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Unbewußte Liebesbeziehung zum Folterer“? Kritik und Alternativen zu einer „Psychodynamik der traumatischen Reaktion“

Hier kön­nen Sie den Artikel “„Unbe­wußte Liebes­beziehung zum Folter­er“? Kri­tik und Alter­na­tiv­en zu ein­er „Psy­cho­dy­namik der trau­ma­tis­chen Reak­tion“” von Frei­hart Regen­er aus dem Jahr 2001 herunterladen:

2001 psy­cho­dy­namik trau­ma­tis­che reak­tion Regner

Dieser Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 8, 2000, Nr. 4, und Jg. 9, 2001, Nr. 1, S. 429 — 452

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Der Beitrag set­zt sich kri­tisch mit einem tiefenpsy­chotrau­ma­tol­o­gis­chen Mod­ell auseinan­der, welch­es annimmt, der Kern trau­ma­tis­ch­er Reak­tion nach (poli­tis­ch­er) Ver­fol­gung beste­he in ein­er „unbe­wußten, hart­näck­ig ver­drängten Liebes­beziehung zum Täter/Folterer“ – in dem Sinne, wie jedes Kleinkind exis­ten­tiell auf die Liebe sein­er Eltern angewiesen ist –, was es in der Über­tra­gung aufzudeck­en und durchzuar­beit­en gelte. Es wird gezeigt, daß dieser Kon­struk­tion neben ihrem Ver­di­enst eine Rei­he von ther­a­pie-the­o­retis­chen Defiziten, Ein­seit­igkeit­en und Ide­olo­ge­men zugrunde liegen –ungenü­gende Beach­tung des poli­tis­chen Kon­textes und der exis­ten­tiellen Dimen­sion, glob­al­isieren­des Regres­sion­spar­a­dig­ma, selek­tive klin­is­che Erfahrung, Metapsy­chol­o­gis­mus,  Über­tra­gungs-/Ge­genüber­tra­gungs­fix­ierung. Dies kann u.U. in riskan­ter ther­a­peutis­ch­er Prax­is resul­tieren. Es wird auf überzeu­gen­der erscheinende, u.a. psy­cho­an­a­lytisch ori­en­tierte Alter­na­tiv­en hingewiesen: (1) das im Zusam­men­hang mit
poli­tis­ch­er Repres­sion von chilenis­chen Ther­a­peuten entwick­elte Konzept des „vin­cu­lo com­pro­meti­do“ (einge­gan­gene Bindung, d.h. men­schen­rechtlich­es Partei-Ergreifen für den Ver­fol­gten), (2) eine wenig deu­tende, grund­sät­zlich empathisch und nar­ra­tiv ori­en­tierte Hal­tung, (3) die Inte­gra­tive Ther­a­pie mit ihren „vier Wegen der Heilung und Förderung“, wobei nicht zulet­zt der ‘vierte Weg’ der Etablierung sol­i­darisch­er Net­zw­erk­er­fahrun­gen für poli­tisch Ver­fol­gte wesentliche Bedeu­tung besitzt.

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Doctors and torture — factual links and ethical aspects

Hier kön­nen Sie den englis­chen Artikel “Doc­tors and tor­ture — fac­tu­al links and eth­i­cal aspects” von Torsten Lucas herunterladen:

1997-12 doctors_and_torture

Lesen Sie zum Ein­stieg das Abstract:

 

Ärzte haben bezüglich Folter eine Schlüs­sel­rolle. Sie haben beru­flichen Zugang zu den Opfern oder deren Leich­na­men. Ihre Ein­stel­lung und ihr Ver­hal­ten kön­nen entschei­dend sein, für die Behand­lung und Unter­stützung Folterüber­leben­der und die
Durch­set­zung folter­be­zo­gen­er Präven­tion, oder aber für Ver­tuschung, das Deck­en von Folter­ern und die Sta­bil­isierung repres­siv­er Regime. Def­i­n­i­tion, Funk­tion und Fol­gen von Folter, sowie typ­is­che Umstände ihres Auftretens und epidemiologische
Aspek­te wer­den disku­tiert. Symp­tome von Folter, deren unzure­ichende Erken­nung durch Ärzte und ihre diag­nos­tis­che Einord­nung im Rah­men der post­trau­ma­tis­chen Belas­tungsstörung wer­den angesprochen.
Im Mit­telpunkt des Manuskriptes ste­ht die Analyse der fak­tis­chen Zusam­men­hänge zwis­chen Arzt und Folter. Deren gesamtes Spek­trum wird dargestellt und anhand authen­tis­ch­er Beispiele illus­tri­ert. Ärzte kön­nen als Behan­del­nde oder Experten nach
der Folter die Über­leben­den stärken. Medi­zin­er kön­nen aber auch als Behan­dler oder ‘Experten’ während der Folter in Erschei­n­ung treten. Sie kön­nen an Bestra­fun­gen Verurteil­ter teil­nehmen, die der Folter gle­ichkom­men (‘legale Folter’), wie Aus­peitschun­gen, Zwangsam­pu­ta­tio­nen, oder legalen Hin­rich­tun­gen, bis hin zur
Explan­ta­tion von Orga­nen zum Tode verurteil­ter Gefan­gener zu
Trans­plan­ta­tion­szweck­en. Gewis­senhafte Ärzte, die sich trotz Ein­schüchterun­gen weigern, gegen ihre Standesethik zu ver­stoßen, gefährden ihre Kar­riere, ihre Fam­i­lien und sich selb­st. Viele wer­den ver­fol­gt oder inhaftiert und zahlre­iche Ärzte sind Opfer von ‘Ver­schwinden­lassen’ oder poli­tis­chen Mor­den gewor­den. Die Rolle
von Ärzten wird angesichts der fehlen­den Umset­zung existieren­der beruf­sethis­ch­er Dekla­ra­tio­nen disku­tiert. Während Medi­zin­er, die sich in Illi­nois, USA, aktiv an Hin­rich­tun­gen beteili­gen, bar bezahlt und per Gesetz vor den Diszi­pli­na­rauss­chüssen ihrer Beruf­s­gruppe geschützt wer­den, set­zen sich nur wenige medizinische
Berufsver­bände entschlossen für ver­fol­gte Kol­le­gen ein, die drin­gend die Unter­stützung benöti­gen, die ihnen in der Erk­lärung von Tokio seit­ens des Weltärztebun­des zugesichert wurde. Um ihre Glaub­würdigkeit zu wahren, muß die Ärzteschaft entschlossen­er gegen Medi­zin­er vorge­hen, die sich an Über­grif­f­en beteiligen,
während ehren­hafte und mutige Kol­le­gen, wenn stille Diplo­matie scheit­ert, durch die Mobil­isierung weltweit­er Öffentlichkeit geschützt wer­den müssen.

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Doctors and Torture — factual links and ethical aspects

Dies ist ein englis­ch­er Artikel von Torsten Lucas über die Beziehun­gen von Ärzten zu Folter und die ethis­chen Aspek­te davon aus dem Jahr 1997:

1997-12 doctors_and_torture

Hier find­en Sie den Anfang des Texts:

Ärzte haben bezüglich Folter eine Schlüs­sel­rolle. Sie haben beru­flichen Zugang zu den Opfern oder deren Leich­na­men. Ihre Ein­stel­lung und ihr Ver­hal­ten kön­nen entschei­dend sein, für die Behand­lung und Unter­stützung Folterüber­leben­der und die
Durch­set­zung folter­be­zo­gen­er Präven­tion, oder aber für Ver­tuschung, das Deck­en von Folter­ern und die Sta­bil­isierung repres­siv­er Regime. Def­i­n­i­tion, Funk­tion und Fol­gen von Folter, sowie typ­is­che Umstände ihres Auftretens und epidemio-logische
Aspek­te wer­den disku­tiert. Symp­tome von Folter, deren unzure­ichende Erken­nung durch Ärzte und ihre diag­nos­tis­che Einord­nung im Rah­men der post­trau­ma­tis­chen Belas­tungsstörung wer­den ange­sprochen. Im Mit­telpunkt des Manuskriptes ste­ht die Analyse der fak­tis­chen Zusam­men­hänge zwis­chen Arzt und Folter. Deren gesamtes Spek­trum wird dargestellt und anhand authen­tis­ch­er Beispiele illus­tri­ert. Ärzte kön­nen als Behan­del­nde  oder Experten nach der Folter die Über­leben­den stärken. Medi­zin­er kön­nen aber auch als Behan­dler oder ‘Experten’ während der Folter in Erschei­n­ung treten. Sie kön­nen an Bestra­fun­gen Verurteil­ter teil­nehmen, die der Folter gle­ichkom­men (‘legale Folter’), wie
Aus­peitschun­gen, Zwangsam­pu­ta­tio­nen, oder legalen Hin­rich­tun­gen, bis hin zur Explan­ta­tion von Orga­nen zum Tode verurteil­ter Gefan­gener zu Trans­plan­ta­tion­szweck­en. Gewis­senhafte Ärzte, die sich trotz Ein­schüchterun­gen weigern, gegen ihre Standesethik zu ver­stoßen, gefährden ihre Kar­riere, ihre Fam­i­lien und sich selb­st. Viele wer­den ver­fol­gt oder inhaftiert und zahlre­iche Ärzte
sind Opfer von ‘Ver­schwinden­lassen’ oder poli­tis­chen Mor­den gewor­den. Die Rolle von Ärzten wird angesichts der fehlen­den Umset­zung existieren­der beruf­sethis­ch­er Dekla­ra­tio­nen disku­tiert. Während Medi­zin­er, die sich in Illi­nois, USA, aktiv an Hin­rich­tun­gen beteili­gen, bar bezahlt und per Gesetz vor den   Diszi­pli­na­rauss­chüssen ihrer Beruf­s­gruppe geschützt wer­den, set­zen sich nur wenige medi­zinis­che Berufsver­bände entschlossen für ver­fol­gte Kol­le­gen ein, die drin­gend die Unter­stützung benöti­gen, die ihnen in der Erk­lärung von Tokio seit­ens des Weltärztebundes
zugesichert wurde. Um ihre Glaub­würdigkeit zu wahren, muß die Ärzteschaft entschlossen­er gegen Medi­zin­er vorge­hen, die sich an Über­grif­f­en beteili­gen, während ehren­hafte und mutige Kol­le­gen, wenn stille Diplo­matie scheit­ert, durch die Mobil­isierung weltweit­er Öffentlichkeit geschützt wer­den müssen.

 

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Die unerträgliche Gleichgültigkeit gegenüber Folter

Artikel unser­er Inter­net­zeitung von Torsten Lucas, den Sie hier herun­ter­laden können:

1996 gle­ichgueltigkeit ggü folter lucas

Aus der Ein­leitung des Artikels:

Durch die Behand­lung von Gefolterten, die Durch­führung der Leichen­schau oder andere
beru­fliche Auf­gaben wer­den Ärzte, Psy­cholo­gen und Pfle­gende bei gravieren-den
Men­schen­rechtsver­stößen zu Mitwissern. Die Schlüs­sel­rolle medi­zinis­chen Per­son­als bei der
Aufdeck­ung, oder aber bei der Dul­dung, der “Legit­imierung” und der Vertuschung
organ­isiert­er Gewalt wird bis heute verkan­nt oder ver­drängt. Men­schen­rechtsver­let­zun­gen mit
schw­eren gesund­heitlichen Fol­gen haben epi­demis­che Aus­maße. 50 Jahre nach den
Nürn­berg­er Ärzteprozessen gibt es weltweit nur wenige medi­zinis­che Berufsver­bände, die
wenn von Präven­tion die Rede ist, neben Imp­fun­gen, Rauchen und Ernährung auch an Folter
denken. Nicht ein­mal die Behand­lung Folterüber­leben­der wird the­ma­tisiert und unterstützt.
Der fol­gende Beitrag schildert Ver­fol­gungss­chick­sale von Ange­höri­gen der Heil-berufe und
stellt die Ursachen und das Aus­maß ihrer Kom­plizen- und Täter­schaft anhand konkreter
Beispiele dar. Daneben wird über Ziele, Arbeitsweise und Erfolg-reiche Inter­ven­tio­nen des
Aktion­snet­zes der Heil­berufe von ai berichtet, in dem sich weltweit über 10.000 in allen
Bere­ichen des Gesund­heitswe­sens Tätige zusam­mengeschlossen haben. Als Faz­it ergibt sich
die Forderung nach Präven­tion und einem stärk­eren inter­na­tionalen Engage­ment ärztlicher
Standes­or­gan­i­sa­tio­nen und ander­er Ver­bände der Heil­berufe für die Opfer organ­isiert­er Gewalt
und gegen die Beteili­gung im Gesund­heitswe­sen Tätiger an Menschenrechtsverletzungen.

 

 

 

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