt Cisre durch türkisches Mil­itär Ver­wun­dete als Arzt behan­delt. Deshalb wurde er wegen Ter­ror­is­te­nun­ter­stützung inhaftiert, angeklagt und in der erste Instanz zu vier Jahren und zwei Monat­en Gefäng­nis verurteilt. Sein Beispiel hat weltweit große Empörung her­vorgerufen, selb­st der Weltärztebund hat sich detail­liert zu seinem Fall geäußert. Der erste Prozeß wurde inten­siv inter­na­tion­al beobachtet. Die Kri­tik an der Prozeßführung im ersten Prozeß führte dann zur Aufhe­bung des Urteils und zur Rück­ver­weisung an das unsprüngliche Gericht. Solange das Urteil nicht recht­skräftig wird, wurde Dr. Ser­dar Küni aus dem Gefäng­nis ent­lassen und lebt zur Zeit mit sein­er Fam­i­lie in Cizre. Er darf nicht reisen und Besuche außer­halb der Türkei machen. Die lange Ungewißheit zehrt stark an den Ner­ven aller, die durch diesen Prozeß direkt und indi­rekt betrof­fen sind.

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Berufsethik in Krisenzeiten. Ärzte und Psychologen unter der Militärdiktatur in Südamerika

Hier kön­nen Sie den Artikel “Beruf­sethik in Krisenzeiten.
Ärzte und Psy­cholo­gen unter der Mil­itärdik­tatur in Südameri­ka” von Hora­cio Riquelme U. aus dem Jahr 2000 herunterladen:

2001 ärzte psy­cholo­gen mil­itärdik­tatur suedameri­ka Riquelme

Dieser Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 8, 2000, Nr. 4, und Jg. 9, 2001, Nr. 1, S. 361 — 379

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Während der Mil­itärdik­taturen in Südameri­ka stand oft die Tätigkeit von Ärzten und Psy­cholo­gen im Kon­flik­t­feld zwis­chen Men­schen­recht­en, beru­flich­er Ethik, insti­tu­tionell-admin­is­tra­tiv­en Repres­sio­nen und staatlichen Erwartun­gen und Sank­tio­nen. Einige Mit­glieder dieser Pro­fes­sio­nen stell­ten ihr fach­lich­es Wis­sen dem Repres­sion­sap­pa­rat zur Ver­fü­gung, andere lehn­ten sich dage­gen auf und sucht­en neue Wege, indi­vidu­ell wie öffentlich gegen Men­schen­rechtsver­brechen vorzuge­hen. Eine quel­len­be­zo­gene und durch Feld­forschung ergänzte Unter­suchung über Hand­lungs­be­din­gun­gen beru­flich­er Ethik unter total­itär­er Herrschaft in Argen­tinien, Chile und Uruguay wurde 1990–1995 durchge­führt. Der Beitrag zeich­net die zen­tralen Aspek­te der Wech­sel­wirkung von beru­flich­er Tätigkeit und Men­schen­recht­en in repres­siv­en Reg­i­men am Beispiel Argen­tiniens, Chiles und Uruguays nach. Die Ver­strick­ung von Ärzten und Psy­cholo­gen in Maß­nah­men der Unter­drück­ung, aber auch der Wahrung ethis­ch­er Werte in Krisen­zeit­en wer­den anhand von Fall­beispie­len dargestellt.

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