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Medical Action aus Pakistan bis zum 30. 4. verschicken

Liebe Fre­undin­nen und Fre­unde des Amnesty-Aktion­snetz Heilberufe,

die heutige Med­ical Action han­delt von Moham­mad Asghar in Pak­istan. Moham­mad wurde auf­grund der pak­istanis­chen Blas­phemiege­set­ze zum Tode verurteilt und befind­et sich zurzeit im Adi­ala-Gefäng­nis in Rawalpin­di. Ihm wird vorge­wor­fen, sich in Briefen als Prophet aus­gegeben zu haben. Er lei­de an Wah­n­vorstel­lun­gen und in Schot­t­land wurde bei ihm eine para­noide Schiz­o­phre­nie diag­nos­tiziert. Sein psy­chis­ch­er Zus­tand hat sich im Gefäng­nis rapi­de ver­schlechtert. Eine Unter­suchung vom Psy­chi­ater und eine angemessene medi­zinis­che Ver­sorgung wer­den ihm ver­wehrt. Bitte ver­schick­en Sie die bei­den ange­hängten Briefe per Post oder E‑Mail bis zum 30. April 2014. Alter­na­tiv kön­nen Sie auch wieder die Online-Ver­sion benutzen:
Hier find­en Sie die Briefe (auf der Seite des Briefs mit Recht­sklick auf “Ziel spe­ich­ern unter” herunteladen):
Pakistan Hintergründe Pakistan Brief 2 Pakistan Brief 1
 
Vie­len Dank und Grüße
 
Euer Aktion­snetz Heilberufe
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Mediziner und Todesstrafe

Der Artikel “Medi­zin­er und Todesstrafe: Täter, Opfer, Gutachter” von PD Dr. med. Michael Huber, Uni­ver­sität Köln, und Torsten Lucas, Men­schen­rechts­beauf­tragter der Ärztekam­mer Berlin, hier zum Download:

1996 mediziner_und_todesstrafe

Dies ist der Anfang des Artikels:

I Was haben Ärzte mit Hin­rich­tun­gen zu tun? Brisante Fakten.
Das Aus­maß gravieren­der Fol­gen von Men­schen­rechtsver­let­zun­gen auf die kör­per­liche und psy­chis­che Gesund­heit von Men­schen läßt sich — da es auch von Medi­zin­ern bis­lang kaum wahrgenom­men, bzw. benan­nt wurde — wohl am ehesten als “ver­bor­gene Epi­demie” beschreiben. Von Unfallchirur­gen über Psy­chi­ater, bis hin zu Patholo­gen, sind Ärzte aller Fachrich­tun­gen an der Behand­lung der Fol­gen oder
der Begutach­tung der Opfer beteiligt. Durch die Behand­lung von
Folterüber­leben­den, die Fest­stel­lung des Todes bei Hin­rich­tun­gen, die Durch­führung der Leichen­schau bei unklar­er — oder ein­deutig durch äußere Gewal­tein­wirkung bed­ingter — Todesur­sache oder andere beru­fliche Auf­gaben ger­at­en Medi­zin­er und andere Heil­beru­fler in Gewis­senskon­flik­te und unter Druck. Vielfach find­et dabei eine Ver­strick­ung in Tätigkeit­en statt, die den ethis­chen Prinzip­i­en der Heil­berufe grund­sät­zlich wider­sprechen. So auch bei der Ver­hän­gung der Todesstrafe und bei Exekutionen.
Cur­ran & Cas­sel, 1980, sprechen in diesem Zusam­men­hang von ein­er “Kor­rup­tion und Aus­beu­tung der gesellschaftlichen Rolle der Heil­berufe”. Die Instru­men­tal­isierung von Ärzten find­et vor allem mit dem Ziel statt, die gesellschaftliche Akzep­tanz der Todesstrafe zu ver­größern; ste­hen Ärzte doch seit Hip­pokrates für hohe ethis­che Maßstäbe und sug­geriert ihre Teil­nahme eine “saubere und schmer­zlose” Hinrichtung.
Ärztliche Tätigkeit­en im Zusam­men­hang mit der Todesstrafe kön­nen viele Facetten haben: Die Begutach­tung Angeklagter bezüglich  Zurech­nungs­fähigkeit, bzw. psy­chis­ch­er Krankheit oder geistiger Behin­derung, die Behand­lung zum Tode Verurteil­ter bis zum Zeit­punkt der Hin­rich­tung, die Beurteilung der soge­nan­nten “Hin­rich­tungs­fähigkeit”, aber auch die Beteili­gung medi­zinis­chen Per­son­als an der Vor­bere­itung und Durch­führung von Hin­rich­tun­gen, sowie an anschließenden
Orga­nent­nah­men zum Zwecke der Trans­plan­ta­tion. His­torisch gese­hen haben Ärzte außer­dem bei der Entwick­lung und Ver­feinerung von Hin­rich­tung­stech­niken eine Schlüs­sel­rolle gespielt (1,2,3).

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