Aktion Bahrain: Freilassung des politischen Gefangenen Dr. ‘Ali ‘Esa Mansoor al-‘Ekri

Bitte nehmen Sie an unser­er Aktion zur Freilas­sung von Dr. ‘Ali ‘Esa Man­soor al-‘Ekri teil. Die Aktion find­en Sie hier:

https://www.amnesty.ie/content/dr-ali-alekri-consultant-surgeon-prisoner-conscience

Den Brief an den König von Bahrain und seinen Innen­min­is­ter kön­nt ihr hier herun­ter­laden: 2016-03 open let­ter dr.ali al-ekri dt. uebersetzung

Die weit­eren Infor­ma­tio­nen kön­nt ihr hier lesen:

Dr. ‘Ali ‘Esa Man­soor al-‘Ekri ist ein Facharzt der Chirurgie, der eine fün­fjährige Gefäng­nis­strafe im Jaw-Gefäng­nis in Bahrain absitzt. Er ist ein poli­tis­ch­er Gefan­gener, auss­chließlich inhaftiert wegen der Ausübung seines Rechts auf Mei­n­ungs­frei­heit, Ver­samm­lung und Vereinigung.

Er trat seine fün­fjährige Haft­strafe am zweit­en Okto­ber 2012 an. Dr. al-Ekri wurde am Roy­al Col­lege of Sur­geons in Irland aus­ge­bildet und arbeit­ete dort im Tem­ple Street Kranken­haus und im Crumlin’s Kinderkrankenhaus.

Dr. ‘Ali ‘Esa Man­soor al-‘Ekri wurde am 17. März 2011 im Oper­a­tionssaal des Salmaniya Medi­zinkom­plex in Man­a­ma ver­haftet. ‘Ali ‘Esa Man­soor al-‘Ekri ist ein Spezial­ist für oper­a­tive, pädi­a­trische Orthopädie und wurde am Roy­al Col­lege of Sur­geons in Irland aus­ge­bildet. Er war ein­er von 48 Heil­beru­flern, die im März und April 2011 infolge großer Proteste an der al-Farooq Kreuzung (früher bekan­nt als der Perlen-Kreisverkehr) in der Haupt­stadt Man­a­ma festgenom­men wur­den. Die 48 Per­so­n­en waren haupt­säch­lich Sanitäter*innen, Pflegekräfte und Ärzt*innen aus dem al-Salmaniya Medi­zinkom­plex. Er wurde festgenom­men, weil er laut­stark die exzes­sive Gewalt gegenüber inter­na­tionalen Medi­en anprangerte, die von bewaffneten Kräften gegen friedliche Demon­stran­ten während der Proteste von Feb­ru­ar bis März 2011 angewen­det wor­den ist. 

Er wurde während sein­er Haft gefoltert. In ein­er Aus­sage, veröf­fentlicht im Okto­ber 2011, sagte er:

Während dieser Zeit [des Verhörs]wurde ich allen möglichen For­men der Folter aus­ge­set­zt: Schla­gen mit Met­all­stan­gen, Plas­tikschläuchen und Holzbret­tern, Treten, Faustschlä­gen und Schläge vor allem gegen den Kopf, Ohren und den Rück­en. Ich musste mir die Schreie ander­er Men­schen unter Folter anhören. Ich wurde mit Polizei­hun­den bedro­ht, die in meine Zelle gebracht wur­den, und sie zwan­gen mich das Bellen von Hun­den nachzuah­men, sie zwan­gen mich den Zel­len­bo­den zu leck­en, die Sohlen ihrer Schule und sie zwan­gen mich Fäkalien zu essen. 

Ich wurde auch sex­uell belästigt und mit Verge­wal­ti­gung bedro­ht… Ich wurde eine Woche lang vom Schlafen abge­hal­ten und jedes Mal, wenn ich meine Augen schloss, wurde ich von laut­en Schreien geweckt oder davon, dass jemand kaltes Wass­er über mich schüt­tete… Die Folter war so heftig, dass ich mehrere Male ver­suchte meinen Arm zu brechen oder meinen Kopf gegen die Wand zu schla­gen und dro­hte mich selb­st umzubrin­gen, aber ich hat­te damit keinen Erfolg… Ich wurde gezwun­gen den Besitz von Waf­fen zu „geste­hen“, Anführer ein­er Miliz zu sein und das Kranken­haus zu beset­zen. Am näch­sten Tag wurde das Ver­hör fort­ge­set­zt und ein neuer Vernehmungs­beamter kam, der mir dro­hte mich mit sein­er Pis­tole zu töten.“ 

In einem Artikel, der Anfang Okto­ber veröf­fentlicht wurde, schrieb ‘Ali ‘Esa Man­soor al-‘Ekri, dass er seine Oper­a­tions­fer­tigkeit ver­lerne und zu sein­er Arbeit zurück­kehren möchte, um Kinder zu behan­deln, da er in Bahrain gebraucht wird. 

Offen­er Brief der Heilberufler*innen

Amnesty Inter­na­tion­al glaubt, dass Aktivist*innen und darunter vor allem Heilberufler*innen eine bedeu­tende Rolle spie­len kön­nen, um gegen die Inhaftierung von ‘Ali ‘Esa Man­soor al-‘Ekri aufzutreten, weil er ver­let­zte, friedliche Demon­stran­ten behan­delt und die Gewalt gegen sie kri­tisiert hat.

Wir haben einen offe­nen Brief veröf­fentlicht, den hof­fentlich möglichst viele Unterstützer*innen unterze­ich­nen. Dieser Brief ver­langt ‘Ali ‘Esa Man­soor al-‘Ekris sofor­tige und bedin­gungslose Ent­las­sung. Wir wer­den diesen Brief öffentlich ver­wen­den, um Aufmerk­samkeit für seine Sit­u­a­tion zu gewin­nen, neben dem direk­ten Versenden an die Behör­den Bahrains.

Bitte sehen Sie sich den offe­nen Brief an. 

Wir fordern Aktivist*innen, ins­beson­dere Heilberufler*innen und medi­zinis­che Insti­tu­tio­nen auf ‘Ali ‘Esa Man­soor al-‘Ekris direk­te Ent­las­sung durch das Anschreiben der Behör­den Bahrains zu fordern.

Bei weit­eren Fra­gen schreiben Sie bitte an smurphy@amnesty.ie.

englis­che Quelle der irischen Sek­tion von Amnesty International:

https://www.amnesty.ie/content/open-letter-dr-ali-al-ekri-medical-professionals

 

 

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Informationsplattform “Gesundheit für Geflüchtete” für Fachleute und die Öffentlichkeit

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möcht­en auf das Infor­ma­tion­sportal “Gesund­heit für Geflüchtete”, gefördert von medico inter­na­tion­al, aufmerk­sam machen. Es wer­den hier prak­tis­che Infor­ma­tio­nen zur Ver­sorgung von Geflüchteten (rechtliche Grund­la­gen, prak­tis­che Ver­sicherungs­fra­gen, For­mu­la­rprob­leme etc.) gegeben. Die Seite ist unter www.gesundheit-gefluechtete.info zu erreichen.

Hier der Infor­ma­tion­s­text von medico inter­na­tion­al zu dieser Seite:

Auf­grund von unklaren Regelun­gen und fach­lichen Wis­sens­de­fiziten wird die Gesund­heitsver­sorgung von Geflüchteten verkom­pliziert, verzögert und ver­schlechtert. Die Infor­ma­tion­splat­tform www.gesundheit-gefluechtete.info hat das Ziel, Akteure aus Poli­tik, Ver­wal­tung und Gesund­heitswe­sen über die kom­plexe rechtliche Sit­u­a­tion im Gesund­heits­bere­ich aufzuklären.
„Die Infor­ma­tion­splat­tform soll dazu beitra­gen, dass beste­hende Rechte bess­er wahrgenom­men und umge­set­zt wer­den. Angesichts deutsch­land- und europaweit fortschre­i­t­en­der Gefährdung der Grun­drechte Schutz suchen­der Men­schen ist das notwendig gewor­den“ sagt Mir­jam Schülle von der Medi­zinis­chen Flüchtling­shil­fe Biele­feld, eine der Koor­di­na­torin­nen der Plattform.
ww.gesundheit-gefluechtete.info informiert über den Imple­men­tierungs­stand der elek­tro­n­is­chen Gesund­heit­skarte in den einzel­nen Bun­deslän­dern, mögliche Vor- und Nachteile der Gesund­heit­skarte und des Kranken­scheins. Die rechtlichen Grund­la­gen sowohl der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land als auch der EU wer­den detail­liert erläutert. Zudem wer­den die aktuellen poli­tis­chen Entwick­lun­gen der Geset­zesän­derun­gen zur Gesund­heitsver­sorgung als Blo­gein­träge gelis­tet. Alle Men­schen, die in Deutsch­land leben, haben über die deutsche Ver­fas­sung und die UN-Men­schen­rechtschar­ta das Recht auf gesund­heitliche Ver­sorgung. „Für Per­so­n­en aber, die auf eine Entschei­dung in ihrem Asylver­fahren warten, die in Deutsch­land nur geduldet sind oder keinen gülti­gen Aufen­thaltssta­tus haben, ste­hen diesem Recht viele Bar­ri­eren gegenüber, beispiel­sweise Ein­schränkun­gen durch das Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz, Aufen­thalts­beschränkun­gen sowie bürokratis­che Schwierigkeit­en“ erläutert Dr. med. Vera Bergmey­er vom Medinetz Bremen.
„Auch wenn mit der Ein­führung der elek­tro­n­is­chen Gesund­heit­skarte ein Schritt in die richtige Rich­tung gemacht wurde, führen die genan­nten Ein­schränkun­gen zu Verzögerun­gen und der Voren­thal­tung von Leis­tun­gen mit gesund­heitlichen Fol­gen und zum Teil drama­tis­chen Schä­den für die Betrof­fe­nen“, sagt Anne Jung von medico international.
Für Inter­viewwün­sche wen­den Sie sich bitte an:
— Mir­jam Schülle, Medi­zinis­che Flüchtling­shil­fe Biele­feld:  mfh@ak-asyl.info oder Tel. 0160–6593229
— Anne Jung, medico-Gesund­heit­sref­er­entin: jung@medico.de oder Tel. 0179–17072816
— Die Autor*innen der Web­site sind Mitwirk­ende lokaler Medinet­ze, Medi­zinis­ch­er Flüchtling­shil­fen oder Med­ibüros aus Berlin, Biele­feld, Bonn, Bre­men, Düs­sel­dorf, Freiburg, Gießen, Göt­tin­gen, Jena, Kiel, Magde­burg und Mar­burg. Diese sind im Bere­ich der Gesund­heitsver­sorgung für Geflüchtete und Migrant*innen ohne zure­ichen­den Kranken­schutz tätig. Das mul­ti­diszi­plinäre Team von Autor*innen dieser Web­site arbeit­et v. a. in den Bere­ichen Human­medi­zin, Psy­cholo­gie, Gesund­heits- und Rechtswis­senschaften. Unter­stützt wird die Infor­ma­tion­splat­tform von der Hil­fs- und Men­schen­recht­sor­gan­i­sa­tion medico international.

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