Colonia Dignidad“ – Eine Gemeinschaft wird zum Patienten

Im Rah­men der Herb­st­ta­gung des Aktion­snet­zes der Heil­berufe von ai vom 21. – 22. Okto­ber 2006 in Ham­burg fand eine Podi­ums­diskus­sion zu der aktuellen Sit­u­a­tion der ehe­ma­li­gen „Colo­nia Dig­nidad“ in Chile statt.

Hier kön­nen Sie einen kurzen Bericht zu der Ver­anstal­tung lesen:

2006 Heckl, U. Colo­nia Dig­nidad herb­st­ta­gung 2006
Auf dem Podi­um disku­tieren Wolf­gang Kneese, ehe­ma­liger Bewohn­er der Kolonie und Vor­sitzen­der des Vere­ins “Flügelschlag”, der sich für miss­brauchte Kindern der “Colo­nia Dignidad”
engagiert, Pas­tor Hel­mut Frenz, der 1977 Gen­er­alsekretär der deutschen Sek­tion von amnesty inter­na­tion­al war, als die Sek­te ihren Prozess gegen ai begann und der Psy­chi­ater Prof. Niels Bie­der­mann, der vom Auswär­ti­gen Amt den Auf­trag bekam, ein  psy­chother­a­peutis­ches Betreu­ung­spro­gramm für die Bewohn­er der ehe­ma­li­gen “Colo­nia Dig­nidad ” zu erarbeiten.

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Abschiebepraxis verletzt Menschenrechte. Für ein dauerhaftes Bleiberecht für Flüchtlinge

Liebe Leser*innen,

wir möcht­en Sie auf die aktuelle Mit­teilung des Berufsver­bands deutsch­er Psy­chologin­nen und Psy­cholo­gen (BDP) zum The­ma “Abschiebeprax­is ver­let­zt Menschenrechte
Für ein dauer­haftes Bleiberecht für Flüchtlinge”, gerichtet an die Innen­min­is­ter von Bund und Län­der, hinweisen.

Die Veröf­fentlichung kön­nen Sie hier herunterladen:

BDP_Stellungnahme_Bleiberecht

Den Text der Veröf­fentlichung kön­nen Sie hier in voller Länge lesen:

Am 18. / 19. Novem­ber 2006 wer­den sich die Innen­min­is­ter von Bund und Län­dern wieder ein­mal mit dem The­ma Bleiberecht befassen.
Ca. 200.000Menchne leben in Deutsch­land als „Geduldete“ in ein­er rechtlichen Grau­zone, aber ohne Aufen­thalt­srecht. 120.000 von ihnen leben hier schon länger als fünf Jahre. Ein großer Teil von ihnen sind Bürg­erkriegs­flüchtlinge, die kein Asyl erhiel­ten, aber aus human­itären Grün­den nicht abgeschoben wer­den kon­nte. Inzwis­chen habe sie sich hier inte­gri­ert, ihre Kinder sind hier zur Schule gegan­gen und haben ihre Abschlüsse gemacht. Deutsch­land ist ihr Zuhause. Doch trotz des jahre­lan­gen Aufen­thalts dro­ht ihnen die Abschiebung.

Der BDP weist mit Nach­druck darauf hin,

- dass angesichts der großen Unsicher­heit, welche Sit­u­a­tion sie in ihren Heimatlän­der erwartet, viele Flüchtlinge aus­geprägte Äng­ste entwick­eln, die bere­its vorhan­dene Belastungssymptome
verstärkt

 — dass viele Flüchtlinge, die nach ihren Fluchter­fahrun­gen ver­sucht haben, sich hier zu inte­gri­eren und nun zwangsweise in ihre Herkun­ft­slän­der zurück­geschickt wer­den, dies als eine erneute Vertrei­bung erleben und nach ihrer Rück­kehr mit ein­er ver­gle­ich­baren Belas­tungssymp­to­matik reagieren wie in der Zeit nach ihrer Flucht

- dass viele unter den Flüchtlinge an ein­er pos­trau­ma­tis­chen Belas­tungsstörung lei­den oder psy­chisch krank sind und in ihren Heimatlän­dern meis­tens keine adäquate Behandlungsmöglichkeiten
gibt

- dass aber erst eine innere und äußere Sicher­heit die Voraus­set­zung bietet, trau­ma­tisierte Men­schen erfol­gre­ich zu behandeln

Darum appel­liert der BDP an die Innen­min­is­ter von Bund und Län­dern, eine großzügige Regelung zu tre­f­fen und sich bei der anste­hen­den Änderung des Zuwan­derungs­ge­set­zes für eine
geset­zliche Regelung einzuset­zen, mit der auch die Prax­is der Ket­ten­dul­dung zukün­ftig und auf Dauer been­det wird.

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