Schlagwort-Archive: sexuelle Gewalt

Gewalt gegen Frauen, Mitteilung anlässlich des Weltfrauentages

Anlässlich des Welt­frauen­t­ages am 08.03.2014 möcht­en wir auf unsere Artikel aus dem The­men­feld “Frauen und Men­schen­rechte” hinweisen:

Ägypten — Demon­stran­tinnen zu Jungfräulichkeit­stests gezwun­gen (2011)

Herrschaft und Gewalt: Psy­chother­a­pie mit verge­waltigten und gefolterten Frauen (1999)

Die Rechte von Frauen im Stre­it zwis­chen Men­schen­recht­suni­ver­sal­is­mus und Kul­tur­rel­a­tivis­mus (2004)

Ris­ing from the Ash­es. Säure­at­ten­tate in Banglade­sch — Medi­zinis­che, psy­chosozial-ther­a­peutis­che und rechtliche Aspek­te (2006)

Die Frauenko­gruppe der deutschen Sek­tion hat anlässlich des Welt­frauen­t­ages Aktio­nen vorbereitet:

http://www.amnesty-frauen.de/

Außer­dem möcht­en wir auf den kür­zlicht veröf­fentlichen Bericht über Gewalt gegen Frauen in der EU hin­weisen. Hier zwei Artikel dazu aus der Süd­deutschen Zeitung vom 05.11.2014:

http://www.sueddeutsche.de/panorama/eu-studie-jede-dritte-frau-ist-opfer-von-gewalt‑1.1904508

http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/585398/Bei-Akademikern-ist-es-am-schlimmsten

 

 

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Die Rechte von Frauen im Streit zwischen Menschenrechtsuniversalismus und Kulturrelativismus

Hier kön­nen Sie den Artikel “Die Rechte von Frauen im Stre­it zwis­chen Men­schen­recht­suni­ver­sal­is­mus und Kul­tur­rel­a­tivis­mus” von Sido­nia Blät­tler aus dem Jahr 2004 herunterladen:

2004 blaet­tler_­men­schen­rechte_-_frauen­rechte tagung 2004

Dieser Artikel wurde als Vor­trag auf unser­er Jahresta­gung in Köln am 13. Novem­ber 2004 gehalten.

Den Beginn des Texts kön­nen Sie hier lesen:

In den let­zen zwei Jahrzehn­ten sind die Men­schen­rechte zu einem Schlüs­sel­be­griff unseres poli­tis­chen Selb­stver­ständ­niss­es gewor­den. In den wis­senschaftlichen wie in den poli­tis­chen Diskus­sio­nen haben sie eine Ver­tiefung und Ausweitung erfahren, die unter anderem durch die ver­mehrte Berück­sich­ti­gung der Leben­sre­al­itäten von Frauen und Kindern charak­ter­isiert ist. Ein Beispiel dafür waren die erschüt­tern­den Berichte aus dem östlichen Sudan, die sich allerd­ings nur kurzzeit­ig in den Medi­en hal­ten kon­nten. In ihnen wur­den sex­uelle Gewaltver­brechen gegen Frauen deut­lich her­vorge­hoben und als Teil der sys­tem­a­tis­chen Angriffe auf die Zivil­bevölkerung inter­pretiert, die von Milizen und Regierungstrup­pen ter­ror­isiert, ver­trieben und gemordet wird. Par­al­lel zur Ausweitung und Ver­tiefung jedoch sieht sich das tra­di­tionelle Men­schen­rechtsver­ständ­nis, wonach die Men­schen­rechte uni­versell und unbe­d­ingt gel­ten, fortwähren­den Infragestel­lun­gen aus­ge­set­zt. Staat­en ver­wehren sich gegen men­schen­rechtliche Kri­tik mit dem Ver­weis auf ihre Sou­veränität. Ihre Abwehr find­et Unter­stützung durch die Forderung nach Ankerken­nung kul­tureller Selb­st­bes­tim­mung, wie sie im Gefolge der Dekolo­nial­isierungspoli­tik artikuliert wird, sowie durch kul­tur­rel­a­tivis­tis­che Posi­tio­nen, die besagen, dass alle Nor­men immer nur rel­a­tiv zu ein­er bes­timmten Kul­tur gel­ten und deshalb einzig aus der Per­spek­tive dieser Kul­tur beurteilt wer­den kön­nen – und beurteilt wer­den dürfen.
Der Anspruch auf Dif­ferenz und kul­turelle Autonomie bet­rifft die Men­schen­rechte von Frauen in beson­der­er Weise. Denn häu­fig wird das Geschlechter­ver­hält­nis als Kern der kul­turellen Iden­tität betra­chtet. Und meist sind es die Frauen, die für die Bewahrung von Sit­ten und Gebräuchen ein­er Kul­tur haupt­säch­lich ver­ant­wortlich gemacht wer­den. In meinem Beitrag wird es darum gehen, dieses Span­nungs­feld zwis­chen Men­schen­recht­en von Frauen und dem Recht auf kul­turelle Selb­st­bes­tim­mung ein Stück weit zu analysieren. Der Vor­trag ist in drei Teile gegliedert. Da die Beschrei­bung von Men­schen­rechtsver­let­zun­gen von Frauen davon abhängt, wie die Men­schen­rechte konzep­tu­al­isiert wer­den, beginne ich mit dem Begriff der Men­schen­rechte. In einem zweit­en Teil frage ich, wie Frauen­rechte ver­standen wer­den sollen. Im drit­ten Teil disku­tiere ich den Gedanken der kul­turellen Iden­tität und den Gel­tungsanspruch des Rechts auf kul­turelle Selbstbestimmung.
Ich beginne also mit der Frage: Was sind Menschenrechte?

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Herrschaft und Gewalt: Psychotherapie mit vergewaltigten und gefolterten Frauen

Hier kön­nen Sie den Artikel “Herrschaft und Gewalt:
Psy­chother­a­pie mit verge­waltigten und gefolterten Frauen” von Gabriel­la Bian­co aus dem Jahr 1999 herunterladen:

1999 tbit­ten­bi psyschother­a­pie verge­waltigte gefolterte frauen

Den Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 7, 1999, Nr. 1+2, S. 41 — 58

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Der Beitrag faßt den Forschungs­stand zu Erk­lärungsan­sätzen, Fol­gen und Bewäl­ti­gungsmöglichkeit­en zusam­men. Verge­wal­ti­gung ist nicht als sex­uelle Trieb­hand­lung zu begreifen, son­dern als extreme Gren­zver­let­zung, Form der Herrschaft und Angriff auf das weib­liche Kör­p­er- und Selb­st­bild sowie Selb­st­wert­sys­tem. Sie schafft ein Lebens­ge­fühl der Macht- und Hil­flosigkeit, ver­bun­den mit Beschw­er­den vor allem in den Bere­ichen Äng­ste, psy­cho­so­ma­tis­che Symp­tome und Depres­sio­nen; dafür wer­den Befunde aus drei ther­a­peutis­chen Fall­stu­di­en aufge­führt. Als zen­trales Moment der Ver­ar­beitung­sprozesse wird eine Phase des „Vergessen-Wol­lens“ her­vorge­hoben. Für die ther­a­peutis­che Bear­beitung kann vor allem die Unter­stützung eines Per­spek­tivwan­dels und die Arbeit an der kog­ni­tiv­en Bew­er­tung wichtig sein; Voraus­set­zun­gen und Merk­male dieses Zugangs wer­den charak­ter­isiert und an einem Fall­bericht verdeutlicht.
Zu ein­er bewußten Auseinan­der­set­zung gehören schließlich auch Trauern und Erin­nern, deren Unterbindung mit sekundär­er Trau­ma­tisierung ver­bun­den sein kön­nen; betrof­fene Frauen wie Helferin­nen ste­hen in einem Dilem­ma zwis­chen Reden und Schweigen, zu dessen Aufhe­bung ein gesichert­er Rah­men sehr wichtig ist.

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