Subjektives Erleben von Dolmetschern im psychotherapeutischen Setting mit Flüchtlingen

Hier kön­nen Sie den Artikel “Sub­jek­tives Erleben von Dol­metsch­ern
im psy­chother­a­peutis­chen Set­ting mit Flüchtlin­gen” von Chris­tine Fessler & Hol­ger von der Lippe aus dem Jahr 2013 herun­ter­laden:

mug.fessler_lippe.dolmetscher.2013

Der Text erscheint auch auf www.amnesty-gesundheit.de in der Inter­net­zeitschrift “Men­schen­recht und Gesund­heit” des Amnesty-Aktion­snetz Heil­berufe im drit­ten­Jahrgang 2013.

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Die vor­liegende Arbeit hat sich mit der Frage beschäftigt, wie Dol­metsch­er, die im psy­chother­a­peutis­chen Set­ting für Flüchtlinge über­set­zen, ihre Tätigkeit erleben, die anders als die meis­ten Dol­metsch­er, über die in der Lit­er­atur berichtet wird, nicht unter den stets emp­fohle­nen gün­sti­gen Rah­menbe­din­gun­gen arbeit­en, da sie bish­er kein­er­lei Super- oder Inter­vi­sion­s­möglichkeit erhal­ten haben sowie weit­er­hin über kein­er­lei Aus­bil­dung auf dem Gebi­et des Dol­metschens ver­fü­gen. Um dieser Frage nachzuge­hen wur­den fünf Dol­metsch­er (davon vier nicht beei­digte), die in einem Psy­chosozialen Zen­trum für Migranten in einem ost­deutschen Bun­des­land Ther­a­piesitzun­gen von Flüchtlin­gen über­set­zen, aus­führlich inter­viewt. Auf­grund der sich in der Entwick­lung befind­en­den Lit­er­aturlage rund um das Erleben von Dol­metsch­ern, die im psy­chother­a­peutis­chen Set­ting mit Flüchtlin­gen arbeit­en, ist die vor­liegende Arbeit dabei mit vagen Voran­nah­men in die Studie ges­tartet. Bei der ana­lytis­chen Auswer­tung der Inter­views nach dem Ground­ed-The­o­ry-Ansatz zeigte sich im Ver­lauf immer mehr, dass das Erleben jed­er der fünf inter­viewten Dol­metsch­er als das indi­vidu­elle Zusam­men­spiel von zwölf in ihren Erleb­nis­bericht­en iden­ti­fizierten Erleben­skat­e­gorien sowie deren Sub­kat­e­gorien begrif­f­en wer­den kann. Diese zwölf Erleb­niskat­e­gorien sind das sub­jek­tive rol­len­be­zo­gene Selb­stver­ständ­nis, das Fühlen ist men­schlich, die per­sön­lichen Werte, die Dol­metscherethik, das Zuständigkeit­ser­leben im Team, die Verbindung zum Klient, die Früchte der Arbeit, die pos­i­tive Gefühlswelt, die neg­a­tive Gefühlswelt, das Nach­wirken der ther­a­peutis­chen Sitzun­gen, der Ken­nt­niszuwachs und der Erlebenswan­del. Die vor­liegende Arbeit bietet einen tiefge­hen­den Ein­blick in die Sin­nwelt von Dol­metsch­ern, der viele Türen für zukün­ftige Forschungsar­beit­en öffnet und ins­beson­dere konkrete Über­legun­gen dazu anregt, wie diese Beruf­s­gruppe in Zukun­ft bei ihrem Umgang mit der anspruchsvollen Tätigkeit noch bess­er unter­stützt wer­den kann.

Share