Schlagwort-Archive: Stasi

Realitätsdiffussionen infolge psychischer Folter. Untersuchungshaft durch die Staatssicherheit der DDR

Hier kön­nen Sie den Artikel “Real­itäts­d­if­fus­sio­nen infolge psy­chis­ch­er Folter. Unter­suchung­shaft durch die Staatssicher­heit der DDR” von Petra Morawe aus dem Jahr 2001 herunterladen:

2001 psy­chis­che folter DDR Morawe

Dieser Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 8, 2000, Nr. 4, und Jg. 9, 2001, Nr. 1, S. 381 ‑396

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Der Beitrag begrün­det die Ver­wen­dung des Begriffs der „psy­chis­chen Folter“ und erläutert die poli­tis­che Zielset­zung der DDR-Staats- und Parteiführung, die zur Umstruk­turierung des MfS in den 60er Jahren führte. Die in der Fol­gezeit vom MfS bewußt und gezielt einge­set­zten Iso­la­tions- und Depri­va­tionsver­fahren sowie ver­schiedene Psy­chotech­niken ließen kom­plexe psy­chis­che Extrem­si­t­u­a­tio­nen entste­hen. Es wird aufgezeigt, wie diese psy­chis­chen Extrem­si­t­u­a­tio­nen auf die Unter­suchung­shäftlinge wirk­ten. Grund­lage dafür sind Inter­views mit ehe­ma­li­gen poli­tis­chen Häftlin­gen, die zwis­chen 1960 und 1989 in Berlin-Hohen­schön­hausen in Unter­suchung­shaft der Staatssicher­heit waren. Ihre Erzäh­lun­gen zeigen struk­turelle Übere­in­stim­mungen in der Art und Weise des Erin­nerns bzw. der Unsicher­heit über das Erin­nerte und die unsichere Ahnung über das Ver­drängte, kurz „Real­itäts­d­if­fu­sio­nen“. Ursachen und Ver­läufe wer­den an Inter­view­ma­te­r­i­al dargestellt und typol­o­gisch zusam­menge­faßt. Ziel der Staatssicher­heit war es, die Per­sön­lichkeit des Häftlings zu desta­bil­isieren, um in den Vernehmungen die größt­mögliche Aus­sage­bere­itschaft erzwin­gen und das Aus­sagev­er­hal­ten bee­in­flussen zu kön­nen. Das Wis­sen um Absicht­en, Ziele und Meth­o­d­en der Staatssicher­heit sowie der poli­tis­chen Strafjus­tiz ist notwendig, um ehe­ma­li­gen poli­tis­chen Häftlin­gen bei der schwieri­gen Rekon­struk­tion des Geschehenen und beim Umgang mit den erlit­te­nen Trau­men helfen zu können.

Share

Kommunikationsverhalten nach politischer Haft in der DDR — Entwicklung eines Fragebogens zum Offenlegen der Traumaerfahrungen

Hier kön­nen Sie den Artikel “Kom­mu­nika­tionsver­hal­ten nach poli­tis­ch­er Haft in der DDR — Entwick­lung eines Fragebogens
zum Offen­le­gen der Trau­maer­fahrun­gen” von Julia Müller, André Beaudu­cel, Johannes Rasch­ka und Andreas Maer­ck­er aus dem Jahr 2001 herunterladen:

2001 trau­maer­fahrung kom­mu­nika­tion ddr Mueller

Dieser Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 8, 2000, Nr. 4, und Jg. 9, 2001, Nr. 1, S. 413 — 427

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Das Offen­le­gen trau­ma­tis­ch­er Erfahrun­gen wird als wichtige sozialpsy­chol­o­gis­che Vari­able für die Gesun­dung von Trau­mafol­gen ange­se­hen. Der Beitrag präsen­tiert die Entwick­lung eines Frage­bo­gens zu diesem Kon­strukt. 178 ehe­mals poli­tisch Inhaftierten der DDR wurde der Frage­bo­gen­pro­to­typ mit 65 Items zusam­men mit Stan­dard­maßen für post­trau­ma­tis­che Belas­tungsstörung und soziale Unter­stützung vorgelegt. Ermit­telt wurde eine dreifak­to­rielle Lösung und daraus die Sub­skalen „Bedin­gun­gen des Redens“ (13 Items), „Bedin­gun­gen des Schweigens“ (11 Items) und „emo­tionale Reak­tio­nen“ (10 Items) kon­stru­iert. Die psy­chome­trischen Ken­nwerte sind zufrieden­stel­lend. Der Artikel stellt die Rel­e­vanz für die Unter­suchungs­gruppe ehe­mals poli­tisch Inhaftiert­er dar und disku­tiert Implikationen.

Com­mu­ni­ca­tion after polit­i­cal impris­on­ment: Dis­clo­sure of the trau­mat­ic experiences.

Abstract: Dis­clo­sure of trau­mat­ic expe­ri­ence is regard­ed as an impor­tant social psy­cho­log­i­cal vari­able for recov­ery of trau­ma-con­se­quences. This arti­cle presents the devel­op­ment of a ques­tion­naire con­cern­ing this con­struct. 178 for­mer East Ger­man polit­i­cal pris­on­ers answered the 65 items pro­to­type ques­tion­naire, togeth­er with stan­dard mea­sures of post­trau­mat­ic stress dis­or­der and social sup­port. A three-fac­to­r­i­al solu­tion was found, and the sub­scales “con­di­tions of talk­ing” (13 items), “con­di­tions of say­ing noth­ing” (11 items) and “emo­tion­al reac­tions” (10 items) were derived. Psy­cho­me­t­ric val­ues are sat­is­fac­to­ry. The arti­cle then dis­cuss­es impli­ca­tions for for­mer polit­i­cal prisoners.

Share