Das Verbrechen der Tuskegee-Studie

Jahrzehn­te­lang fand von 1932 bis 1972 eine von der US-Regierung- finanziertes und mitor­gan­isierte Studie statt, bei der afroamerikanis­che US-Bürg­er zur Ther­a­pie in eine Studie gelockt wur­den, in der lediglich der natür­liche Ver­lauf der Syphilis beobachtet wurde. Dies ver­stieß gegen das dama­lige Gesetz in Alaba­ma, laut dem Syphilis-Erkrank­te behan­delt wer­den mussten. Eben­so ver­stieß die Studie gegen schon damals übliche ethis­che Prinzip­i­en in der Medi­zin, sowie gegen die später ver­ab­schiedete Dec­la­ra­tion of Helsin­ki und andere medi­zinethis­che Abkom­men und Regelun­gen.

Eine gute Vor­lesung zu dem The­ma find­en Sie in der Open Uni­ver­si­ty Yale aus dem Früh­jahr 2010 von Prof. Frank Snow­den:

http://oyc.yale.edu/history/hist-234/lecture-21

Die gesamte medi­z­in­his­torische Vor­lesung über die Geschichte der Epi­demien in west­lichen Gesellschaften seit 1600 ist hörens- bzw. sehenswert und kann als Video oder MP3 (herunter)geladen wer­den.

Lesen Sie auch das Buch:

Don­ald H. Rock­well, Ann R. Yobs, M. Brit­tain Moore: Die Unter­suchung unbe­han­del­ter Syphilis von Tuskegee – nach 30 Jahren Beobach­tung. In: Nico­las Perthes et al. (Hg.): Men­schen­ver­suche. Eine Antholo­gie 1750–2000. Suhrkamp, Frank­furt am Main 2008.

Jones, James H. (1981). Bad Blood: The Tuskegee Syphilis Exper­i­ment. New York: Free Press.

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