Schlagwort-Archive: politische Gewalt

Ehemalige Kindersoldaten — Die (un)bewußte politische Identität

Hier kön­nen Sie den Artikel “Ehe­ma­lige Kinder­sol­dat­en — Die (un)bewußte poli­tis­che Iden­tität” von Gabriel­la Bian­co aus dem Jahr 1999 herunterladen:

1999 tbian­co kinder­sol­dat­en polit identität

Den Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 7, 1999, Nr. 1+2, S. 29 — 40

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Ein­lei­t­end wird die Insti­tu­tion vorgestellt, bei der die Autorin als Co-Ther­a­peutin­sowie Sprach- und Kul­tur­me­di­a­torin mit ehe­ma­li­gen Kinder­sol­dat­en in Berührung gekom­men ist. Dann wer­den glob­aler Umfang, Zwangsrekru­tierungswege und Einbindung
der Kinder­sol­dat­en in die kämpfend­en Grup­pen geschildert. Erzwun­gene Kom­plizen­schaft, Schuldge­füh­le der Geflo­henen, Haß gegen die Eltern und geringe pos­i­tive Bewäl­ti­gungsres­sourcen aus ihrer Sozial­i­sa­tion binden Kinder­sol­dat­en an die Sol­daten­gruppe, belas­ten ihr Über­leben nach dem Krieg und ihre Wiedereingliederung.
Hinzu kommt der Ver­lust der Bezugs­gruppe und deren ori­en­tieren­der Hier­ar­chie nach Flucht oder Kriegsende, die Angst vor ein­er Aus­liefer­ung und Exeku­tion (bei min­der­jähri­gen Flüchtlin­gen) sowie der völ­lige Bruch sozialer Nor­men (Umstel­lung von Gewalt auf gewalt­freie Kon­flik­tlö­sung). Als Folge bildet sich zumeist eine
PTSD-arti­gen Symp­to­matik, die als poli­tisch und gesellschaftlich verur­sachte Iden­tität­skrise begrif­f­en wer­den kann. Diese Sicht kann auch in der Unter­stützung von Reha­bil­i­ta­tion und Traum­abe­wäl­ti­gung bei ehe­ma­li­gen Kinder­sol­dat­en hil­fre­ich sein
(z.B. durch Ein­bezug kul­tur­spez­i­fis­ch­er Krankheit­skonzepte und Ressourcen).

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Doctors and torture — factual links and ethical aspects

Hier kön­nen Sie den englis­chen Artikel “Doc­tors and tor­ture — fac­tu­al links and eth­i­cal aspects” von Torsten Lucas herunterladen:

1997-12 doctors_and_torture

Lesen Sie zum Ein­stieg das Abstract:

 

Ärzte haben bezüglich Folter eine Schlüs­sel­rolle. Sie haben beru­flichen Zugang zu den Opfern oder deren Leich­na­men. Ihre Ein­stel­lung und ihr Ver­hal­ten kön­nen entschei­dend sein, für die Behand­lung und Unter­stützung Folterüber­leben­der und die
Durch­set­zung folter­be­zo­gen­er Präven­tion, oder aber für Ver­tuschung, das Deck­en von Folter­ern und die Sta­bil­isierung repres­siv­er Regime. Def­i­n­i­tion, Funk­tion und Fol­gen von Folter, sowie typ­is­che Umstände ihres Auftretens und epidemiologische
Aspek­te wer­den disku­tiert. Symp­tome von Folter, deren unzure­ichende Erken­nung durch Ärzte und ihre diag­nos­tis­che Einord­nung im Rah­men der post­trau­ma­tis­chen Belas­tungsstörung wer­den angesprochen.
Im Mit­telpunkt des Manuskriptes ste­ht die Analyse der fak­tis­chen Zusam­men­hänge zwis­chen Arzt und Folter. Deren gesamtes Spek­trum wird dargestellt und anhand authen­tis­ch­er Beispiele illus­tri­ert. Ärzte kön­nen als Behan­del­nde oder Experten nach
der Folter die Über­leben­den stärken. Medi­zin­er kön­nen aber auch als Behan­dler oder ‘Experten’ während der Folter in Erschei­n­ung treten. Sie kön­nen an Bestra­fun­gen Verurteil­ter teil­nehmen, die der Folter gle­ichkom­men (‘legale Folter’), wie Aus­peitschun­gen, Zwangsam­pu­ta­tio­nen, oder legalen Hin­rich­tun­gen, bis hin zur
Explan­ta­tion von Orga­nen zum Tode verurteil­ter Gefan­gener zu
Trans­plan­ta­tion­szweck­en. Gewis­senhafte Ärzte, die sich trotz Ein­schüchterun­gen weigern, gegen ihre Standesethik zu ver­stoßen, gefährden ihre Kar­riere, ihre Fam­i­lien und sich selb­st. Viele wer­den ver­fol­gt oder inhaftiert und zahlre­iche Ärzte sind Opfer von ‘Ver­schwinden­lassen’ oder poli­tis­chen Mor­den gewor­den. Die Rolle
von Ärzten wird angesichts der fehlen­den Umset­zung existieren­der beruf­sethis­ch­er Dekla­ra­tio­nen disku­tiert. Während Medi­zin­er, die sich in Illi­nois, USA, aktiv an Hin­rich­tun­gen beteili­gen, bar bezahlt und per Gesetz vor den Diszi­pli­na­rauss­chüssen ihrer Beruf­s­gruppe geschützt wer­den, set­zen sich nur wenige medizinische
Berufsver­bände entschlossen für ver­fol­gte Kol­le­gen ein, die drin­gend die Unter­stützung benöti­gen, die ihnen in der Erk­lärung von Tokio seit­ens des Weltärztebun­des zugesichert wurde. Um ihre Glaub­würdigkeit zu wahren, muß die Ärzteschaft entschlossen­er gegen Medi­zin­er vorge­hen, die sich an Über­grif­f­en beteiligen,
während ehren­hafte und mutige Kol­le­gen, wenn stille Diplo­matie scheit­ert, durch die Mobil­isierung weltweit­er Öffentlichkeit geschützt wer­den müssen.

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Wie kommen Menschen dazu zu foltern?

Der Artikel von 1997 geht der Frage vor allem aus der psy­chol­o­gis­chen Per­spek­tive nach, warum Men­schen foltern von Dr. Ulrike Heck­el und Dr. Peter Boppel:

1997 warum_foltern_menschen

Hier kön­nen Sie den Anfang des kurzen Artikels lesen:

 

Dik­ta­toren, Folterknechte, Inquisi­toren: der Schreck­en hat seine Beamte, genau wie die Post oder die Banken, und er wird ange­wandt, weil er nötig ist. Es han­delt sich nicht um eine Verschwörung
von Per­versen. (Eduar­do Galeano)
Vertei­di­ger der Folter benutzen gewöhn­lich das Argu­ment der Zweck­mäßigkeit: Rebellen oder Ter­ror­is­ten, die das Leben Unschuldiger aufs Spiel set­zen und Bürg­er und Staat gefährden,
müßten mit allen Mit­teln bekämpft wer­den. Zweck des Folterns ist es jedoch, Infor­ma­tio­nen zu erhal­ten, poli­tis­che Geg­n­er in Angst zu ver­set­zen und sie von poli­tis­chen Aktiv­itäten abzuhal­ten, ihr Umfeld, bzw. ganze Bevölkerungsan­teile einzuschüchtern und ihre Sinn — und
Leben­szusam­men­hänge zu zerstören.

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Human Rights Violations and the Health Professions: Caught Between Conscience and Complicity

Dies ist der erste Artikel unser­er Inter­net­zeitung aus dem Jahr 1995, eine Arbeit von Torsten Lucas und Chris­t­ian Pross über die Mitar­beit von Heil­beru­flern in Men­schen­rechtsver­brechen auf Englisch.

Den Artikel kön­nen Sie hier als .pdf herunterladen:

1995 human_rights and health pro­fes­sions lucas pross

 

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