Politische Traumatisierung: Verfolgung, Folter, Erzwungene Migration (Forced Migration) und Möglichkeiten therapeutischer Hilfe

Hier find­en Sie das Inhaltsverze­ich­nis aller Artikel der Aus­gabe der Zeitschrift für poli­tis­che Psy­cholo­gie von 2001 (Jg. 8, 2000, Nr. 4, und Jg. 9, 2001, Nr. 1) unter Her­aus­ge­ber­schaft von Bir­git Möller, Anto­nio Morten, Frei­hart Reg­n­er in Zusam­me­nar­beit mit “amnesty inter­na­tion­al, Sek­tions-Koor­di­na­tion­s­gruppe Medizin-Psychologie-
Pflege (heute: Amnesty-Aktion­snetz Heil­berufe) und Inter­na­tionaler Arbeit­skreis für Migra­tion und psy­chis­che Gesund­heit (IKAM).

The­ma der Ausgabe:

Poli­tis­che Trau­ma­tisierung: Ver­fol­gung, Folter, Erzwun­gene Migra­tion (Forced Migra­tion) und Möglichkeit­en ther­a­peutis­ch­er Hilfe

Wolf­gang S. Heinz: Anleitung zur Folter in Lateinameri­ka. Die inter­na­tionale Dimension 

Peter Bop­pel: Trau­ma­tisierungsvorgänge bei der Foltererausbildung 

Gabriel­la Bian­co: Die Arbeit mit ehe­ma­li­gen Kinder­sol­dat­en — Die
(un-) bewußte poli­tis­che Identität 

Elise Bit­ten­binder: Herrschaft und Gewalt. Psychotherapie
mit verge­waltigten und gefolterten Frauen

Beiträge zur Psy­cholo­gie der trau­ma­tis­chen Reaktion
Bir­git Möller, Frei­hart Reg­n­er: Die Ver­schränkung von äußer­er und inner­er Real­ität bei poli­tis­ch­er Ver­fol­gung und Folter. Das Unrecht­ser­leben bei den Betrof­fe­nen und Möglichkeit­en ther­a­peutis­ch­er Behandlung 

Volk­er Friedrich: Die Über­wäl­ti­gung der Sinne durch das Foltertrauma

Beispiele gesellschaftlich­er Bear­beitung poli­tis­ch­er Traumatisierung
Nathan Durst: Psy­chother­a­peutis­ches Arbeit­en mit Über­leben­den des Holocaust 

Bran­don Ham­ber: „Have no doubt it is fear in the land“. An explo­ration of the con­tin­u­ing cycles of vio­lence in South Africa 

Migra­tion, Asyl und die seel­is­chen Auswirkungen
Karsten Wolf, Wielant Mach­lei­dt, Rein­hard Maß: Migra­tion — Entwurzelungsrisiko oder Chance indi­vidu­eller Entwick­lung? Ein emo­tion­s­the­o­retis­ch­er Beitrag 

Marie Rös­sel-Cunovic: Kurzther­a­pi­en für Flüchtlinge mit befris­teter Dul­dung? Prob­leme und aus­län­der­rechtliche Restrik­tio­nen der psy­chother­a­peutis­chen Grund­ver­sorgung trau­ma­tisiert­er Flüchtlinge: Erfahrun­gen mit bosnis­chen Flüchtlingen 

Wal­traud Wirt­gen: Trau­ma­tisierte Flüchtlinge und Über­lebende von Folter in der Asylge­set­zge­bung von 1998 — Flüchtlings-Kinder in der Generationenfolge 

Möglichkeit­en ther­a­peutis­ch­er Behandlung

David Beck­er: Trauer­prozesse und Traumaverarbeitung
im interkul­turellen Zusammenhang 

Bar­bara Pre­itler: Psy­chother­a­pie mit Folterüber­leben­den im europäis­chen Exil

Anne Bour­gaux: Wie weit­er­leben? Die Bewäl­ti­gung ein­er tödlichen Krankheitunter Bedin­gun­gen der Zwangsmi­gra­tion — Eine Fallstudie 

Savi­ta Dhawan, Ulla-Sti­na Eriks­son Söder: Trau­ma und Psychodrama 

Jack Saul: Work­ing with Sur­vivors of Tor­ture and Polit­i­cal Vio­lence in New York City 

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Testimony-Therapie als Psychotherapie für Überlebende politischer Gewalt

Hier kön­nen Sie den Artikel “Tes­ti­mo­ny-Ther­a­pie als Psy­chother­a­pie für Über­lebende poli­tis­ch­er Gewalt” von Ilany Kogan aus dem Jahr 2001 herunterladen:

2001 tes­ti­mo­ny ther­a­pie polit gewalt Neuner

Dieser Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 8, 2000, Nr. 4, und Jg. 9, 2001, Nr. 1, S. 585 — 600

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Die Tes­ti­mo­ny-Ther­a­pie ist ein Kurzzeitver­fahren zur Behand­lung von trau­ma­tisierten Über­leben­den poli­tis­ch­er Gewalt. Bei dieser Meth­ode wird die Biogra­phie des Über­leben­den aus­führlich doku­men­tiert. Der Schw­er­punkt liegt dabei auf ein­er Rekon­struk­tion der bruch­stück­haften Erin­nerun­gen an trau­ma­tis­che Erleb­nisse in die Form ein­er in sich kon­sis­ten­ten Erzäh­lung. Es wird angenom­men, daß die Inte­gra­tion der trau­ma­tis­chen Erfahrun­gen in das auto­bi­ographis­che Gedächt­nis sowie die Gewöh­nung an schmerzvolle Gefüh­le einen heil­samen Effekt für den Klien­ten hat. Darüber­hin­aus kön­nen die ent­stande­nen Fall­berichte für die doku­men­tarische Arbeit von Men­schen­recht­sor­gan­i­sa­tio­nen ver­wen­det wer­den. Mit der Tes­ti­mo­ny-Ther­a­pie wer­den also gle­ichzeit­ig psy­chol­o­gis­che und poli­tis­che Ziele ver­fol­gt. Das Vorge­hen wird anhand eines Fall­bericht­es veranschaulicht.

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Staatlich organisierte Gewalt und ihre Opfer – ein Überblick zu Ansätzen und Einrichtungen der Therapie. Anläßlich des 25-jährigen Bestehens des internationalen ai-Aktionsnetzes der Heilberufe

Hier kön­nen Sie den Artikel “Staatlich organ­isierte Gewalt und ihre Opfer – ein Überblick zu Ansätzen und Ein­rich­tun­gen der Ther­a­pie. Anläßlich des 25-jähri­gen Beste­hens des inter­na­tionalen ai-Aktion­snet­zes der Heil­berufe” von James Welsh aus dem Jahr 2001 herunterladen:

2001 staatlich gewalt opfer ther­a­pie 25 jahre aktion­snetz Welsh

Dieser Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 8, 2000, Nr. 4, und Jg. 9, 2001, Nr. 1, S. 329 — 346

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Seit Mitte der siebziger Jahre haben Heil­beru­fler durch die Doku­men­ta­tion und Ther­a­pie von Folter­trau­ma­ta eine wichtige Rolle im Kampf gegen staatlich organ­isierte Gewalt gespielt. Der Gebrauch von Folter durch Mil­i­taerdik­taturen in Lateinameri­ka, die Flucht zahlre­ich­er Opfer nach Europa und Nor­dameri­ka und das Her­anwach­sen ein­er inter­na­tionalen Men­schen­rechts­be­we­gung tru­gen zur Entste­hung zahlre­ich­er ther­a­peutis­ch­er Spezialein­rich­tun­gen bei, die das gemein­same Ziel, Opfer von Men­schen­rechtsver­let­zun­gen zu unter­stützen, über ver­schiedene Arbeit­san­sätze zu erre­ichen sucht­en. Doku­men­ta­tion und Oef­fentlichkeit­sar­beit ergänzten vielfach die medi­zinis­che Betreu­ung und tru­gen zu Präven­tion und zur Verän­derung poli­tis­ch­er Struk­turen bei. In Zusam­me­nar­beit mit anderen Organ­i­sa­tio­nen, z.B. medi­zinis­chen Berufsver­bän­den, Flüchtlings- und Men­schen­recht­sor­gan­i­sa­tio­nen wie amnesty inter­na­tion­al haben Heil­beru­fler einen wichti­gen Beitrag sowohl zur Ther­a­pie der Opfer von Men­schen­rechtsver­let­zun­gen als auch zum Kampf gegen die Straf­frei­heit geleis­tet. Der fol­gende Beitrag gibt einen Überblick zu Entwick­lun­gen der let­zten Jahrzehnte im Hin­blick auf Ansätze und Ein­rich­tun­gen der Therapie.

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Empfehlungen der BAFF für den Internationalen Tag der Vereinten Nationen zur Unterstützung von Folteropfern: Schutz vor weiterer Verfolgung und vollständige Rehabilitation

Sehr geehrte Leser*innen,

wir möcht­en die fol­gende Res­o­lu­tion der BAFF (Bun­de­sar­beits­ge­mein­schaft für Flüchtlinge und Folteropfer e.V.) vorstellen:

Empfehlun­gen der BAFF für den Inter­na­tionalen Tag der Vereinten
Natio­nen zur Unter­stützung von Folteropfern:
Schutz vor weit­er­er Ver­fol­gung und voll­ständi­ge Rehabilitation

Die Res­o­lu­tion kön­nen Sie hier herunterladen:

baffresolution_06_2001

Hier kön­nen Sie den vollen Text der Res­o­lu­tion lesen:

Eine acht­bare Men­schen­recht­spoli­tik verpflichtet zum umfassenden Schutz der Opfer von Folter und schw­eren Men­schen­rechtsver­let­zun­gen vor weit­er­er Ver­fol­gung. Das Asylver­fahren sollte so gestal­tet sein, dass traum­abe­d­ingt erkrank­te Men­schen eine faire Chance haben ihre Ver­fol­gungs­geschichte in angemessen­er Form vorzubrin­gen. Dazu gehören:
• unab­hängige Asylver­fahrens­ber­atung vor der Erstanhörung;
• pro­fes­sionelle Unter­stützung durch Gesund­heit­sex­perten im Asylver­fahren; in beson­ders schw­eren Fällen eine vorgeschal­tete psy­chother­a­peutis­che Behandlung;
• Einze­lentschei­derIn­nen und Dol­metscherIn­nen, die im Umgang mit Psy­chotrau­ma und in der Gestal­tung kom­pe­ten­ter interkul­tureller Kom­mu­nika­tion hin­re­ichend qual­i­fiziert sind;
• das Recht auf Schutz vor Abschiebung in den Staat, der die Trau­ma­tisierung verur­sacht hat. Asylver­fahren und Auf­nah­mebe­din­gun­gen im Exil­land müssen entsprechend angepasst werden.
• Für traum­abe­d­ingt erkrank­te Flüchtlinge ist beson­ders sen­si­ble Behand­lung im Asylver­fahren und bei der Gestal­tung ihrer Auf­nah­mebe­din­gun­gen im Exil­land unverzichtbar;
• Kör­per­liche und psy­chis­che Fol­gen von Folter lassen sich durch erfahrene Gesund­heit­sex­perten nach­weisen und sind im Asylver­fahren angemessen zu berücksichtigen.
Schw­er trau­ma­tisierte Flüchtlinge und Folteropfer haben ein Recht auf volle Wieder­her­stel­lung ihres kör­per­lichen, psy­chis­chen und sozialen Wohlbefindens.
• Die Lebens- und Inte­gra­tions­be­din­gun­gen müssen so gestal­tet sein, dass sie für die voll­ständi­ge kör­per­liche, psy­chis­che und soziale Reha­bil­i­ta­tion förder­lich sind;
• Ihre sozialen, kul­turellen und ökonomis­chen  Inte­gra­tions­be­mühun­gen in die Gesellschaft des Exil­lan­des bedür­fen uneingeschränk­ter Unterstützung;
• Der Zugang zu spezial­isierten Ange­boten der Behand­lung ihrer kör­per­lichen und psy­chis­chen Beein­träch­ti­gung durch Folter und Ver­fol­gung muss sichergestellt sein;
• Die beste­hen­den medi­zinis­chen, psy­chother­a­peutis­chen und psy­chosozialen Ange­bote müssen sichergestellt und weit­er aus­ge­baut werden;
• Gesund­heitliche Regelver­sorgung und soziale Dien­ste müssen sich für die Auf­gabe der Reha­bil­i­ta­tion von trau­ma­tisierten Flüchtlin­gen öffnen.

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