Eine Armee entläßt ihre traumatisierten Kindersoldaten in eine ungewisse Zukunft

Hier kön­nen Sie den Artikel “Eine Armee entläßt ihre trau­ma­tisierten Kinder­sol­dat­en in eine ungewisse Zukun­ft” von Dr. Ulrike Heckl aus dem Jahr 1999 herunterladen:

1999 kinder­sol­dat­en traumatisierung

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

An vie­len Kriegss­chau­plätzen der Welt wer­den Kinder, Jun­gen wie auch Mäd­chen, für die Inter­essen der kriegführen­den Parteien funk­tion­al­isiert und unter Gewal­tan­wen­dung und oft auch unter Dro­gen zum Töten gezwun­gen. So wer­den sie nicht nur zu Opfern, son­dern auch zu Tätern gemacht. Nicht immer kön­nen diese trau­ma­tis­chen Erfahrun­gen, die zu ein­er fun­da­men­tal­en Erschüt­terung des Selb­st- und des Weltver­ständ­niss­es führen, in der Fam­i­lie oder Gemein­schaft aufge­fan­gen wer­den. Für eine Resozial­isierung dieser kriegstrau­ma­tisierten Kinder müssen Wege gesucht und gefun­den wer­den, die es ihnen ermöglichen, aus ihrem Trau­ma her­auszufind­en, ohne es zu negieren, damit sie ler­nen kön­nen, ihr Selb­st­wert­ge­fühl zu rekon­stru­ieren. Unter der Leitung des Psy­cholo­gen Boia Efraime Junior wurde in Mosam­bik das Pro­jekt „Recon­stru­in­do a Esper­anΧa“ aufge­baut, das dem kul­turellen Kon­text wie auch den gesellschaftlichen Bedin­gun­gen Rech­nung trägt und eine Zusam­me­nar­beit von Psy­cholo­gen, Ärzten und tra­di­tionellen Heil­ern erprobt. Das Zusam­men­wirken der von außen hereinge­tra­ge­nen west­lichen Psy­cholo­gie und der afrikanis­chen Heilkun­st als lokales Behand­lungssys­tem, soll den entwurzel­ten Kindern helfen, ihr seel­is­ches Gle­ichgewicht wieder zu erlangen.

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Anleitung zur Folter in Lateinamerika. Die internationale Dimension

Hier kön­nen Sie den Artikel “Anleitung zur Folter in Lateinamerika.
Die inter­na­tionale Dimen­sion” von Wolf­gang F. Heinz aus dem Jahr 1999 herunterladen:

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Der Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 7, 1999, Nr. 1+2, S. 9 — 18

Hier kön­nen Sie die Zusam­men­fas­sung lesen:
Der Beitrag befaßt sich mit der Weit­er­gabe von Wis­sen über Folter­meth­o­d­en und Tech­niken der Folter aus dem Aus­land, ins­beson­dere den USA, an Polizei und Mil­itär in Lateinameri­ka in den 70er und 80er Jahren. Seit 1950 wur­den Zehn­tausende lateinamerikanis­ch­er Mil­itärs und Polizis­ten an US-Mil­itärschulen, namentlich der „U.S. Army School of the Amer­i­c­as“ (SOA), aus­ge­bildet. Lange Zeit war es schwierig zu bele­gen und zu recher­chieren, ob und wie in diesen Aus­bil­dun­gen auch Folter­meth­o­d­en gelehrt wur­den. Jedoch beweisen 1996 vom Pen­ta­gon auszugsweise veröf­fentlichte Lehrbüch­er für Geheim­di­enst-Train­ingskurse in Lateinameri­ka und für die
SOA, daß Folter, Exeku­tion und Erpres­sung von amerikanis­ch­er Seite dur­chaus befür­wortet und — z.T. detail­lierte — Anleitun­gen dafür aus­gegeben wur­den. Auch die CIA hat Mil­itär in Lateinameri­ka — beispiel­sweise in Hon­duras — Ausbildungshandbücher
zugänglich gemacht, in denen Ver­hör- und Zwangsmeth­o­d­en gelehrt wer­den, die zur „weißen Psy­chofolter“ gerech­net wer­den. Inzwis­chen gewin­nen deshalb poli­tis­che und zivile Ini­tia­tiv­en an Ein­fluß, die auf eine Schließung der SOA hinarbeiten.

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Traumatisierte Flüchtlinge und Überlebende von Folter in der Asylgesetzgebung von 1998 — Flüchtlings-Kinder in der Generationenfolge

Hier kön­nen Sie den Artikel “Trau­ma­tisierte Flüchtlinge und Über­lebende von Folter in der Asylge­set­zge­bung von 1998 -
Flüchtlings-Kinder in der Gen­er­a­tio­nen­folge” von Wal­traud Wirt­gen aus dem Jahr 1999 herunterladen:

1999 fluechtlingskinder trau­ma twirtgen

Der Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 7, 1999, Nr. 1+2, S. 151 — 163

Die Zusam­men­fas­sung kön­nen Sie hier lesen:
Aus der Arbeit des Beratungs- und Behand­lungszen­trums für Flüchtlinge und Folteropfer REFUGIO München wird die Fort­set­zung trau­ma­tisieren­der Prozesse durch die Asyl- und  Aus­län­derge­set­zge­bung dargestellt. Ein legaler Zugang zu Schutz und
Asyl in Deutsch­land ist fak­tisch nicht mehr gegeben: Auf­grund ihrer Sprachlosigkeit (ein Haupt­symp­tom ihrer Trau­mafol­gen) und ihrer in der Sit­u­a­tion i.a. durch sie nicht beweis­baren „staatlichen“ Ver­fol­gung wird der Asy­lantrag der Flüchtlinge i.d.R. bere­its in der Erstan­hörung beim Bun­de­samt für die Anerken­nung aus­ländis­ch­er Flüchtlinge (BAFL) abgelehnt. Fol­gen des fehlen­den Schutzes, ein­er adäquaten
Behand­lung und der ständi­gen Angst vor der dro­hen­den Abschiebung sind Chronifizierung von kör­per­lichen und psy­cho­so­ma­tis­chen Folter­fol­gen, Depres­sio­nen und
Angst­neu­rosen. Als Hauptlei­d­tra­gende geben Flüchtlingskinder ihre trau­ma­tis­chen Erfahrun­gen, die fehlende emo­tionale Zuwen­dung ihrer trau­ma­tisierten Eltern und deren häu­fige psy­chis­che „Ver­steinerung“ an die näch­sten Gen­er­a­tio­nen weit­er. Angeboten
psy­chosozialer Unter­stützung bleibt zumeist nur eine Krisen- und „Feuer­wehr“- Funk­tion; angemessene Hil­fe und Behand­lung sind unter den gegen­wär­ti­gen, gesellschaftlich vorgegebe­nen Rah­menbe­din­gun­gen kaum möglich. Der soziokulturelle,
gesamt­ge­sellschaftliche und gesund­heitliche Schaden im Heimat- wie im „Gast“- land sind unabsehbar.

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An exploration of the continuing cycles of violence in South Africa

Hier kön­nen Sie den englis­chen Artikel “„Have no doubt it is fear in the land“.
An explo­ration of the con­tin­u­ing cycles of vio­lence in South Africa” von Bran­don Ham­ber aus dem Jahr 1999 herunterladen:

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Der Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 7, 1999, Nr. 1+2, S. 113 — 128

Das deutsche Abstrakt kön­nen Sie hier lesen:

Der Autor beschreibt auf anhand sta­tis­tis­ch­er Zugänge die Gewal­tentwick­lung in Südafri­ka von den 70er Jahren bis heute: Unter dem Apartheid-Regime äußerte sich Gewalt als ver­tikale bzw. struk­turelle gegenüber den Bürg­ern, dehnte sich zunehmend
jedoch auch hor­i­zon­tal — inner­halb der Kom­munen — aus und erre­ichte ihren Höhep­unkt in den 90er Jahren zur Zeit der Demokratiebe­we­gung. Gründe für diese para­dox anmu­tende Entwick­lung sieht der Autor u.a. in der durch das Apartheid-
Regime verur­sacht­en sozialen Ungle­ich­heit, Depri­va­tion und Mar­gin­al­isierung bre­it­er Bevölkerungs­grup­pen, der Legit­imierung der vom Staat aus­ge­hen­den struk­turellen Gewalt, der Gewalt seit­ens der Polizei bis hin zur Folter, sowie der meist aus­bleiben­den gerichtlichen Verurteilung der Täter und und dem unzureichenden
Opfer­schutz. Die meis­ten poli­tis­chen Grup­pierun­gen haben aus diesen Grün­den bis in die 90er Jahre Gewalt zum Selb­stschutz und zur Selb­stjus­tiz befür­wortet, da das die einzige Möglichkeit der Vertei­di­gung und des Umgangs mit den gesellschaftlichen
und poli­tis­chen Real­itäten sei. Die Parteien greifen das The­ma Gewalt aktuell immer wieder auf, schüren vorhan­dene Äng­ste und instru­men­tal­isieren das Prob­lem für Wahlkampfzwecke. Erforder­lich ist hinge­gen eine dif­feren­zierte Analyse der Ursachen und Risiko­fak­toren, um mit Hil­fe von Inter­ven­tions- und
Präven­tion­spro­gram­men gezielt in die Gewalt­spi­rale ein­greifen zu kön­nen. Die Regierung sollte bere­it sein, auf demokratis­ch­er, sozioökonomis­ch­er und juris­tis­ch­er Ebene langfristig in eine Men­schen­recht­skul­tur zu investieren und Hil­fen dafür auf
allen Ebe­nen anzubieten.

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