Schlagwort-Archive: Urgent Action

Türkische Ärztekammerrepräsentant*innen festgenommen

Liebe Leser*innen,

Der türkische Ärzte­ver­band (TTB, www.ttb.org.tr) und seine in der Öffentlichkeit bekan­nten Mit­glieder wer­den mas­siv bedro­ht. Grund dafür ist eine Erk­lärung des Ver­ban­des vom 24. Jan­u­ar. Darin fordert er die Beendi­gung des türkischen Mil­itärein­satzes im nordsyrischen Afrin. Der Ver­band hat beim Gou­verneur von Ankara den Schutz sein­er Mit­glieder und Büros beantragt, bis­lang aber keine Reak­tion darauf erhalten.

Hier kön­nt ihr an ein­er Online-Urgent Action teil­nehmen in Brief­form oder als Email (bitte auf diesen Satz klicken).

Hier kön­nt ihr beruf­sständis­che Stel­lung­nah­men lesen:

Arrest of Turk­ish Med­ical Asso­ci­a­tion Lead­ers con­demned by WMA

CPME con­demns arrest of Turk­ish med­ical asso­ci­a­tion leaders

Des weit­eren kön­nt ihr Press­es­tim­men zu dieser Nachricht finden:

Ärzteblatt vom 31.01.2018

Ärzteblatt vom 02.02.2018 über die Stel­lung­nahme der EU hierzu

Bericht über die öster­re­ichis­che Stel­lung­nahme zu der Ver­haf­tung vom 31.01.2018

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Aktion: Unbegründete Haft des türkischen Amnesty-Vorsitzenden Taner Kiliç

Der Vor­standsvor­sitzende von Amnesty Inter­na­tion­al in der Türkei, Tan­er Kılıç, wurde am 6. Juni in Izmir ver­haftet. Er wird beschuldigt, Mit­glied ein­er ter­ror­is­tis­chen Vere­ini­gung zu sein und soll ange­blich der Bewe­gung von Fethul­lah Gülen nah­este­hen. Am ver­gan­genen Fre­itag ord­nete ein Gericht Unter­suchung­shaft an.

Die gegen Tan­er Kılıç erhobe­nen Vor­würfe ent­behren jeglich­er Grund­lage. Er ist wed­er Mit­glied noch Unter­stützer der Gülen-Bewe­gung, son­dern hat sich vielmehr kri­tisch zur Rolle dieser Bewe­gung in der Türkei geäußert.

Set­ze dich jet­zt für Tan­er Kil­ic ein. 

Tan­er Kılıç muss sofort freige­lassen wer­den und die gegen ihn gerichteten Vor­würfe müssen fal­l­en­ge­lassen werden.

Tan­er Kılıç engagiert sich seit Jahrzehn­ten uner­müdlich und lei­den­schaftlich für die Men­schen­rechte. Jet­zt müssen wir uns für ihn einsetzen!

Werde aktiv: Mach mit bei unser­er “Urgent Action” und fordere die sofor­tige Freilas­sung von Tan­er Kılıç!

 

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Online-Urgent Action für medizinische Behandlung von Zeynab Jalalian

Liebe Leser*innen,

Zeynab Jalalian ver­büßt derzeit eine lebenslange Haft­strafe, zu der sie nach einem grob unfairen Ver­fahren verurteilt wurde. Sie gehört der kur­dis­chen Min­der­heit im Iran an. Die Behör­den ver­weigern ihr noch immer die fachärztliche Behand­lung, die sie auf­grund ein­er sich ver­schlim­mern­den Augen­erkrankung drin­gend benötigt. Sie läuft Gefahr, ihr Augen­licht zu verlieren.

Euer Amnesty-Aktion­snetz Heil­berufe in Koop­er­a­tion mit der Län­derko­gruppe Iran

 

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Update zum Fall Raif Badawi

Liebe Leser*innen,

hier noch mal eine Zusam­men­fas­sung des Falls und die Geschehnisse der let­zten Wochen. Zudem haben wir ein paar Medi­en­berichte hinzuge­fügt, die sich mit Badawi und seinem Schick­sal beschäftigen.

Raif Badawi istin akuter Gefahr gefoltert zu 
wer­den, weil er sein Recht auf Mei­n­ungs­frei­heit­wahr genom­men hat.

Er hat 2008 die Web­seite „Sau­di-Ara­bis­che­Lib­erale“ gegrün­det. Auf
dieser hat er zu einem öffentlichen Mei­n­ungsaus­tauschüber poli­tis­che,  soziale und religiöse The­men aufgerufen. Die Anklage,die gegen Raif Badawi erhoben wurde, stützte sich auf mehrere sein­er Artikel.Er wurde schließlich wegen der Grün­dung der Web­seite (= Ver­stoß gegen das­Ge­setz zur Infor­ma­tion­stech­nolo­gie) und wegen „Belei­di­gung des 
Islam“verurteilt. Nach einem lan­gen juris­tis­chen Tauziehen wurde er im
Mai 2014zu zehn Jahren Haft und 1000 Stockschlä­gen verurteilt worden. 
Des Weit­eren wurde ihm ein anschließen­des Rei­se­ver­bot von zehn Jahren,
ein Ver­wen­dungsver­bot­für Medi­enkanäle und eine Geld­strafe von ein­er Mil­lion Sau­di-Riyal (etwa195 000 Euro) aufer­legt. Anfang des Jahres wur­den die­Stock­hiebe das erste Mal voll­streckt. Ein Augen­zeuge berichtete Amnesty von der öffentlichen Folter des saud­is­chen Aktivis­ten am 9. Jan­u­ar 2015: Raif Badawi erhielt gefes­selt auf einem Platz vor der Al-Jafali-Moscheein Dschid­da 50 Hiebe. Schaulustige ver­sam­melten sich um ihn herum. An seinem­Gesicht sei abzule­sen gewe­sen, dass er bei dieser Tor­tur und Demü­ti­gung­große Schmerzen hat­te. Die noch gegen ihn ausste­hen­den 950 Stockschlägekön­nten im Laufe der kom­menden Wochen voll­streckt werden.
Am 16.1. sowie 23.01. wur­dendie Schläge offiziell auf­grund des 

gesund­heitlichen Zus­tands von Raif Badaw­inicht voll­streckt. Trotz 

dessen beste­ht die Strafe weit­er und ihm dro­htins­ge­samt 20 Wochen lang
diese schreck­liche Tortur.
Bere­its am 15. Jan­u­ar protestierten­wir seit­ens des SdS und Bezirks vor
der sau­di-ara­bis­chen Botschaft in Berlin und über­gaben rund 50.000 Briefe und Unter­schriften, die wir in den let­zten­Wochen in Deutsch­land gesam­melt haben u.a. im Brief­marathon und an Schulen. Am Don­ner­stag den 22.01. ver­sucht­en wir noch ein­mal den Druck auf die sau­di-ara­bis­che Regierung zu erhöhen, die Folter an Raif Badawi zu stop­pen. Etwa 150 Mit­glieder und Unter­stützer ver­sam­melten sich vor der Botschaft um gegen die Stock­hiebe für Raif Badawi zu protestieren. Dabei war dies­mal auch unsere Gen­er­alsekretärin Selmin Caliskan. Promi­nente Unter­stützung erhielt die Aktion unter anderem durch den 
Bun­desvor­sitzen­den von Bündnis90/Die Grü­nen Cem Özdemir, die
Schaus­pielerin Kat­ja Rie­mann und den Leit­er der Akademie der Kün­ste, Klaus Staeck sowie Reporter ohne Gren­zen. Auch dies­mal wur­den wieder Briefe und Peti­tio­nen übergeben. Ins­ge­samt wur­den 91.000 gesam­melte Unter­schriften in Form von aus­ge­druck­ten Online-Unter­schriften sowie einige Schüler­briefe direkt übergeben.
Doch nicht nur in Deutsch­land find­en Aktio­nen gegen die Folter und das
Urteil an Raif Badawi und für die Mei­n­ungs­frei­heit statt. Weltweit haben bere­its über 867.000 Men­schenin Appellen ihrem Protest in diesem Fall Aus­druck ver­liehen. In Deutsch­land liegt diese Zahl mit Stand heute bei über 97.000.

Hier find­et ihr einige Videos zu dem Thema:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/446#/beitrag/video/2328452/ZDF-heute-journal-vom-23-Januar-2015
http://www.faz.net/aktuell/politik/nach-verurteilung-amnesty-protestiert-fuer-die-freiheit-von-blogger-badawi-13385895.html
http://www.dw.de/viel-solidarit%C3%A4t-mit-raif-badawi/av-18209869
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/446#/beitrag/video/2327614/Widerstand-gegen-Badawi-Auspeitschung

In Deutsch­land wird es in den näch­sten Wochen in Berlin vor der 

Saud­is­chen Botschaft, sowie in Frank­furtvor dem Saudischen 

Gen­er­alkon­sulat, ehre­namtliche Mah­nwachen geben, umden Druck auf die
Saud­is­che Regierung aufrecht zu erhalten.
Wenn ihr euch kurzfristig  andiesen Mah­nwachen beteili­gen oder selb­st
eine machen wollt, beispiel­swei­sein Fußgänger­zo­nen, wäre jet­zt eine gute Zeit dafür, weil der Fall zur Zeit­bekan­nt ist und teil­weise auch unter „Je suis Raif Badawi“ kur­siert bzw. weil wir kurzfristig die voll­ständi­ge Aus­set­zung der Kör­per­strafe sowiedie Freilas­sung von Badawi erre­ichen wollen. Mate­ri­alien kön­nt Ihr als Amnesty-Mit­glieder bzw. lokale Grup­pen bei uns anfordern.

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