Schlagwort-Archive: Türkei

Freispruch für Prof. Sebnem Korur Fincanci und Prof. Gencay Gürsoy in Istanbul

Wir möcht­en auf fol­gende Pressemit­teilung der IPPNW vom 14. Juli 2020 hinweisen:

Freis­pruch für Prof. Seb­nem Korur Fin­can­ci und Prof. Gen­cay Gür­soy in Istanbul

Die IPPNW begrüßt den Freis­pruch von Prof. Seb­nem Korur Fin­can­ci und Prof. Gen­cay Gür­soy am 7. Juli 2020 durch das “Gericht für schwere Straftat­en” in Istan­bul. Mit mehr als 2.000 anderen Akademiker*innen hat­ten die bei­den Anfang 2016 einen Frieden­sap­pell unterze­ich­net, der sich gegen die unver­hält­nis­mäßi­gen Mil­itär­op­er­a­tio­nen im Südosten des Lan­des richtete, die mas­siv gegen die Men­schen­rechte ver­stießen: „We will not be a par­ty to this crime.” Tausende der Unterzeichner*innen wur­den daraufhin ent­lassen, mehr als 800 ver­haftet und 204 zu Gefäng­nis­strafen von ein bis drei Jahren verurteilt. So auch Seb­nem Korur Fin­can­ci und Gen­cay Gür­soy am 12. Dezem­ber 2018.

Am 26. August 2019 hob das Beru­fungs­gericht die Urteile mit Ver­weis auf die Mei­n­ungs­frei­heit auf und ver­wies sie zurück an das Gericht für schwere Straftat­en nach Istan­bul, wo jet­zt der Freis­pruch erfol­gte. “Wir erwarten, dass auch die übri­gen Angeklagten freige­sprochen wer­den und die Ent­lasse­nen wieder ihre Arbeit an den Uni­ver­sitäten des Lan­des aufnehmen kön­nen,” erk­lärte IPP­NW-Ärztin Gisela Penteker.

Prof. Seb­nem Korur Fin­can­ci ist eine inter­na­tion­al bekan­nte und anerkan­nte Rechtsmedi­ziner­in, die bei der Aufkärung von Kriegsver­brechen z.B. in Bosnien beteiligt war. Sie ist die Vor­sitzende der Türkischen Men­schen­rechtss­tiftung und eine der maßge­blichen Ver­fasserin­nen des Istan­bul-Pro­tokolls zum Nach­weis von Folter, das als UN-Doku­ment aufgenom­men wurde. Sie ist eine uner­müdliche und uner­schrock­ene Kämpferin für die Men­schen­rechte und ist deshalb immer wieder ins Visi­er des Staates ger­at­en. Wegen weit­er­er ange­blich­er Verge­hen muss sie sich vor Gericht noch ver­ant­worten. Amnesty Inter­na­tion­al und die Ärz­teor­gan­i­sa­tion IPPNW Deutsch­land arbeit­en seit vie­len Jahren gerne und ver­trauensvoll mit ihr zusammen.

Prof. Korur Fin­can­ci ist mit ihrer pro­fun­den Sachken­nt­nis und ihrer leb­haften Fre­undlichkeit ein gern gese­hen­er Gast bei mehreren Ver­anstal­tun­gen gewe­sen und 2011 mit dem inter­na­tionalen medi­zinis­chen Frieden­spreis aus­geze­ich­net worden.

Vor der Gerichtsver­hand­lung am 7. Juli in Istan­bul haben Seb­nem Korur Fin­can­ci und Gen­cay Gür­soy darauf hingewiesen, dass die Umstände, die zum Frieden­sap­pell geführt haben, weit­er fortbeste­hen. Immer noch wer­den im Südosten der Türkei täglich Men­schen willkür­lich ver­haftet, gewählte Bürgermeister*innen abge­set­zt, Parteivertreter ver­fol­gt und die Lebens­grund­lage viel­er Men­schen zer­stört. Sie wer­den sich weit­er für die Achtung der Men­schen­rechte in der Türkei und weltweit einsetzen.

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Prof. Dr. Şebnem Korur Fincancı von Physicians for Human Rights geehrt

Liebe Leser*innen,

die Men­schen­recht­sor­gan­i­sa­tion Physi­cians for Human Rights (PHR; NY, USA) hat bei sein­er jährlichen Spenden­gala Prof. Dr. Seb­nem Korur Fin­can­ci, Präsi­dentin der Human Rights Foun­da­tion of TurkeyTürkiye Insan Hak­lari Vak­fi (HRFT/TIHV) für ihre Arbeit geehrt. Aktuell ist sie in einem von vie­len Seit­en kri­tisierten Prozess in der Türkei angeklagt. Sie ist Mitau­torin der Anti-Folterkon­ven­tion “Istan­bul-Pro­tokoll” und Jahrzehnte in der Men­schen­rechts­be­we­gung aktiv.

Hier die Pressemit­teilung der PHR

Hier die Web­site der HRFT/TIHV.

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Zwischenbericht Prozess gegen Serdar Küni

Wir möcht­en auf fol­gen­den Sach­bericht auf Basis der Infor­ma­tio­nen der Men­schen­rechtss­tiftung der Türkei (TIHV) hin­weisen. Es han­delt sich nicht um offizielle Mei­n­un­gen oder Infor­ma­tio­nen von Amnesty Inter­na­tion­al, trotz­dem möcht­en wir euch hierüber informieren:

Am 25.4.2018 fand der Beru­fung­sprozeß gegen Ser­dar Küni vor dem Bezirks­gericht in Shir­nak statt, wurde aber gle­ich wieder auf den 24. Sep­tem­ber 2018 vertagt. Zur Erin­nerung: Dr. med.Serdar Küni hat während der Belagerung und Beschießung sein­er kur­dis­chen Heimat­stadt Cisre durch türkisches Mil­itär Ver­wun­dete als Arzt behan­delt. Deshalb wurde er wegen Ter­ror­is­te­nun­ter­stützung inhaftiert, angeklagt und in der erste Instanz zu vier Jahren und zwei Monat­en Gefäng­nis verurteilt. Sein Beispiel hat weltweit große Empörung her­vorgerufen, selb­st der Weltärztebund hat sich detail­liert zu seinem Fall geäußert. Der erste Prozeß wurde inten­siv inter­na­tion­al beobachtet. Die Kri­tik an der Prozeßführung im ersten Prozeß führte dann zur Aufhe­bung des Urteils und zur Rück­ver­weisung an das unsprüngliche Gericht. Solange das Urteil nicht recht­skräftig wird, wurde Dr. Ser­dar Küni aus dem Gefäng­nis ent­lassen und lebt zur Zeit mit sein­er Fam­i­lie in Cizre. Er darf nicht reisen und Besuche außer­halb der Türkei machen. Die lange Ungewißheit zehrt stark an den Ner­ven aller, die durch diesen Prozeß direkt und indi­rekt betrof­fen sind.

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Türkische Ärztekammerrepräsentant*innen festgenommen

Liebe Leser*innen,

Der türkische Ärzte­ver­band (TTB, www.ttb.org.tr) und seine in der Öffentlichkeit bekan­nten Mit­glieder wer­den mas­siv bedro­ht. Grund dafür ist eine Erk­lärung des Ver­ban­des vom 24. Jan­u­ar. Darin fordert er die Beendi­gung des türkischen Mil­itärein­satzes im nordsyrischen Afrin. Der Ver­band hat beim Gou­verneur von Ankara den Schutz sein­er Mit­glieder und Büros beantragt, bis­lang aber keine Reak­tion darauf erhalten.

Hier kön­nt ihr an ein­er Online-Urgent Action teil­nehmen in Brief­form oder als Email (bitte auf diesen Satz klicken).

Hier kön­nt ihr beruf­sständis­che Stel­lung­nah­men lesen:

Arrest of Turk­ish Med­ical Asso­ci­a­tion Lead­ers con­demned by WMA

CPME con­demns arrest of Turk­ish med­ical asso­ci­a­tion leaders

Des weit­eren kön­nt ihr Press­es­tim­men zu dieser Nachricht finden:

Ärzteblatt vom 31.01.2018

Ärzteblatt vom 02.02.2018 über die Stel­lung­nahme der EU hierzu

Bericht über die öster­re­ichis­che Stel­lung­nahme zu der Ver­haf­tung vom 31.01.2018

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