Schlagwort-Archive: Asyl

Über Asyl­fra­gen.

Das Asylpaket II: Menschenrechte in Gefahr

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möcht­en auf die Stel­lung­nahme der deutschen Sek­tion von Amnesty Inter­na­tion­al zu der Gefährdung der Men­schen­rechte von Asylbewerber*innen und Asylant*innen hin­weisen. Sie kön­nen die Stel­lung­nahme auch hier aufrufen.

Weit­er­hin möcht­en wir auf die entsprechen­den Stel­lung­nah­men der Bun­desweit­en Arbeits­ge­mein­schaft der psy­chosozialen Zen­tren für Flüchtlinge und Folteropfer aufmerk­sam machen:

Asyl­paket II stop­pen — Keine Ein­schränkung von fairen Asylverfahren

Stel­lung­nahme der BAfF zum Geset­zen­twurf vom 1.2.2016 (“Asyl­paket II”) 

Den vollen Text der Stel­lung­nahme von Amnesty Inter­na­tion­al kön­nen Sie auch direkt auf dieser Seite lesen:

Am 3. Feb­ru­ar hat sich die Koali­tion auf das soge­nan­nte “Asyl­paket II” geeinigt und im Kabi­nett beschlossen. Wie schon zu befürcht­en war, stellt das Asyl­paket II grundle­gende Prinzip­i­en von fairen Asylver­fahren in Frage und höhlt damit das Recht, Asyl zu suchen, aus.

Im Fol­gen­den machen wir auf die Aspek­te aufmerk­sam, die men­schen­rechtlich sowie recht­staatlich beden­klich sind:

SCHNELLVERFAHREN OHNE BERATUNG

Wichtig­ster Punkt im Asyl­paket II ist die Ein­führung von Zen­tren für bes­timmte Grup­pen von Flüchtlin­gen, die als “beson­dere Auf­nah­meein­rich­tun­gen” (BAE) beze­ich­net wer­den. Dort sollen Asylver­fahren inner­halb von drei Wochen durchge­führt wer­den, inklu­sive der möglichen Beru­fung vor Gericht.

Die Zen­tren sollen in größer­er Ent­fer­nung von Bal­lungsräu­men und größeren Städten liegen. Für die Men­schen in den BAE gilt eine strik­te Res­i­den­zpflicht. Die Asyl­suchen­den dür­fen den jew­eili­gen Bezirk nicht ver­lassen und haben so nur sehr begren­zte Möglichkeit­en, Beratungsstellen oder Rechtsanwält_innen aufzusuchen. Es gibt bis­lang keine Infor­ma­tio­nen, dass in den Zen­tren eine unab­hängige Rechts­ber­atung vorge­se­hen ist. Amnesty geht davon aus, dass die bere­its beste­hen­den Beratungsstruk­turen für der­ar­tig große Zen­tren nicht ausreichen.

Der Kernbe­standteil eines jeden fairen Ver­fahrens — auch Asylver­fahrens — ist der Zugang zu ein­er Rechtsanwält_in oder ein­er Rechts­ber­atung. Fehlt Asyl­suchen­den dieser Zugang oder wer­den sie nicht umfassend und unab­hängig informiert, kann ein Asylver­fahren nicht fair sein! Spätestens wenn sie Ein­spruch gegen einen neg­a­tiv­en Bescheid ein­le­gen wollen (“Rechts­be­helfsver­fahren”), haben sie Anspruch auf eine unent­geltliche Rechts­ber­atung und ‑vertre­tung (Art. 20 I der EU-Asylver­fahren­srichtlin­ie 2013/32/EU).

Nach dem Asyl­paket II müssten Schutz­suchende diesen Ein­spruch inner­halb der extrem kurzen Frist von nur ein­er Woche ein­le­gen. In den Regio­nen der geplanten Zen­tren wird es kaum genü­gend Rechtsanwält_innen geben, die einem so hohen Bedarf in so kurz­er Zeit gerecht wer­den kön­nen. Es ist daher sehr wahrschein­lich, dass die Garantie auf Rechts­ber­atung und ‑vertre­tung in den Zen­tren nicht einge­hal­ten wer­den kann. Und selb­st wenn: eine nur ein­wöchige Frist, um sich in einen neuen Fall einzuar­beit­en, ist sehr kurz. Damit wür­den rechtsstaatliche Prinzip­i­en ver­let­zt. Von fairen Ver­fahren kann dann keine Rede mehr sein.

KEIN SCHUTZ FÜR BESONDERS SCHUTZBEDÜRFTIGE PERSONEN

Auch in beschle­u­nigten Ver­fahren müssen Garantien für beson­ders schutzbedürftige Per­so­n­en einge­hal­ten wer­den! Das legt Artikel 24 der Asylver­fahren­srichtlin­ie fest. Ist das nicht möglich, so muss ein nor­males Ver­fahren durchge­führt wer­den. Eine Regelung hier­für find­et sich, außer für unbe­gleit­ete Min­der­jährige, nicht im Gesetzentwurf.
Für trau­ma­tisierte Flüchtlinge sind beschle­u­nigte Ver­fahren beson­ders prob­lema­tisch. Ihr psy­chis­ch­er Zus­tand lässt es nicht zu, in der Kürze der Zeit über asyl­rel­e­vante Ereignisse zu sprechen, die sie zur Flucht gezwun­gen haben. Ein Ver­fahren, das inner­halb ein­er Woche abgeschlossen wer­den soll, kann trau­ma­tisierten Men­schen keine angemessene Unter­stützung bieten. Es darf daher nicht bei trau­ma­tisierten Flüchtlin­gen angewen­det werden!

SCHNELLVERFAHREN ALS NEUE STANDARDVERFAHREN

Das Asyl­paket II würde noch mehr Men­schen in Schnel­lver­fahren zwin­gen als bish­er: Der neue § 30a Asylge­setz bes­timmt, wer von dem neuen Schnel­lver­fahren betrof­fen ist. Die Kri­te­rien umfassen viel mehr Asyl­suchende als nur jene aus soge­nan­nten “sicheren Herkun­ft­slän­dern” — beispiel­sweise auch alle Schutz­suchen­den, die ihre Ausweis­doku­mente “mutwillig ver­nichtet” haben. Der Ver­lust von Ausweis­doku­menten auf der Flucht ist aber nicht sel­ten. Viele Per­so­n­en sind erst gar nicht in Besitz solch­er Doku­mente, wenn sie sich auf die Flucht begeben. Eine “mutwillige Ver­nich­tung” der Doku­mente kann leicht unter­stellt wer­den. Dadurch kön­nte das “beschle­u­nigte Asylver­fahren” zum neuen Stan­dard­ver­fahren in Deutsch­land werden.

ABSCHIEBUNG IN DIE VERFOLGUNG

Bere­its jet­zt hat das Bun­de­samt für Migra­tion und Flüchtlinge (BAMF) Prob­leme, die vor­liegen­den Asy­lanträge zügig zu bear­beit­en. Viele Schutz­suchende warten Monate, manche auch Jahre auf ihr Ver­fahren. Wie soll das BAMF kün­ftig so viele Asy­lanträge inner­halb von nur ein­er Woche entschei­den? Amnesty befürchtet, dass es auf­grund der hohen Arbeits­be­las­tung zu vie­len Fehlentschei­dun­gen kom­men wird. Auf­grund der beschriebe­nen Män­gel im Rechtss­chutz kön­nten diese nicht von Rechtsanwält_innen und Gericht­en aufge­fan­gen wer­den. Es beste­ht daher die ern­stzunehmende Gefahr, dass Men­schen in Herkun­ft­slän­der abgeschoben wer­den, in denen ihnen Ver­fol­gung und andere schwere Men­schen­rechtsver­let­zun­gen dro­hen (refoule­ment)!

Das Asyl­paket II sieht außer­dem eine Ausweitung der Kri­te­rien vor, unter denen Asylver­fahren kom­plett eingestellt wer­den. Hierzu gehören u.a. Ver­let­zun­gen der Res­i­den­zpflicht. Es ist in kein­er Weise ersichtlich, warum eine solche Ver­let­zung der Res­i­den­zpflicht in der Schwere einem Unter­tauchen gle­ichgestellt wird und Asy­lanträge in der Folge abgelehnt wer­den! Denn eine Ver­let­zung der Res­i­den­zpflicht liegt schon dann vor, wenn eine Per­son z.B. in eine Stadt außer­halb des Bezirks fährt, aber abends wieder in die Unterkun­ft zurück­kehrt. Beim ersten Ver­stoß kann das Asylver­fahren zwar wieder aufgenom­men wer­den, beim zweit­en Ver­stoß ist dies jedoch nicht mehr möglich. Es dro­ht dann eine sofor­tige Abschiebung.

Dass eine Per­son nur auf­grund der Ver­let­zung ihrer Res­i­den­zpflicht abgeschoben wer­den soll, ohne dass das BAMF prüft, ob der Per­son im Herkun­ft­s­land Ver­fol­gung dro­ht, ist nicht hinnehmbar!

AUSSETZUNG DER FAMILIENZUFÜHRUNGSICHERER UND LEGALER ZUGANGSWEG WIRD ERNEUT VERSCHLOSSEN

Das Asyl­paket II soll den Fam­i­li­en­nachzug für Men­schen, die z.B. vor bewaffneten Kon­flik­ten fliehen (“sub­sidiär Schutzberechtigte”) aus­ge­set­zt wer­den. Dabei wurde ihnen dies erst durch eine Geset­zesän­derung im August 2015 erle­ichtert, da auch für diese Per­so­n­en die Fam­i­lienein­heit nur in Deutsch­land hergestellt wer­den kann und nicht im Heimat­land. Das führt dazu, dass die Fam­i­lien­ange­höri­gen, auch Kinder, die Flucht über das Mit­telmeer oder die Balkan-Route auf sich nehmen wer­den und sich dort in Lebens­ge­fahr bringen.

ABSCHIEBUNGEN VON TRAUMATISIERTEN MENSCHEN

Die Bun­desregierung möchte mit dem Asyl­paket II die Möglichkeit­en ein­schränken, eine Abschiebung aus medi­zinis­chen Grün­den auszuset­zen. Hier­bei unter­stellt sie, dass medi­zinis­che Gründe häu­fig miss­bräuch­lich ver­wen­det wer­den. Eine solche Pauschal­isierung lehnt Amnesty ab!

Amnesty Inter­na­tion­al fordert: Die Neuregelung der Kri­te­rien für Abschiebe­hin­dernisse darf nicht zu Abschiebun­gen führen, wenn sich die Gesund­heitssi­t­u­a­tion im Falle der Abschiebung erhe­blich ver­schlechtern würde. Das ver­bi­etet Artikel 3 der Europäis­chen Menschenrechtskonvention!

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Grenzen überschreiten, Kooperation wagen: Trainings für EntscheiderInnen im Asylbereich

Sehr geehrte Leser*innen,

wir möcht­en Ihnen den neuen Artikel in unser­er Inter­net­zeitschrift “Men­schen­rechte und Gesund­heit” (http://amnesty-gesundheit.de/) vorstellen: “Gren­zen über­schre­it­en, Koop­er­a­tion wagen: Train­ings für Entschei­derIn­nen im Asyl­bere­ich” von Bit­ten­binder, Hen­neberg, Schriefers und Baron. Sie kön­nen den Artikel auch hier herunterladen:

mug.baff,bamf.2015

Ihr Amnesty-Aktion­snetz Heilberufe

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Nachrichtenbulletin traumatisierte Flüchtlingskinder

Lieber Leser*innen,

aus aktuellem Anlass ein knap­per Nachricht­en­bul­letin mit Mel­dun­gen zur trau­mather­a­peutis­chen Ver­sorgung von min­der­jähri­gen Flüchtlingen:

Jugendmedi­zin­er fordern psy­chother­a­peutis­chen Stufen­plan für Flüchtlingskinder (Deutsches Ärzteblatt Dezem­ber 2015)

Pädi­a­trische Grund­ver­sorgung von min­der­jähri­gen Flüchtlin­gen und Asyl­be­wer­bern der Komis­sion Glob­ale Kinderge­sund­heit der DAKJ e.V. (Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedi­zin; Novem­ber 2015)

Eine Fokusstudie des Bun­de­samts für Migra­tion und Flüchtlinge über “Unbe­gleit­ete Min­der­jährige in Deutsch­land” von Andreas Müller aus dem Jahr 2014 zum Vergleich

Ein flankieren­der Artikel dazu aus dem “Tagesspiegel” (18.08.2015)

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Unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge – Workshop bei Jugend@Amnesty

In Pas­sau fand am Woch­enende des 14./15.11.2015 das diesjährige Tre­f­fen „Jugend@Amnesty“ der jugendlichen Aktiv­en der deutschen Sek­tion statt. Auch dieses Jahr waren wir mit einem kleinen Work­shop, dieses Mal zum The­ma „Unbe­gleit­ete min­der­jährige Flüchtlinge“, vertreten. 
In per­sön­lich­er Runde erar­beit­ete die Gruppe zusam­m­men mit unserem Ref­er­enten inter­ak­tiv zunächst zwei reale Flucht­geschicht­en und glichen diese mit der Real­ität ab. 
Im zweit­en Teil tauschte frau/man sich sehr leb­haft über eigene Erfahrun­gen aus dem eige­nen Wirkungs­bere­ich aus und darüber, was rechtlich und prak­tisch verbessert wer­den kön­nte. Alle Teilnehmer*innen kon­nten neue Erken­nt­nisse und Erfahrun­gen aus dem Work­shop mit­nehmen. Das Woch­enende wurde von den trau­ri­gen Ereignis­sen in Paris über­schat­tet, die neben den geplanten The­men des Woch­enen­des für eini­gen Gesprächs- und Diskus­sion­sstoff sorgten. 

 

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Aktueller Nachrichtenbulletin medizinische Versorgung von Flüchtlingen

Hallo,
aus aktuellem Anlasse eine Sammlung der letzten Meldungen im Deutschen Ärzteblatt, die sich mit der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen in Deutschland und Europa beschäftigten:
Ärzte fordern rasche Verbesserung der Versorgung von Flüchtlingen (Mittwoch, 3. Juni 2015)
KV Brandenburg unterstützt ambulante Versorgung von Asylbewerbern (Mittwoch, 27. Mai 2015)
Medizinstudierende fordern bessere Gesundheits­versorgung von Asylsuchenden (Mittwoch, 20. Mai 2015)
Asylbewerber haben früher Anspruch auf GKV-finanzierte Psychotherapie (Mittwoch, 13. Mai 2015)
Gesundheitskarte für Flüchtlinge – Bundesbeauftragte optimistisch (Montag, 27. April 2015)
NRW will bei der Gesundheitskarte für Flüchtlinge nicht länger auf den Bund warten (Mittwoch, 22. April 2015)
Spanien sichert illegalen Einwanderern medizinische Versorgung zu (Dienstag, 31. März 2015)
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Medizinische Versorgung politischer Flüchtlinge in Deutschland: Besuch bei Studentenschaft Aachen

Am 29.04.2014 waren drei Mit­glieder unseres Net­zw­erkes zu Gast in Aachen auf Ein­ladung der Fach­schaft der dor­ti­gen medi­zinis­chen Fakultät.

Von unser­er Seite referierten wir über die Arbeit unseres Net­zw­erkes und aus der Prax­is der psy­chol­o­gis­chen Begutach­tung und Betreu­ung trau­ma­tisiert­er Flüchtlinge. Hier­bei ging es the­ma­tisch u.a. um Asylver­fahren und die geset­zlichen Regelun­gen, poli­tis­che Trau­ma­tisierung, Trau­mather­a­pie, rel­e­vante poli­tis­che Organ­i­sa­tio­nen und Instiutionen.

Die gut besuchte, abendliche Ver­anstal­tung dauerte über der Zeit und es gab viele Rück­fra­gen, weshalb wir sie als erfol­gre­ich werten.

Wir bedanken uns bei der medi­zinis­chen Stu­dentschaft in Aachen für das Inter­esse und die Einladung!

Bei Inter­esse an der Exper­tise unseres Net­zw­erkes nehmt ein­fach mit uns KONTAKT auf.

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Kampagne “Behandeln statt verwalten” der BAFF und des IPPNW

Liebe Leser*innen,

wir möcht­en Sie auf die Kam­pagne “Behan­deln statt ver­wal­ten” der BAFF und des IPPNW hin­weisen. Den Infor­ma­tions­fly­er kön­nen Sie hier herunterladen:

behandeln_statt_verwalten

Den vollen Text des Fly­ers kön­nen Sie auch direkt hier lesen:

Aus­gangslage:
„ Die Mit­gliedsstaat­en tra­gen dafür Sorge, dass Per­so­n­en, die Folter, Verge­wal­ti­gung oder andere schwere Gewalt­tat­en erlitt­ten haben, im Bedarfs­fall die Behand­lung erhal­ten, die für Schä­den, welche ihnen durch die genan­nten Hand­lun­gen zuge­fügt wur­den, erforder­lich ist.“ (Artikel 20 der EU –Auf­nah­merichtlin­ie 2003/9/EG des Rates vom 27. Jan­u­ar 2003.) Diese Verpflich­tung hat auch die Bun­desre­pub­lik Deutsch­land über­nom­men. Bis heute ist allerdings
diese Richtlin­ie trotz gegen­teiliger Behaup­tung der Bun­desregierung nicht umge­set­zt. Die EU –Kom­mis­sion mah­nt in ihrem Bericht vom Novem­ber 2007 deshalb auch zu Recht an: „ Das
Einge­hen auf die Bedürfnisse beson­ders schutzbedürftiger Per­so­n­en gehört zu den Bere­ichen, in denen die größten Män­gel bei der Anwen­dung der Richtlin­ie fest­gestellt wur­den.“ (Komm
2007 745 vom 26.11.2007)

Was brauchen beson­ders schutzbedürftige Flüchtlinge?
Man nimmt an, dass 30 — 40% aller nach Europa kom­menden Flüchtlinge durch erlit­tene men­schen­rechtswidrige Gewalt­tat­en trau­ma­tisiert sind und an ein­er der vie­len reak­tiv­en Trau­mafolgestörun­gen lei­den: post­trau­ma­tis­che Belas­tungsstörung (PTBS), depres­sive Erkrankung, Angst­störun­gen, dis­sozia­tive Störun­gen, Soma­tisierungsstörun­gen, dis­soziales Ver­hal­ten, Per­sön­lichkeitsverän­derun­gen, Psy­cho­sen. Diese sowie Kinder, Behin­derte, ältere Men­schen, Schwan­gere und Allein­erziehende bedür­fen eines beson­deren Schutzes und beson­der­er Maß­nah­men. Sie brauchen einen Ort, wo sie sich aufge­hoben und wieder
Ver­trauen in sich und ihre Umge­bung schaf­fen kön­nen, sie brauchen Sicher­heit, nicht mehr in die Sit­u­a­tion, der sie ger­ade zu entkom­men ver­sucht haben, zurück­gestoßen zu wer­den, sie bedür­fen einen geschützten Ort, wo sie in Ruhe und ohne zeitliche Vor­gaben ihre
trau­ma­tis­chen Gewal­ter­fahrun­gen aussprechen und able­gen kön­nen, sie brauchen Lebens­be­din­gun­gen, in denen sie ihre inneren, oft ver­schüt­teten Ressourcen wieder­ent­deck­en und erneut zur Ent­fal­tung brin­gen kön­nen, ihnen soll­ten Fach­leute in nieder­schwelli­gen Ange­boten zur Ver­fü­gung ste­hen, die ärztliche, psy­chother­a­peutis­che, psy­chosoziale und interkul­turelle Kom­pe­ten­zen vere­ini­gen kön­nen. Meist kön­nen nur inter­diszi­plinäre Net­zw­erke aus ver­schiede­nen Fach-Beruf­s­grup­pen die erforder­lichen Ressourcen für deren Reha­bil­i­ta­tion bereitstellen.
Neben den materiellen und per­son­ellen Vor­raus­set­zun­gen sind es ins­beson­dere die rechtlichen und sozialen Lebens­be­din­gun­gen, die entwed­er die trau­ma­tis­che Erleb­nisse in die eigene Biogra­phie zu inte­gri­eren zulassen oder sie an ihrer Be- und Ver­ar­beitung hin­dern und nur noch im Gedächt­nis abspal­ten lassen.

Wie sieht allerd­ings die Real­ität aus?
Nach­dem Flüchtlinge nach häu­fig vie­len Jahren erlit­ten­er physis­ch­er und psy­chis­ch­er Ver­let­zun­gen sich endgültig entschließen, ihr Land zu ver­lassen und sich auf eine ihnen
unbekan­nte, wenig sichere Flucht zu begeben, nach­dem sie auf der Flucht selb­st häu­fig weit­ere lebens­ge­fährliche Erleb­nisse haben bewälti­gen müssen und endlich meist hoff­nungsvoll das sich­er geglaubte Europa betreten haben, sind sie in der Regel nicht in der
Lage, über ihre Ver­gan­gen­heit zu sprechen, noch viel weniger haben sie die entsprechende Kraft, sofort damit auseinan­der zu set­zen. Den wenig­sten ist es bewußt, dass sie seel­is­che Ver­let­zun­gen mit sich herum­tra­gen. Sie sind zunächst damit beschäftigt, sich in der Fremde zu ori­en­tieren, einzugewöh­nen und eine neue Exis­tenz zu sich­ern. Diese in der Traum­abehand­lung all­ge­mein anerkan­nte Phase der (Selbst)-Stabilisierung wird bei Flüchtlin­gen durch ihre soziale und rechtliche Sit­u­a­tion unmöglich gemacht. Die immer noch
auf Abschreck­ung beruhende Poli­tik soll diesen Men­schen die Lebens­be­din­gun­gen in Deutsch­land so schlecht wie möglich machen, damit sich diese Men­schen nicht weit­er inte­gri­eren, son­dern wieder in ihr Herkun­ft­s­land „frei­willig“ zurück­kehren. Dafür hat sich im Laufe der let­zten 20 Jahren ein aus­ge­feiltes Sys­tem aus Aus­gren­zung, Isolierung, ein­schränk­enden Vorschriften, Recht­losigkeit, totales Ver­wal­tet wer­den und unzureichende
Exis­ten­zsicherung etabliert Dazu gehören die Zwang­sun­ter­bringung in Gemein­schaft­sun­terkün­ften (meist jahre­lang), häu­fig weit weg von jeglich­er gesellschaftlicher
Aktiv­ität, die Res­i­den­zpflicht, Unmöglichkeit des Zuganges zum Arbeits­markt oder gar Arbeitsver­bot, Essenspakete und andere „kreative“ Sach­leis­tungssys­teme, Absenkung der Sozial­hil­fe, Beschränkung der medi­zinis­chen Hil­fe auf akute Erkrankung.
Dieses führt bei den betrof­fe­nen Men­schen sehr schnell zu Gefühlen der Hil­flosigkeit, Angst, Unsicher­heit, Ohn­macht und Wil­len­losigkeit. Die Fol­gen sind Res­ig­na­tion, Hoff­nungslosigkeit, fehlende Zukun­ft­ser­wartun­gen und Mut­losigkeit. Bei trau­ma­tisierten Men­schen set­zt sich somit der Prozeß der trau­ma­tis­chen Ver­let­zun­gen weit­er fort, die Erin­nerun­gen an die alten trau­ma­tis­chen Erleb­nisse wer­den regelmäßig reak­tiviert. Sie
ver­s­tum­men erst recht. Damit kön­nen sie nicht iden­ti­fiziert und in ihren beson­deren Bedürfnis­sen erkan­nt werden.
Hinzu kommt ein Man­gel an entsprechen­den Fach­leuten und Insti­tu­tio­nen, die ihnen diesen Zugang zur eige­nen Ver­gan­gen­heit öff­nen oder zumin­d­est offen hal­ten. Es gibt kein entsprechen­des offenes Beratungssys­tem. Das Gesund­heitsver­sorgungssys­tem ist in kein­er Weise auf diese Gruppe von Men­schen vor­bere­it­et, es fehlt an Konzepten für eine adäquate medi­zinis­che, psy­chother­a­peutis­che und psy­chosoziale Ver­sorgung, es fehlt an aus­ge­bilde­ten Dol­metsch­ern, Sprach –und Kul­tur­mit­tlern sowie in interkul­turellen Fra­gen kom­pe­tente Fach­per­son­al, es fehlt allerd­ings auch häu­fig ein Wille, bzw. die Vorstel­lung, im
interkul­turellen Set­ting zusam­men mit Dol­metsch­ern arbeit­en zu kön­nen und somit die Kom­mu­nika­tion sich­er zu stellen. Die weni­gen Fach­leute, die sich bish­er auf dieses per­sön­lich bere­ich­ernde Arbeits­feld ein­ge­lassen haben, kom­men sehr schnell an ihre
physis­chen und psy­chis­chen Gren­zen, nicht wegen der „schwieri­gen“ Patien­ten, son­dern in erster Lin­ie wegen den unzure­ichen­den Rah­menbe­din­gun­gen. Das fängt mit den häu­fig nicht ern­stgenomme­nen sorgfältig aus­gear­beit­eten Attesten, Stel­lung­nah­men oder gar Begutach­tun­gen für Behör­den und Gericht­en an, die die notwendi­gen Ressourcen zugunsten
von Schreiben an eine über­mächtige Ver­wal­tung ver­schlin­gen, und hört nicht damit auf, die berechtigte Verzweifelung, Rat­losigkeit, Ohn­macht und Hil­flosigkeit der eige­nen Patien­ten zu
übernehmen und sich res­ig­na­tiv angenehmeren Arbeits­be­din­gun­gen in anderen Berufsfeldern
zuzuwenden.
Die dritte bish­er nicht umge­set­zte Vor­raus­set­zung für eine erfol­gre­iche Behand­lung ist die fehlende Bezahlung. Wer­den entsprechend qual­i­fizierte Dol­metsch­er und Dolmetscherinnen
gefun­den, wer­den deren notwendi­gen Kosten von den Krankenkassen nicht über­nom­men. Das gilt auch für entsprechende Reisekosten, wenn, wie im Flächen­staat Baden – Württemberg,
Men­schen zwei Stun­den Anfahrt haben, um zumin­d­est eine Min­i­malver­sorgung zu bekom­men. Die Behand­lungskosten für Ther­a­peuten bezahlen die Sozialämter in der Regel
nur nach einem sehr aufwändi­gen Antragsver­fahren und ori­en­tieren sich nur an den Qual­i­fika­tio­nen im herkömm­lichen Gesund­heitswe­sen. Dabei wird nicht beachtet, dass schon
seit Jahren in den psy­chosozialen Zen­tren für Flüchtlinge und Folteropfer wichtige Erfahrun­gen mit dieser beson­ders vul­ner­a­blen Patien­ten­gruppe gemacht wur­den und diese Exper­tise erst noch ins Regelver­sorgungssys­tem ein­fließen muß. Das Fach­wis­sen wird nicht entsprechend hon­ori­ert oder beachtet. Die finanzielle Exis­tenz der Arbeit in diesen Zen­tren ist nicht gesichert und bedarf jedes Jahr der kreativ­en Suche nach neuen finanziellen Ressourcen.
In den meis­ten Fällen helfen nur kurzfristig mobil­isier­bare pri­vate Spenden, um zumin­d­est eine min­i­male gesund­heitliche Ver­sorgungsstruk­tur sicherzustellen. Hinzu kommt das
insti­tu­tionelle Miß­trauen gegenüber der fach­lichen Qual­ität der Arbeit in diesen Zen­tren,  so dass häu­fig das dort ansäs­sige Fach­per­son­al sich für ihre Ein­schätzung und Bew­er­tun­gen vor
Behör­den­vertretern und Ver­wal­tungsper­son­al noch recht­fer­ti­gen und ihre Arbeit legit­imieren müssen.

Die Kam­pagne beHan­deln statt Verwalten
Seit Jahren ver­suchen die in der BAFF (bun­desweite Arbeits­ge­mein­schaft der psy­chosozialen Zen­tren für Flüchtlinge und Folteropfer) zusam­mengeschlosse­nen Zen­tren durch behar­rliche Lob­b­yarbeit, auf diesen Man­gel in der Ver­sorgung trau­ma­tisiert­er Flüchtlinge hinzuweisen und Änderun­gen anzumah­nen. Bish­er ver­fol­gen Min­is­te­rien, Parteien und Abge­ord­nete (bis auf wenige Aus­nah­men) in den Par­la­menten eine Poli­tik des Wegse­hens und Übersehens.
Ver­wal­tun­gen vor Ort ver­weisen immer wieder auf die engen rechtlichen Rah­menbe­din­gun­gen, die ihnen ange­blich keinen Spiel­raum für großzügigere Entschei­dun­gen belassen. Ärzte, Psy­chother­a­peuten, Fachver­bände und Wohlfahrtsver­bände wen­den sich achselzuck­end mit dem Hin­weis auf fehlende Exper­tise oder nicht vorhan­dene finanzielle und per­son­elle Ressourcen ab.
Deshalb hat nach ein­jähriger Vor­bere­itung die Bun­desweite Arbeits­ge­mein­schaft der psy­chosozialen Zen­tren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAFF) und die IPPNW – Ärzte in sozialer Ver­ant­wor­tung e.V. eine bun­desweite Kam­pagne zur Aufk­lärung und
Sen­si­bil­isierung zur Notwendigkeit der Unter­stützung beson­ders schutzbedürftiger Flüchtlinge gestartet.
Die drei Haupt­forderun­gen lauten:
1. Das frühzeit­ige Erken­nen der kör­per­lichen und seel­is­chen Erkrankungen
2. Der gesicherte und bar­ri­ere­freie Zugang zu qual­i­fiziert­er Behand­lung (schließt das Recht auf Behand­lung in der Mut­ter­sprache mit ein)
3. Eine inter­diszi­plinäre Beratung und Begleitung Zielgruppen:
Bish­er kon­nten einige Fachver­bände z.B die Bun­desärztekam­mer, die deutschsprachige Gesellschaft für Psy­chotrau­ma­tolo­gie, einige Wohlfahrtsver­bände wie die Diakonie sowie eine Rei­he von promi­nen­ten Per­sön­lichkeit­en für diese Kam­pagne begeis­tert werden.
Ziel­grup­pen sind zum einen einzelne Beschäftige im Gesund­heitsver­sorgungssys­tem, weit­ere Fachver­bände, Vertre­tun­gen ver­schieden­er Heil­berufe, weit­ere Wohlfahrtsver­bände, Per­sön­lichkeit­en des öffentlichen Lebens, Flüchtling­sun­ter­stützer­grup­pen, Men­schen­rechts­grup­pen. Eine größere Sen­si­bil­isierung für die Notwendigkeit der frühzeitigen
Behand­lung dieser Flüchtlings­gruppe soll dafür geweckt wer­den. Ein bre­ites Bünd­nis von gesellschaftlichen Grup­pen und Einzelper­so­n­en soll schließlich Druck auf Bundes‑, Länderund
Gemein­deebe­nen ausüben, um die notwendi­gen sozialen, rechtlichen und finanziellen Rah­menbe­din­gun­gen zu schaf­fen, damit eine sachgerechte Reha­bil­i­ta­tion und Inte­gra­tion sichergestellt wird.
Die einzel­nen Schritte und Ele­mente dieser Kampagne:
Bish­er wurde eine Unter­schriften­liste entwick­elt, die unter www.behandeln-statt-verwalten.de abgerufen wer­den kann. Dazu gibt es eine entsprechende online Petition.
Im Juni gab es eine Fach­ta­gung mit etwa 50 Fach­leuten aus ver­schiede­nen Bere­ichen, die die real­is­tis­chen Möglichkeit­en der Umset­zung der einzel­nen Ziele disku­tiert haben. Die Ergeb­nisse sind auf der Home­page einzuse­hen und auch herunter zu laden.
Zur Zeit wer­den konkrete neg­a­tive und pos­i­tive Einzel­beispiele für die Umset­zung der seit 2003 existieren­den EU –Auf­nah­merichtlin­ie gesam­melt. Diese kön­nen zur BAFF Paulsen­strasse 55–56 12163  holger.spoehr<at>baff-zentren.org , zur IPPNW, Körthestr. 10 10967 Berlin uhe<at>ippnw.de oder zu Refu­gio Villin­gen – Schwen­nin­gen Kalkofen­strasse 1 78050 VS –Villin­gen refugio.vs<at>tonline.de geschickt werden.
Im näch­sten Jahr 2011 soll in ein­er weit­eren Fach­ta­gung mit allen an der Kam­pagne beteiligten Organ­i­sa­tio­nen, Grup­pen, Ini­tia­tiv­en, Fach­leute und inter­essierten Einzelper­so­n­en ein Weg entwick­elt wer­den, wie die Ver­sorgung schutzbedürftiger Flüchtlinge durch
geset­zliche Rah­menbe­din­gun­gen verbessert wer­den kann. Gle­ichzeit­ig soll disku­tiert wer­den, wie sich das Gesund­heitsver­sorgungssys­tem in seinen Struk­turen so öff­nen kann, dass eine qual­i­fizierte flächen­deck­ende Ver­sorgung gesichert wird.
Weit­ere Fra­gen oder Anfra­gen für Ref­er­enten bei Ver­anstal­tun­gen kön­nen über die BAFF Paulssen­strasse 55 ‑56 10967 Berlin oder IPPNW Körthestr. 10 10967 Berlin gestellt werden.

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Herbsttagung 2010 des Aktionsnetz Heilberufe

Herb­st­ta­gung 2010 des Amnesty-Aktion­snet­zes Heilberufe
in Hannover

Asyl­recht und das Men­schen­recht auf Gesund­heit
ein Spannungsverhältnis

Podi­ums­diskus­sion

Roland Riese, Migra­tionspoli­tis­ch­er Sprech­er der FDP-Fraktion
im nieder­säch­sis­chen Landtag
Dr. Gisela Pen­tek­er, IPPNW, Arbeit­skreis Flüchtlinge und Asyl
Karin Loos, Nieder­säch­sis­ch­er Flüchtlingsrat
Dr. Ernst-Lud­wig Iske­nius, ärztlich­er Leit­er von Refu­gio Villin­gen-Schwen­nin­gen, Kon­tak­t­stelle für trau­ma­tisierte Flüchtlinge

Mod­er­a­tion:
Dr. Anke Brames­feld
, Amnesty-Aktion­snetz Heilberufe

Sa, 04.12.10, 15 Uhr
Freizei­theim Lis­ter Turm, Walder­seestr. 100, 30177 Han­nove
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Traumatisierte Flüchtlingskinder. Therapeutische Behandlung im Spannungsfeld von individueller Bewältigung und kinderrechtlichem Notstand

Hier kön­nen Sie den Artikel “Trau­ma­tisierte Flüchtlingskinder. Ther­a­peutis­che Behand­lung im Span­nungs­feld von indi­vidu­eller Bewäl­ti­gung und kinder­rechtlichem Not­stand” von Sabine Haver­siek-Vogel­sang aus dem Jahr 2006 herunterladen:

2006 trau­mat fluechtlingskinder

Der Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 14, 2006, Nr. 1+2, S. 191–204

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Der Beitrag beleuchtet die Prob­lematik der ther­a­peutis­chen Ver­sorgung von trau­ma­tisierten Flüchtlingskindern und ‑jugendlichen unter den Bedin­gun­gen der herrschen­den kinder­rechtlichen Restrik­tio­nen in der Bun­desre­pub­lik. Der prekären ther­a­peutis­chen Ver­sorgungslage von Flüchtlingskindern und ‑jugendlichen wer­den die für sie gel­tenden inter­na­tionalen Kon­ven­tio­nen und Schutz­abkom­men gegenübergestellt.
Anhand von zwei Fal­lvi­gnetten aus der Arbeit am Behand­lungszen­trum für Folteropfer Berlin (bzfo) wird das per­sistierende Missver­hält­nis zwis­chen Anspruch und Prax­is der Ver­sorgung dieser beson­ders schutzbedürfti­gen Kinder und Jugendlichen illus­tri­ert. Am Beispiel der Bleiberecht­skam­pagne wird die Bedeu­tung von wirk­samer Öffentlichkeits- und Lob­b­yarbeit zur Absicherung von indi­vidu­ell erre­icht­en Ther­a­pieer­fol­gen aufgezeigt.

Trau­ma­tised Refugee Children
Psy­chother­a­py in the field of ten­sion between indi­vid­ual cop­ing and
prob­lems caused by inad­e­quate legislation.
This arti­cle takes a look at the spe­cif­ic prob­lems regard­ing ther­a­peu­tic offers for trau­ma­tized refugee chil­dren and ado­les­cents giv­en the restric­tions of the rights of chil­dren in the Ger­man Fed­er­al Repub­lic. The pre­car­i­ous sit­u­a­tion con­cern­ing ther­a­peu­tic care for refugee chil­dren and ado­les­cents is jux­ta­posed to the inter­na­tion­al con­ven­tions and pro­tec­tive agree­ments in effect for this group. Two cas­es from the work at the Berlin Cen­ter for the Treat­ment of Tor­ture Vic­tims (bzfo) exem­pli­fy the per­sist­ing dis­pro­por­tion between claims and prac­tice affect­ing the care of this specif­i­cal­ly vul­ner­a­ble group of chil­dren and ado­les­cents. The pre­sen­ta­tion of the „Bleiberecht­skam­pagne“ (the right to stay cam­paign) will illus­trate the impor­tance of effec­tive PR and lob­by­ing efforts to secure ther­a­py suc­cess­es in indi­vid­ual therapies.

 

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