Schlagwort-Archive: Frauen

Hilfs-App “RefuShe” für geflüchtete Frauen in Deutschland

Hal­lo liebe Leser*innen,

wir möcht­en euch auf fol­gen­des Fea­ture aufmerk­sam machen: Die Hil­fs-App  “RefuShe” wurde von der Lan­desregierung NRW entwick­elt und auch vom Flüchtlingsrat NRW emp­fohlen. Die App wurde in Zusam­me­nar­beit mit Flüchtlin­gen entwick­elt, ist in Deutsch, Englisch, Ara­bisch, Kur­disch, Paschtu ver­füg- und im Google Play Store herun­ter­lad­bar. Aus der Beschrei­bung des Min­is­terums: “Um die Infor­ma­tio­nen leicht ver­ständlich darzustellen, wer­den unter anderem Videos einge­set­zt, die Grun­drechte wie Gewalt­frei­heit und Gle­ich­berech­ti­gung erk­lären. The­ma­tisiert wird beispiel­sweise Selb­st­bes­tim­mung, der Umgang mit Sex­u­al­ität in Deutsch­land, und dass jed­er Men­sch hier seinen indi­vidu­ellen Lebensstil ver­wirk­lichen kann, so lange nie­mand anders deswe­gen in seinen Recht­en eingeschränkt wird. Außer­dem bietet die App von Gewalt betrof­fe­nen oder bedro­ht­en Frauen Kon­tak­t­dat­en von Frauen­ber­atungsstellen und Hil­feein­rich­tun­gen sowie Notrufnum­mern. Eine Nav­i­ga­tions­funk­tion führt die Nutzerin­nen zu Beratungsstellen in ihrer Nähe.”

Hier die Seite des Min­is­teri­ums für Gesund­heit, Emanzi­pa­tion, Pflege und Alter NRW:

https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/ministerin-steffens-bundesweit-einzigartige-app-refushe-unterstuetzt-integration

Die PM des Flüchtlingsrats NRW:

http://www.frnrw.de/themen-a‑z/artikel/f/r/app-refushe-fuer-gefluechetete-frauen-mgepa-2016.html

Bericht des WDR:

http://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/fluechtlinge-app-refushe-100.html

Euer Amnesty-Aktion­snetz Heilberufe

Share

El Salvador — stillbirth is not a crime

Hal­lo,

wir möcht­en auf die Aktion zu der bere­its bekan­nt gemacht­en Kam­pagne zur Abtrei­bungs­ge­set­zge­bung in El Sal­vador hin­weisen: Teodo­ra erlitt 2007 eine spon­tane Tot­ge­burt, für die sie zu 30 Jahren Haft wegen Mordes verurteilt wor­den ist.

Wir bit­ten euch Teodo­ra zu unter­stützen und einen Brief an den Jus­tizmin­is­ter von El Sal­vador zu schreiben.

Die Aktion kön­nt ihr auf dieser Seite find­en.

Euer Amnesty-Aktion­snetz Heilberufe

Share

Aktion: Haft bei Schwangerschaft in El Salvador

Hal­lo liebe Leser*innen,

wir möcht­en euch über eine aktuelle Sol­i­dar­ität­sak­tion aus El Sal­vador informieren (Peti­tion und Briefschreiben).

Die englis­che Seite kön­nt ihr hier inklu­sive ONLINE PETITION zum Unterze­ich­nen finden:

https://www.amnesty.org/en/get-involved/take-action/solidarity-women-imprisoned-el-salvador/

In El Sal­vador kön­nen Frauen, die eine Fehl- oder Tot­ge­burt erlei­den, der Abtrei­bung oder des Mordes beschuldigt wer­den und so jahrzehn­te­lang ins Gefäng­nis kom­men. Viele erhal­ten Haft­strafen von mehr als 30 Jahren.
Das totale Abtrei­bungsver­bot in El Sal­vador bedeutet, dass Abtrei­bungselb­st dann ein Ver­brechen ist, wenn das Leben der Frau in Gefahr ist, die Schwanger­schaft aus ein­er Verge­wal­ti­gung oder Inzest her­vorg­ing oder der Fötus nicht lebens­fähig ist. Dies schaffte eine Atmo­sphäre des Gen­er­alver­dachts und führte zu hun­derten Verhaftungen.
Unter­stützen auch Sie die inhaftierten Frauen in El Salvador!
Zeigen Sie Sol­i­dar­ität mit den Frauen, die auf­grund von
Schwanger­schaft­skom­p­lika­tio­nen in Gefäng­nis­sen lan­de­ten, und
fordern Sie deren umge­hende Freilassung.
Wenn Sie an dieser Aktion teil­nehmen, wird Amnesty International
Ihren Namen auf einen bun­ten Schlüs­se­lan­hänger druck­en. Alle
Schlüs­sel wer­den an ein­er Skulp­tur befes­tigt, die unsere Forderung
nach der Freilas­sung der Frauen verkörpert.
Wir wer­den die Fotos der Skulp­tur mit Ihren Sol­i­dar­itätss­chlüs­seln an die inhaftierten Frauen schick­en, damit sie wis­sen, dass sie nicht alleine und vergessen sind. Das gesamte Kunst­werk wird dem
sal­vado­ri­an­is­chen Min­is­ter für Jus­tiz und Öffentliche Sicherheit
übergeben, wenn wir ihn auf­fordern, die Frauen freizulassen.

Hier seht ihr die Infor­ma­tion­s­seite der deutschen Gruppe für El Sal­vador: http://www.ai-el-salvador.de/aktuelle-aktionen.html

Und hier die Infor­ma­tion zur Aktion:

http://www.ai-el-salvador.de/files/ai_el_salvador/PDFs/El-Salvador-Solidaritaetsaktion-15–09.pdf

Euer Amnesty-Aktion­snetz Heilberufe

Share

Unterstützung der Kampagne “My body, my rights”‏

Liebe Fre­undin­nen und Fre­unde des Aktionsnetzes,

bitte unter­stützt die Kam­pagne “My body, my rights” und unter­schreibt die Online-Aktion der Öster­re­ichis­chen Sek­tion gegen die Diskri­m­inierung der Frauen in Nepal.
http://www.amnesty.at/aktiv_werden/mein_koerper_meine_rechte/unmenschliche_lebensumstaende/#.UzFOMPl5OT9
Es geht um mehr als 600.000 Fälle von Gebär­mut­ter­vor­fall, die von schw­er­er Arbeit während der Schwanger­schaft herrühren.
Zur Inter­na­tionalen Aktion geht es hier
https://campaigns.amnesty.org/campaigns/unnecessary-burden

Danke!

Euer Aktion­snetz Heilberufe

Share

Gewalt gegen Frauen, Mitteilung anlässlich des Weltfrauentages

Anlässlich des Welt­frauen­t­ages am 08.03.2014 möcht­en wir auf unsere Artikel aus dem The­men­feld “Frauen und Men­schen­rechte” hinweisen:

Ägypten — Demon­stran­tinnen zu Jungfräulichkeit­stests gezwun­gen (2011)

Herrschaft und Gewalt: Psy­chother­a­pie mit verge­waltigten und gefolterten Frauen (1999)

Die Rechte von Frauen im Stre­it zwis­chen Men­schen­recht­suni­ver­sal­is­mus und Kul­tur­rel­a­tivis­mus (2004)

Ris­ing from the Ash­es. Säure­at­ten­tate in Banglade­sch — Medi­zinis­che, psy­chosozial-ther­a­peutis­che und rechtliche Aspek­te (2006)

Die Frauenko­gruppe der deutschen Sek­tion hat anlässlich des Welt­frauen­t­ages Aktio­nen vorbereitet:

http://www.amnesty-frauen.de/

Außer­dem möcht­en wir auf den kür­zlicht veröf­fentlichen Bericht über Gewalt gegen Frauen in der EU hin­weisen. Hier zwei Artikel dazu aus der Süd­deutschen Zeitung vom 05.11.2014:

http://www.sueddeutsche.de/panorama/eu-studie-jede-dritte-frau-ist-opfer-von-gewalt‑1.1904508

http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/585398/Bei-Akademikern-ist-es-am-schlimmsten

 

 

Share

Ägypten: Demonstrantinnen zu “Jungfräulichkeits-tests” gezwungen

Den Bericht von Amnesty Inter­na­tion­al kön­nen Sie auch HIER abrufen.

In Ägypten haben mehrere Demon­stran­tinnen Folter­vor­würfe gegen Ange­hörige des Mlitärs erhoben. Nach ihrer Fes­t­nahme auf dem Tahrir-Platz wur­den sie ihren Angaben zufolge gefoltert und soge­nan­nten “Jungfräulichkeit­stests” unter­zo­gen. Amnesty Inter­na­tion­al fordert die ägyp­tis­chen Behör­den auf, sofort eine Unter­suchung dieser Vor­würfe einzuleiten.

Nach der gewalt­samen Räu­mung des Tahrir-Platzes in Kairo am 9. März nah­men Ange­hörige des Mil­itärs min­destens 18 Frauen in Gewahrsam. Demon­stran­tinnen haben Amnesty Inter­na­tion­al von Schlä­gen, Elek­troschocks und Leibesvis­i­ta­tio­nen berichtet. Bei den Leibesvis­i­ta­tio­nen sollen die Frauen gezwun­gen wor­den sein, ihre Klei­dung abzule­gen, während sie von Sol­dat­en fotografiert wur­den. Anschließend wur­den sie so genan­nten “Jungfräulichkeit­stests” unter­zo­gen und der Pros­ti­tu­tion beschuldigt.

Zwangsweise durchge­führte “Jungfräulichkeit­stests” stellen eine Form der Folter dar.
“Frauen dazu zu zwin­gen, einen “Jungfräulichkeit­stest” über sich erge­hen zu lassen, ist vol­lkom­men inakzept­abel”, erk­lärte Amnesty Inter­na­tion­al heute. “Der Zweck dieser Tests beste­ht darin, Frauen auf­grund ihres Geschlechts zu degradieren. Alle Ange­höri­gen der Heil­berufe soll­ten sich weigern, der­ar­tige “Tests” durchzuführen.”
Die 20-jährige Sal­wa Hos­sei­ni schilderte im Gespräch mit Amnesty Inter­na­tion­al, wie sie nach ihrer Fes­t­nahme in ein Mil­itärge­fäng­nis in Heik­step gebracht und zusam­men mit den anderen Frauen dazu gezwun­gen wurde, sich auszuziehen.

Die Leibesvis­i­ta­tion wurde von ein­er Gefäng­niswär­terin in einem Raum mit zwei geöffneten Türen und einem Fen­ster vorgenom­men. Sal­wa Hos­sei­ni berichtete weit­er, dass Sol­dat­en in den Raum geschaut und Fotos von den nack­ten Frauen gemacht hätten.

Anschließend wur­den die Frauen in einen anderen Raum gebracht, wo ein Mann in einem weißen Kit­tel die “Jungfräulichkeit­stests” vor­nahm. Man dro­hte ihnen damit, dass “diejeni­gen, die keine Jungfrauen seien”, der Pros­ti­tu­tion angeklagt wer­den würden.
Amnesty Inter­na­tion­al vor­liegen­den Infor­ma­tio­nen zufolge wurde eine Frau, die zuvor ihre Jungfräulichkeit beteuert hat­te, geschla­gen und mit Elek­troschocks gequält, nach­dem der “Jungfräulichkeit­stest” ange­blich das Gegen­teil bewies.

Frauen und Mäd­chen muss ges­tat­tet wer­den, die Zukun­ft Ägyptens umzugestal­ten und an Demon­stra­tio­nen gegen die Regierung teilzunehmen, ohne dass sie inhaftiert und gefoltert wer­den oder zutief­st entwürdi­gende und diskri­m­inierende Behand­lun­gen erfahren”, so Amnesty International.

Dadurch, dass sie Män­nern erlaubten, die Frauen während dieser Vorgänge zu beobacht­en und zu fotografieren, woll­ten die Ange­höri­gen des Mil­itärs die Frauen demüti­gen. Damit schufen sie eine zusät­zliche indi­rek­te Bedro­hung für die Frauen, da diese im Falle ein­er Veröf­fentlichung der Fotos weit­er­er Gefahr aus­ge­set­zt würden.”

Zu den Frauen, die auf dem Tahrir-Platz festgenom­men wor­den waren, gehörte auch die Jour­nal­istin Rasha Azeb. Gegenüber Amnesty Inter­na­tion­al schilderte sie, wie man ihr Hand­schellen angelegt, sie geschla­gen und belei­digt habe.
Nach der Fes­t­nahme wur­den die 18 Frauen zunächst in ein Nebenge­bäude des Ägyp­tis­chen Muse­ums in Kairo gebracht. Dort soll man ihnen Hand­schellen angelegt und mit Stöck­en und Schläuchen auf sie eingeprügelt haben. Zudem wur­den den Frauen Elek­troschocks im Brust- und Bein­bere­ich zuge­fügt, und man beschimpfte sie als “Pros­ti­tu­ierte”.

Rasha Azeb kon­nte während ihrer Inhaftierung im Muse­um beobacht­en und mitan­hören, wie die anderen Frauen mit­tels Elek­troschocks gefoltert wur­den. Nach eini­gen Stun­den ließ man sie zusam­men mit vier weit­eren, männlichen Jour­nal­is­ten frei; die verbliebe­nen 17 Frauen wur­den in das Mil­itärge­fäng­nis in Heik­step gebracht.
Das regierung­sun­ab­hängige Ther­a­piezen­trum für Folteropfer (El Nadeem Cen­ter for Reha­bil­i­ta­tion of Vic­tims of Vio­lence) hat die Zeu­ge­naus­sagen weit­er­er Frauen, die zur gle­ichen Zeit festgenom­men wor­den waren, doku­men­tiert. Diese Aus­sagen deck­en sich mit den Bericht­en von Rasha Azeb und Sal­wa Hos­sei­ni über Schläge, Elek­troschocks und “Jungfräulichkeit­stests”.

Amnesty Inter­na­tion­al fordert die ägyp­tis­chen Behör­den auf, die schock­ierende und erniedri­gende Behand­lung von Demon­stran­tinnen zu stop­pen. “Ägyp­tis­che Frauen haben entschei­dend zu dem Wan­del in Ägypten beige­tra­gen und soll­ten für ihr Engage­ment nicht bestraft wer­den”, erk­lärte Amnesty International.

Sämtliche Ange­hörige der Sicher­heit­skräfte und des Mil­itärs müssen darüber in Ken­nt­nis geset­zt wer­den, dass Folter und andere Mis­shand­lun­gen, darunter auch soge­nan­nte ‚Jungfräulichkeit­stests’, nicht länger toleriert und dies­bezüglich umfassende Unter­suchun­gen erfol­gen wer­den. Die Ver­ant­wortlichen für Folter und andere Mis­shand­lun­gen müssen vor Gericht gestellt wer­den, während die muti­gen Frauen, die Ver­stöße angeprangert haben, unbe­d­ingt Schutz vor Vergel­tung erhal­ten sollten.”

Am 11. März wur­den alle 17 Frauen vor ein Mil­itärg­ericht gestellt; ihre Freilas­sung erfol­gte am 13. März. Gegen mehrere Frauen wurde eine Haft­strafe von einem Jahr auf Bewährung verhängt.

Sal­wa Hos­sei­ni wurde des unge­bührlichen Ver­hal­tens, der Zer­störung pri­vat­en und öffentlichen Eigen­tums, der Behin­derung des Verkehrs und des Mit­führens von Waf­fen für schuldig befunden.

Amnesty Inter­na­tion­al wen­det sich dage­gen, dass Zivilper­so­n­en vor Mil­itärg­erichte gestellt wer­den. Ägyp­tis­che Mil­itärg­erichte weisen eine Bilanz unfair­er Gerichtsver­fahren auf; zudem sind die Möglichkeit­en, gegen Urteile dieser Gerichte Beru­fung einzule­gen, stark eingeschränkt.

Share

Herbsttagung 2009 des Aktionsnetz Heilberufe

Herb­st­ta­gung 09 des Amnesty-Aktion­snet­zes Heil­berufe in Bielefeld:

Sim­bab­we: Das Men­schen­recht auf Gesundheit

Vor­trag mit Diskussion

Diplom-Pflegewirtin Manuela Schönborn

Die Ref­er­enin hat in Sim­bab­we zwei Jahre lang Aid­s/HIV-Beratungsstellen mit aufge­baut und wird schw­er­punk­t­mäßig über die The­men Frauen und Armut berichten.

Im Rah­men der Amnesty-Kam­pagne Demand Dignity

In Koop­er­a­tion mit der Volk­shochschule Bielefeld

Sa, 26.09.09, 14.30 — ca. 17 Uhr
Volk­shochschule, Mur­nau-Saal, Ravens­burg­er Park 1, 33602 Bielefeld

Anschließend Führung durch die Ausstellung:

Mavam­bo: Ezvi­ratidzwa zvechi­man­je­man­je mu Zimbabwe
in Koop­er­a­tion mit Kristin Diehl, ConARTz, Con­tem­po­rary ART of Zimbabwe

Die Ausstel­lung zeigt Werke zeit­genös­sis­ch­er Bild­hauer Zim­bab­wes und ver­mit­telt die Schön­heit und Fasz­i­na­tion eines Lan­des, das in den let­zten Jahren fast auss­chließlich durch entset­zliche Nachricht­en von sich Reden machte.

Die Fly­er zu der beglei­t­en­den Ausstel­lung in der VHS Biele­feld kön­nen Sie hier herunterladen:

2009 simb-fly­er‑2              2009 simb-fly­er‑1

Share

Herbsttagung 07 des ai-Aktionsnetzes der Heilberufe, externer Teil: Stop Violence Against Women – Frauen-Selbsthilfeprojekte in Ruanda und im Irak

Herb­st­ta­gung 07 des ai-Aktion­snet­zes der Heil­berufe, extern­er Teil:

Stop Vio­lence Against Women
Frauen-Selb­sthil­fe­pro­jek­te in Ruan­da und im Irak

Podi­umsver­anstal­tung mit

Esther Muj­awayo (www.avega-ruanda.de.vu, ai-Inter­view)
Karin Mlodoch (www.haukari.de)

In Zusam­me­nar­beit mit der ai-Gruppe Men­schen­rechtsver­let­zun­gen an Frauen

Im Rah­men der ai-Kam­pagne Stop Vio­lence Against Women

Dazu afrikanis­che Trom­mel­musik von Michel & Sharon

zur Ver­anstal­tungsankündi­gung

Sam­stag, 03.11.07, 14.30 — ca. 18.30 Uhr
“Alte Feuerwache”, im “Kleinen Forum”, Mel­chiorstr. 3, 50670 Köln

 

 

Stop Vio­lence Against Women — Pro­mote Health Rights For Women”
Frauen­pro­jek­te in Ruan­da und im Irak

Stop Vio­lence Against Women” — so lautet eine weltweit laufende Kam­pagne von amnesty inter­na­tion­al. Die all­ge­gen­wär­tige Gewalt gegen Frauen ist ein Men­schen­rechtsskan­dal, dem jedoch in vie­len Gesellschaften mit man­gel­n­dem Inter­esse, Schweigen und Apathie begeg­net wird. ai fordert, Gewalt gegen Frauen zu ver­hin­dern, zu ver­fol­gen und zu bestrafen; Maß­nah­men zur umfassenden Stärkung von Frauen und ihren Recht­en zu ergreifen; Gewalt von Frauen im Namen von Reli­gion, Tra­di­tion und Kul­tur zu verurteilen; umfassende präven­tive Maß­nah­men zur Ver­hin­derung von Gewalt an Frauen zu ergreifen.

Das Aktion­snetz der Heil­berufe von amnesty inter­na­tion­al betont beson­ders den Zusam­men­hang von Frauen­recht­en und dem Recht auf Gesund­heit. Zwei Stre­i­t­erin­nen für die Men­schen­rechte stellen bei ein­er Podi­umsver­anstal­tung ihre Pro­jek­te für Frauen vor, die von schw­eren Men­schen­rechtsver­let­zun­gen betrof­fen sind. Die erste Vor­tra­gende, Esther Muj­awayo, stammt aus Afri­ka und lebt und arbeit­et heute in Deutsch­land; die zweite Vor­tra­gende, Karin Mlodoch, ist Deutsche und arbeit­et seit vie­len Jahren zeitweise im Irak. In der Ver­anstal­tung sollen diese bei­den Erfahrung­sh­in­ter­gründe ver­glichen werden.

Esther Muj­awayo, geboren 1958 in Ruan­da, ist Sozi­olo­gin und über­lebte 1994 in Kigali den Völk­er­mord. “Es kam ein Moment, in dem ich mir sagte: ‘Wenn du über­leben willst, Esther, musst du dich dem wid­men, was dir geblieben ist, und nicht dem, was du ver­loren hast’.” Zusam­men mit 50 Frauen, Witwen wie sie, grün­dete sie die Organ­i­sa­tion AVEGA für die Opfer des Genozids. Inzwis­chen zählt AVEGA 35.000 Mit­glieder. Esther Muj­awayo arbeit­ete als stel­lvertre­tende Lan­desrepräsen­tan­tin für Ruan­da, Burun­di und Ostkon­go bei der Entwick­lung­shil­fe­or­gan­i­sa­tion Oxfam. Sie hielt Vorträge auf vie­len inter­na­tionalen Kon­feren­zen, arbeit­ete bei TV-Doku­men­ta­tio­nen mit und schrieb zwei Büch­er. Heute arbeit­et sie als Psy­chother­a­peutin mit trau­ma­tisierten Flüchtlin­gen im Psy­chosozialen Zen­trum für Flüchtlinge Düs­sel­dorf.

Karin Mlodoch, geboren 1958 in Essen, ist Psy­cholo­gin und Pro­jek­tko­or­di­na­torin des Vere­ins HAUKARI, zur Förderung der Ver­ständi­gung mit dem Irak (www.haukari.de). Ein Schw­er­punkt von HAUKARI ist die Arbeit mit Opfern poli­tis­ch­er Gewalt. Zudem wer­den soziale Basis­pro­jek­te unter­stützt, ins­beson­dere im Bere­ich Frauen­förderung und Gesund­heitswe­sen. Karin Mlodoch ist seit 16 Jahren im Irak in der psy­chosozialen Prax­is tätig. Auf einem Vor­trag bei der ai-Jahresver­samm­lung 2003 sagte sie: “Über 180 000 Men­schen aus den kur­dis­chen Gebi­eten im Irak sind während der sog. ‘Anfal-Oper­a­tio­nen’ der irakischen Armee gegen kur­dis­che Dör­fer 1988 ‘ver­schwun­den’. Die Anfal-Über­leben­den und ins­beson­dere die alle­in­ste­hen­den Frauen unter ihnen brauchen psy­chosoziale Beratung und Bei­s­tand, sie benöti­gen poli­tis­che, materielle und rechtliche Hil­fe, um ihre Forderun­gen nach Aufk­lärung, Gerechtigkeit und Entschädi­gung durchzuset­zen. Und sie brauchen die gesellschaftliche und inter­na­tionale Anerken­nung und Auseinan­der­set­zung mit den ihnen zuge­fügten Verbrechen.”

Share

Rising from the Ashes. Säureattentate in Bangladesch – Medizinische, psychosozial-therapeutische und rechtliche Aspekte

Hier kön­nen Sie den Artikel “Ris­ing from the Ashes.
Säure­at­ten­tate in Banglade­sch – Medizinische,
psy­chosozial-ther­a­peutis­che und rechtliche Aspek­te” von Moni­ra Rah­man aus dem Jahr 2006 herunterladen:

n2006rahman

Der Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 14, 2006

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Der Artikel beschreibt das psy­chosoziale, ther­a­peutis­che und rechtliche Ange­bot der Acid Sur­vivors Foun­da­tion (ASF) in Banglade­sch, eine 1999 von der Autorin gegrün­dete Ein­rich­tung, die Über­lebende von Säure­at­ten­tat­en mul­ti­pro­fes­sionell unterstützt.
Zwei Fall­darstel­lun­gen zeigen, dass es meist kom­plexe soziale Dynamiken sind – oft ver­bun­den mit der sub­jek­tiv und kul­turell erlebten „Ver­let­zung männlich­er Ehre“ –, die zu Säure­at­tack­en führen. Diese gehören zu den bru­tal­sten For­men von Gewal­tan­wen­dung: Die auf Gesicht und Kör­p­er geschüt­tete Säure zer­frisst Haut und Gewebe in kürzester Zeit bis auf die Knochen; immer resul­tieren Entstel­lun­gen, oft auch dauer­hafte Behin­derun­gen. Die Täter sind prak­tisch immer männlich, die Opfer über­wiegend weib­lich. Durch plas­tis­che Chirurgie bei ASF kön­nen die Verätzun­gen zumin­d­est teil­weise gebessert wer­den. Auch die psy­chosozialen Fol­gen sind gravierend: Nicht sel­ten wird das Opfer als schuldig betra­chtet und stig­ma­tisiert; in der Folge wird soziale Unter­stützung ent­zo­gen; soziale Inter­ak­tion, Ehe und Fam­i­lien­grün­dung wird erhe­blich erschw­ert; meist kommt es zu ein­er mas­siv­en finanziellen Belas­tung. Die Täter wer­den oft nicht bestraft und üben auf­grund ihrer über­lege­nen gesellschaftlichen Posi­tion sog­ar weit­er­hin Druck auf die Opfer aus und bedro­hen sie.
Für die psy­chosoziale und ther­a­peutis­che Ver­sorgung der Über­leben­den kooperiert ASF mit ver­schiede­nen Struk­turen, da es in ländlichen Regio­nen prak­tisch kein psy­chother­a­peutis­ches Ange­bot gibt. Zwei Fall­darstel­lun­gen zeigen, dass die Wirkung
indi­vidu­eller Psy­chother­a­pie begren­zt ist und durch Gemein­dear­beit, z.B. schulis­che Förderung und Arbeit­sange­bote, erweit­ert wer­den muss. Um gegen die Straflosigkeit bei den Tätern vorzuge­hen, kooperiert ASF so weit wie möglich mit dem Jus­tiz- und Polizeisys­tem und übt poli­tis­chen Druck aus. Eine Fall­darstel­lung zeigt auf, wie schwierig und lang­wierig die Proze­dur bis zur Inhaftierung des Täters sein kann. Eine inte­gri­erte medi­zinis­che, psy­chosozial-ther­a­peutis­che und rechtliche Hil­fe kann die Über­leben­den darin unter­stützen, Würde und Selb­stach­tung wieder herstellen.

Acid Vio­lence in Bangladesh
Med­ical, psy­choso­cial, psy­chother­a­peu­tic, and legal aspects
The arti­cle describes the psy­choso­cial, ther­a­peu­tic and legal ser­vices offered by the Acid Sur­vivors Foun­da­tion (ASF) in Bangladesh, an organ­i­sa­tion set up in 1999 by the author, which pro­vides a range of pro­fes­sion­al sup­port to the sur­vivors of acid attacks.
Two case descrip­tions demon­strate that it is usu­al­ly com­plex dynam­ics – often linked with the sub­jec­tive­ly and cul­tur­al­ly expe­ri­enced ‘affront to male hon­our’ – which leads to acid attacks. They are among the most bru­tal forms of vio­lence: the acid poured over the face and body very quick­ly eats through skin and tis­sue down as  far as the bone; the results are always dis­fig­ure­ment and often per­ma­nent disability.

The per­pe­tra­tors are almost always male, the vic­tims pre­dom­i­nant­ly female. The plas­tic surgery per­formed at ASF can only cor­rect the dam­age par­tial­ly. But the psy­choso­cial con­se­quences are grave: the vic­tims them­selves are often seen as being guilty and are stig­ma­tized; this results in the loss of social sup­port; social inter­ac­tion, mar­riage and hav­ing a fam­i­ly are much more dif­fi­cult; severe finan­cial bur­dens often fol­low. The per­pe­tra­tors are rarely pun­ished and often as a result of their bet­ter social sta­tus are able to con­tin­ue to exer­cise pres­sure on the vic­tims and threat­en them.
In order to pro­vide the psy­choso­cial and ther­a­peu­tic sup­port to the sur­vivors, ASF coop­er­ates with dif­fer­ent struc­tures since in rur­al regions there are prac­ti­cal­ly no psy­chother­a­peu­tic ser­vices. Two cas­es demon­strate that the effect of indi­vid­ual psy­chother­a­py is lim­it­ed and that also com­mu­ni­ty ser­vices must be pro­vid­ed, e.g. school­ing and employ­ment. To act against impuni­ty for the per­pe­tra­tors, ASF coop­er­ates as far as pos­si­ble with the jus­tice and police sys­tem and exer­cis­es polit­i­cal pres­sure. One case demon­strates how dif­fi­cult and time-con­sum­ing the pro­ce­dure can be until the per­pe­tra­tor is impris­oned. Inte­grat­ed med­ical, psy­choso­cial-ther­a­peu­tic and legal help can sup­port sur­vivors regain hon­our and self-respect.

Share