Abschiebepraxis verletzt Menschenrechte. Für ein dauerhaftes Bleiberecht für Flüchtlinge

Liebe Leser*innen,

wir möcht­en Sie auf die aktuelle Mit­teilung des Berufsver­bands deutsch­er Psy­chologin­nen und Psy­cholo­gen (BDP) zum The­ma “Abschiebeprax­is ver­let­zt Men­schen­rechte
Für ein dauer­haftes Bleiberecht für Flüchtlinge”, gerichtet an die Innen­min­is­ter von Bund und Län­der, hin­weisen.

Die Veröf­fentlichung kön­nen Sie hier herun­ter­laden:

BDP_Stellungnahme_Bleiberecht

Den Text der Veröf­fentlichung kön­nen Sie hier in voller Länge lesen:

Am 18. / 19. Novem­ber 2006 wer­den sich die Innen­min­is­ter von Bund und Län­dern wieder ein­mal mit dem The­ma Bleiberecht befassen.
Ca. 200.000Menchne leben in Deutsch­land als „Geduldete“ in ein­er rechtlichen Grau­zone, aber ohne Aufen­thalt­srecht. 120.000 von ihnen leben hier schon länger als fünf Jahre. Ein großer Teil von ihnen sind Bürg­erkriegs­flüchtlinge, die kein Asyl erhiel­ten, aber aus human­itären Grün­den nicht abgeschoben wer­den kon­nte. Inzwis­chen habe sie sich hier inte­gri­ert, ihre Kinder sind hier zur Schule gegan­gen und haben ihre Abschlüsse gemacht. Deutsch­land ist ihr Zuhause. Doch trotz des jahre­lan­gen Aufen­thalts dro­ht ihnen die Abschiebung.

Der BDP weist mit Nach­druck darauf hin,

- dass angesichts der großen Unsicher­heit, welche Sit­u­a­tion sie in ihren Heimatlän­der erwartet, viele Flüchtlinge aus­geprägte Äng­ste entwick­eln, die bere­its vorhan­dene Belas­tungssymp­tome
ver­stärkt

 — dass viele Flüchtlinge, die nach ihren Fluchter­fahrun­gen ver­sucht haben, sich hier zu inte­gri­eren und nun zwangsweise in ihre Herkun­ft­slän­der zurück­geschickt wer­den, dies als eine erneute Vertrei­bung erleben und nach ihrer Rück­kehr mit ein­er ver­gle­ich­baren Belas­tungssymp­to­matik reagieren wie in der Zeit nach ihrer Flucht

- dass viele unter den Flüchtlinge an ein­er pos­trau­ma­tis­chen Belas­tungsstörung lei­den oder psy­chisch krank sind und in ihren Heimatlän­dern meis­tens keine adäquate Behand­lungsmöglichkeit­en
gibt

- dass aber erst eine innere und äußere Sicher­heit die Voraus­set­zung bietet, trau­ma­tisierte Men­schen erfol­gre­ich zu behan­deln

Darum appel­liert der BDP an die Innen­min­is­ter von Bund und Län­dern, eine großzügige Regelung zu tre­f­fen und sich bei der anste­hen­den Änderung des Zuwan­derungs­ge­set­zes für eine
geset­zliche Regelung einzuset­zen, mit der auch die Prax­is der Ket­ten­dul­dung zukün­ftig und auf Dauer been­det wird.

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