Schlagwort-Archive: Kinderrechte

Neuer Bericht über Menschenrechtsverletzungen an intergeschlechtlichen Kindern

Hal­lo liebe Leser*innen,

wir möcht­en euch auf den Research­bericht über Men­schen­rechtsver­let­zun­gen an intergeschlechtlichen Kindern  in Deutsch­land und Däne­mark hin­weisen. Diesem Bericht ging ein entsprechen­der Antrag auf der Jahresver­samm­lung in Dres­den vor zwei Jahren voraus.

HIER kön­nt ihr den Bericht herunterladen.

HIER kön­nt ihr den Artikel “Zurecht­geschnit­ten” aus dem kom­menden Amnesty-Jour­nal Juni/Juli 2017 lesen.

Ihr kön­nt hier den Bericht auch direkt herunt­laden: Amnesty-Bericht-Intergeschlechtlichkeit-Deutsch­land­Daen­e­mark-Mai2017

HIER kön­nt ihr die entsprechende Pressemit­teilung des Ärzteblatts lesen.

Hier der Begleit­text zur Berichtveröffentlichung:

10. Mai 2017 — “Nor­mal­isierende” Behand­lun­gen von Men­schen mit Vari­a­tio­nen der Geschlechtsmerk­male ver­stoßen gegen Rechte auf Gesund­heit und auf Selb­st­bes­tim­mung. Eltern und Betrof­fene wer­den nicht aus­re­ichend informiert und unter­stützt. Dies doku­men­tiert ein aktueller Amnesty-Bericht.

Men­schen, die in Deutsch­land mit ein­er Vari­a­tion der Geschlechtsmerk­male zur Welt kom­men, wer­den häu­fig als Kinder oder Jugendliche operiert oder hor­monellen Behand­lun­gen unter­zo­gen. Diese Ein­griffe sind unumkehrbar und kön­nen langfristige kör­per­liche und seel­is­che Fol­gen haben. Dies beschreibt der Amnesty-Bericht “Zum Wohle des Kindes? — Men­schen­rechtsver­let­zun­gen an intergeschlechtlichen Kindern in Deutsch­land und Däne­mark”. Amnesty führte ins­ge­samt rund 70 Inter­views mit Betrof­fe­nen und Aktivist_innen sowie mit Eltern, Ärzt_innen und Expert_innen.

Wenn Kinder ein­er Gen­i­tal­op­er­a­tion oder anderen Behand­lun­gen unter­zo­gen wer­den, so kann dies schwere kör­per­liche und seel­is­che Schä­den nach sich ziehen. Wer­den diese Behand­lun­gen ohne akute medi­zinis­che Notwendigkeit vorgenom­men, ver­stoßen sie gegen inter­na­tionale Men­schen­rechts­stan­dards wie die Rechte auf Gesund­heit und auf Selb­st­bes­tim­mung”, sagt Maja Liebing, Exper­tin für die Rechte von intergeschlechtlichen Men­schen bei Amnesty Inter­na­tion­al in Deutsch­land. Betrof­fene und Eltern berichteten Amnesty von wiederkehren­den Schmerzen und psy­chis­chen Problemen.

Die Auswirkun­gen dieser Ein­griffe sind bish­er kaum wis­senschaftlich unter­sucht: “In der Prax­is empfehlen Ärzt_innen den Eltern häu­fig Gen­i­tal­op­er­a­tio­nen, um die Kinder zu ’nor­mal­isieren’. Dabei wer­den die Eltern nur unzure­ichend über Meth­o­d­en und Fol­gen der Oper­a­tion informiert oder psy­chol­o­gisch unter­stützt”, so Liebing. Vie­len Betrof­fe­nen fehlen auch im Erwach­se­nenal­ter die notwendi­gen Infor­ma­tio­nen über die vorgenomme­nen Ein­griffe. “Wenn Ver­jährungs­fris­ten abge­laufen sind und rel­e­vante Infor­ma­tio­nen fehlen, ist es fast unmöglich, eine Entschädi­gung für die erfahre­nen Men­schen­rechtsver­let­zun­gen einzu­fordern”, kri­tisiert Liebing.

Zwar gibt es gute Leitlin­ien für die Behand­lung von Men­schen mit Vari­a­tio­nen der Geschlechtsmerk­male, diese sind jedoch nicht verbindlich genug,” so Liebing weit­er. “Amnesty fordert die Bun­desregierung deshalb auf, dies zu ändern und somit sicherzustellen, dass mit Aus­nahme von Not­fall­be­hand­lun­gen keine Ein­griffe durchge­führt wer­den. Jede Behand­lung sollte wenn möglich aufgeschoben wer­den, bis das Kind die Reife besitzt, um über seinen Kör­p­er mitzuentscheiden.”

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Nachrichtenbulletin traumatisierte Flüchtlingskinder

Lieber Leser*innen,

aus aktuellem Anlass ein knap­per Nachricht­en­bul­letin mit Mel­dun­gen zur trau­mather­a­peutis­chen Ver­sorgung von min­der­jähri­gen Flüchtlingen:

Jugendmedi­zin­er fordern psy­chother­a­peutis­chen Stufen­plan für Flüchtlingskinder (Deutsches Ärzteblatt Dezem­ber 2015)

Pädi­a­trische Grund­ver­sorgung von min­der­jähri­gen Flüchtlin­gen und Asyl­be­wer­bern der Komis­sion Glob­ale Kinderge­sund­heit der DAKJ e.V. (Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedi­zin; Novem­ber 2015)

Eine Fokusstudie des Bun­de­samts für Migra­tion und Flüchtlinge über “Unbe­gleit­ete Min­der­jährige in Deutsch­land” von Andreas Müller aus dem Jahr 2014 zum Vergleich

Ein flankieren­der Artikel dazu aus dem “Tagesspiegel” (18.08.2015)

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Unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge – Workshop bei Jugend@Amnesty

In Pas­sau fand am Woch­enende des 14./15.11.2015 das diesjährige Tre­f­fen „Jugend@Amnesty“ der jugendlichen Aktiv­en der deutschen Sek­tion statt. Auch dieses Jahr waren wir mit einem kleinen Work­shop, dieses Mal zum The­ma „Unbe­gleit­ete min­der­jährige Flüchtlinge“, vertreten. 
In per­sön­lich­er Runde erar­beit­ete die Gruppe zusam­m­men mit unserem Ref­er­enten inter­ak­tiv zunächst zwei reale Flucht­geschicht­en und glichen diese mit der Real­ität ab. 
Im zweit­en Teil tauschte frau/man sich sehr leb­haft über eigene Erfahrun­gen aus dem eige­nen Wirkungs­bere­ich aus und darüber, was rechtlich und prak­tisch verbessert wer­den kön­nte. Alle Teilnehmer*innen kon­nten neue Erken­nt­nisse und Erfahrun­gen aus dem Work­shop mit­nehmen. Das Woch­enende wurde von den trau­ri­gen Ereignis­sen in Paris über­schat­tet, die neben den geplanten The­men des Woch­enen­des für eini­gen Gesprächs- und Diskus­sion­sstoff sorgten. 

 

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Die Auswirkungen von Armut und Hunger auf kindliche Gehirnentwicklung

Hier kön­nen Sie den Artikel “Die Auswirkun­gen von Armut, Hunger und psy­cho-sozialer Not auf die prä­na­tale und frühkindliche Gehir­nen­twick­lung” von Peter Bop­pel aus dem Jahr 2008 herunterladen:

n2008 boppel.armut_gehirn

Der Artikel bezieht sich auf einen Vor­trag im Rah­men ein­er Tagung unseres Aktion­snet­zes Heil­berufe im Jahr 2008.

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Beschriebe­nen wer­den die Fol­gen von Hunger und psy­chis­chem Stress für das kindliche Gehirn, die prä­na­tal und frühkindlich auf die Mut­ter und auf das wach­sende Kind ein­wirken kön­nen. Es hat sich gezeigt, dass die Zeit der größten Schädi­gung in der Phase der Den­driten­bil­dung und ‑verknüp­fung um die Zeit der Geburt bis zum dritten/vierten Leben­s­jahr liegt. Die Schä­den kön­nen sehr erhe­blich und z. T. irre­versibel sein. Die Diskus­sion konzen­tri­ert sich auf die Frage, ob Mal­nu­tri­tion und psy­chis­ch­er Stress bei Mäd­chen eher zu depres­siv­en und bei den Jun­gen eher zu bor­der­line nahen Störungsmustern führen kön­nen. Let­ztere kön­nten bei Män­nern einen evo­lu­tiv­en Anpas­sung­sprozess zur Kriegerper­sön­lichkeit in Krisen­ge­bi­eten darstellen, während Frauen in ihrer Entwick­lung gehin­dert wer­den und damit gle­ichzeit­ig auch gesellschaftlich­es Leid und Elend per­pe­tu­iert wird.

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Traumatisierte Flüchtlingskinder. Therapeutische Behandlung im Spannungsfeld von individueller Bewältigung und kinderrechtlichem Notstand

Hier kön­nen Sie den Artikel “Trau­ma­tisierte Flüchtlingskinder. Ther­a­peutis­che Behand­lung im Span­nungs­feld von indi­vidu­eller Bewäl­ti­gung und kinder­rechtlichem Not­stand” von Sabine Haver­siek-Vogel­sang aus dem Jahr 2006 herunterladen:

2006 trau­mat fluechtlingskinder

Der Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 14, 2006, Nr. 1+2, S. 191–204

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Der Beitrag beleuchtet die Prob­lematik der ther­a­peutis­chen Ver­sorgung von trau­ma­tisierten Flüchtlingskindern und ‑jugendlichen unter den Bedin­gun­gen der herrschen­den kinder­rechtlichen Restrik­tio­nen in der Bun­desre­pub­lik. Der prekären ther­a­peutis­chen Ver­sorgungslage von Flüchtlingskindern und ‑jugendlichen wer­den die für sie gel­tenden inter­na­tionalen Kon­ven­tio­nen und Schutz­abkom­men gegenübergestellt.
Anhand von zwei Fal­lvi­gnetten aus der Arbeit am Behand­lungszen­trum für Folteropfer Berlin (bzfo) wird das per­sistierende Missver­hält­nis zwis­chen Anspruch und Prax­is der Ver­sorgung dieser beson­ders schutzbedürfti­gen Kinder und Jugendlichen illus­tri­ert. Am Beispiel der Bleiberecht­skam­pagne wird die Bedeu­tung von wirk­samer Öffentlichkeits- und Lob­b­yarbeit zur Absicherung von indi­vidu­ell erre­icht­en Ther­a­pieer­fol­gen aufgezeigt.

Trau­ma­tised Refugee Children
Psy­chother­a­py in the field of ten­sion between indi­vid­ual cop­ing and
prob­lems caused by inad­e­quate legislation.
This arti­cle takes a look at the spe­cif­ic prob­lems regard­ing ther­a­peu­tic offers for trau­ma­tized refugee chil­dren and ado­les­cents giv­en the restric­tions of the rights of chil­dren in the Ger­man Fed­er­al Repub­lic. The pre­car­i­ous sit­u­a­tion con­cern­ing ther­a­peu­tic care for refugee chil­dren and ado­les­cents is jux­ta­posed to the inter­na­tion­al con­ven­tions and pro­tec­tive agree­ments in effect for this group. Two cas­es from the work at the Berlin Cen­ter for the Treat­ment of Tor­ture Vic­tims (bzfo) exem­pli­fy the per­sist­ing dis­pro­por­tion between claims and prac­tice affect­ing the care of this specif­i­cal­ly vul­ner­a­ble group of chil­dren and ado­les­cents. The pre­sen­ta­tion of the „Bleiberecht­skam­pagne“ (the right to stay cam­paign) will illus­trate the impor­tance of effec­tive PR and lob­by­ing efforts to secure ther­a­py suc­cess­es in indi­vid­ual therapies.

 

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