Schlagwort-Archive: Flüchtlinge

Über Flüchtlingspoli­tik.

Unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge – Workshop bei Jugend@Amnesty

In Pas­sau fand am Woch­enende des 14./15.11.2015 das diesjährige Tre­f­fen „Jugend@Amnesty“ der jugendlichen Aktiv­en der deutschen Sek­tion statt. Auch dieses Jahr waren wir mit einem kleinen Work­shop, dieses Mal zum The­ma „Unbe­gleit­ete min­der­jährige Flüchtlinge“, vertreten. 
In per­sön­lich­er Runde erar­beit­ete die Gruppe zusam­m­men mit unserem Ref­er­enten inter­ak­tiv zunächst zwei reale Flucht­geschicht­en und glichen diese mit der Real­ität ab. 
Im zweit­en Teil tauschte frau/man sich sehr leb­haft über eigene Erfahrun­gen aus dem eige­nen Wirkungs­bere­ich aus und darüber, was rechtlich und prak­tisch verbessert wer­den kön­nte. Alle Teilnehmer*innen kon­nten neue Erken­nt­nisse und Erfahrun­gen aus dem Work­shop mit­nehmen. Das Woch­enende wurde von den trau­ri­gen Ereignis­sen in Paris über­schat­tet, die neben den geplanten The­men des Woch­enen­des für eini­gen Gesprächs- und Diskus­sion­sstoff sorgten. 

 

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Petition zur angemessenen Versorgung traumatisierter Flüchtlinge

Liebe Leser*innen,

wir möcht­en euch auf die aktuelle Peti­tion der deutschen Sek­tion von Amnesty Inter­an­tion­al hin­weisen, die eine angemessene Ver­sorgung trau­ma­tisiert­er Flüchtlinge in Deutsch­land fordert. Die Peti­tion, wie auch andere Peti­tio­nen der aktuellen “Stop Folter”-Kampagne kön­nt ihr hier finden.
https://www.stopfolter.de/

 

Bitte unter­stützt diese Peti­tion mit eur­er Unterschrift!

Hier der genauere Infotext:

Angemessene Gesundheitsversorgung für traumatisierte Flüchtlinge!

Diese Ver­sorgung trau­ma­tisiert­er Flüchtlinge wird in Deutsch­land über­wiegend von rund 30 psy­chosozialen Behand­lungszen­tren für Folteropfer gewährleis­tet. Sie  sind spezial­isierte Anlauf­stellen  und bieten u.a. medi­zinis­che Behand­lun­gen, Psy­chother­a­pi­en und Dol­metscher­leis­tun­gen an. Damit tra­gen sie den Haup­tan­teil  für die Behand­lung trau­ma­tisiert­er Folterüber­leben­der. Nach eige­nen Angaben kön­nen sie jedoch nur etwa 15 Prozent des aktuellen Ver­sorgungs­be­darfs abdeck­en. Sie sind nicht nur über­lastet, schlim­mer noch, viele ste­hen immer wieder kurz vor dem finanziellen Aus. Obwohl sie einen so wichti­gen und fach­lich zugeschnit­te­nen Beitrag zur Gesund­heitsver­sorgung von Folterüber­leben­den leis­ten, wer­den ihre Leis­tun­gen nicht von der Geset­zlichen Kranken­ver­sicherung anerkannt.

Europäis­ches Recht verpflichtet (!) die BRD dazu, Folterüber­leben­den, die in Deutsch­land Schutz suchen, medi­zinis­che und psy­chol­o­gis­che Behand­lung zu ermöglichen. De fac­to erhal­ten zum Beispiel Asyl­be­wer­ber aber nur akut notwendi­ge medi­zinis­che Behand­lung und keine länger­fristi­gen Maß­nah­men wie Ther­a­pieange­bote. Die Bun­desregierung ste­ht in der Ver­ant­wor­tung, dass medi­zinis­ches und psy­chother­a­peutis­ches Per­son­al in Deutsch­land in der Lage ist, Trau­ma­tisierun­gen bei Asyl­suchen­den zu iden­ti­fizieren und die Pati­entin­nen und Patien­ten entsprechend zu behan­deln oder an spezial­isierte Stellen zu ver­weisen. Pro­fes­sionelle Hil­fe kann nicht nur von schlecht oder gar nicht finanzierten Ther­a­piezen­tren getra­gen wer­den, son­dern muss langfristig in die deutsche Gesund­heitsver­sorgung eingegliedert werden.

Amnesty Inter­na­tion­al unter­stützt die Psy­chosozialen Ther­a­piezen­tren. Doch fehlt eine verbindliche Finanzierungs­grund­lage, eine flächen­deck­ende Ver­sorgung ist nicht möglich. Amnesty fordert schnelle Maß­nah­men zur Besei­t­i­gung des ekla­tan­ten Man­gels in der Ver­sorgung dieser beson­ders ver­let­zlichen Flüchtlinge. Die Behand­lungszen­tren füllen zum Teil schon seit Jahrzehn­ten auf pro­fes­sionelle Weise eine Lücke im Gesund­heitssys­tem, die so nicht länger trag­bar ist.

Fordern auch Sie vom Bun­des­ge­sund­heitsmin­is­ter eine angemessene Gesund­heitsver­sorgung von trau­ma­tisierten Folterüberlebenden!

 

Im Fol­gen­den der Peti­tion­s­text an den deutschen Gesundheitsminister:

Petitionstext für Angemessene Gesundheitsversorgung für traumatisierte Flüchtlinge!

 

Sehr geehrter Herr Bundesgesundheitsminister,

viele Men­schen, die nach Deutsch­land fliehen, haben Krieg und schreck­liche Gewalt erlebt.
Viele wur­den mis­shan­delt oder gefoltert. Deutsch­land ist inter­na­tion­al verpflichtet, trau­ma­tisierten Flüchtlin­gen Schutz und die nötige medi­zinis­che sowie psy­chol­o­gis­che Behand­lung zu gewähren. Eine solche angemessene Ver­sorgung set­zt eine rechtzeit­ige Iden­ti­fizierung der Betrof­fe­nen und ihrer Bedürfnisse voraus. Das ist ohne Dol­metsch­er kaum möglich.

Ein wichtiger Teil der Ver­sorgung von trau­ma­tisierten Flüchtlin­gen wird zurzeit von soge­nan­nten psy­chosozialen Behand­lungszen­tren geleis­tet. Sie bieten medi­zinis­che Behand­lung, Psy­chother­a­pie, Dol­metscher­leis­tung und psy­chosoziale Betreu­ung an. Trotz­dem sind sie keine anerkan­nten Leis­tungser­bringer der geset­zlichen Kranken­ver­sicherung. Viele kämpfen seit Jahren um ihr finanzielles Überleben.

Ich fordere Sie daher auf,

  • sich dafür einzuset­zen, dass ein effek­tives Ver­fahren zur Fest­stel­lung beson­ders schutzbedürftiger Flüchtlinge einge­führt wird;
  • die Finanzierung von notwendi­gen Dol­metscher­leis­tun­gen sicherzustellen, etwa indem Ansprüche hier­auf im Sozialge­set­zbuch fest­geschrieben werden;
  • dafür zu sor­gen, dass die Geset­zliche Kranken­ver­sicherung die Leis­tun­gen der Behand­lungszen­tren als Kassen­leis­tung anerken­nt und erstattet;
  • eine aus­re­ichende und dauer­hafte Finanzierung der Behand­lungszen­tren sicherzustellen.

Hochachtungsvoll,

XXXXX

 

Euer Amnesty-Aktion­snetz Heilberufe

 

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Psychotherapeutenkammer fordert bessere Versorgungsfinanzierung traumatisierter Flüchtlinge

Sehr geehrte Besucher*innen unser­er Seite,

am 18.09.2015 veröf­fentlichte die Bun­de­spsy­chother­a­peutenkam­mer (BTPK) eine Pressemit­teilung mit dem Titel “Psy­chisch kranke Flüchtlinge: Ermäch­ti­gun­gen für Psy­chother­a­peuten notwendig”, sowie einen Rat­ge­ber zur Beantra­gung ein­er Ermäch­ti­gung. All dies kön­nen Sie hier abrufen.

Anlässlich dieser PM berichtet dann auch die ZEIT vom 16.09.2015 und das Deutsche Ärzteblatt.

Zum Welt­flüchtlingstag am 10.06.2015 veröf­fentlichte die Psy­chother­a­peutenkam­mer Berlin einen Pressemit­teilung in ver­gle­ich­bar­er Absicht, die sie HIER ein­se­hen können.

Bei Fra­gen zum The­ma gerne an uns unter interesse<at>amnesty-heilberufe.de schreiben.

Euer Amnesty-Aktion­snetz Heilberufe

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Neues Amnesty Journal: Verletzte Seelen — Folter und Heilberufe

Liebe Leser*innen,

wir freuen uns, dass das The­ma des aktuellen Amnesty Jour­nals sich mit Traum­folgestörun­gen durch Folter beschäftig und teils aktive Ver­wick­lung von Heilberufler*innen in Folter. Unser Kol­lege Steve Miles kommt in einem Artikel zu Wort. Auch unser Aktion­snetz steuert eine Selb­st­darstel­lung und ein Edi­to­r­i­al zu aktuellen Aspek­ten des The­mas bei.

Das Jour­nal lässt sich online bestellen, ist an größeren Kiosken erhältlich und geht allen Mit­gliedern direkt zu. (https://www.amnesty.de/journal)

Bei Fra­gen oder Feed­back jed­er Art zu unseren Artikeln nehmt gerne Kon­takt via kontakt@amnesty-heilberufe.de auf.

Euer Aktion­snetz Heilberufe

 

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Aktueller Nachrichtenbulletin medizinische Versorgung von Flüchtlingen

Hallo,
aus aktuellem Anlasse eine Sammlung der letzten Meldungen im Deutschen Ärzteblatt, die sich mit der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen in Deutschland und Europa beschäftigten:
Ärzte fordern rasche Verbesserung der Versorgung von Flüchtlingen (Mittwoch, 3. Juni 2015)
KV Brandenburg unterstützt ambulante Versorgung von Asylbewerbern (Mittwoch, 27. Mai 2015)
Medizinstudierende fordern bessere Gesundheits­versorgung von Asylsuchenden (Mittwoch, 20. Mai 2015)
Asylbewerber haben früher Anspruch auf GKV-finanzierte Psychotherapie (Mittwoch, 13. Mai 2015)
Gesundheitskarte für Flüchtlinge – Bundesbeauftragte optimistisch (Montag, 27. April 2015)
NRW will bei der Gesundheitskarte für Flüchtlinge nicht länger auf den Bund warten (Mittwoch, 22. April 2015)
Spanien sichert illegalen Einwanderern medizinische Versorgung zu (Dienstag, 31. März 2015)
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