Empfehlungen der BAFF für den Internationalen Tag der Vereinten Nationen zur Unterstützung von Folteropfern: Schutz vor weiterer Verfolgung und vollständige Rehabilitation

Sehr geehrte Leser*innen,

wir möcht­en die fol­gende Res­o­lu­tion der BAFF (Bun­de­sar­beits­ge­mein­schaft für Flüchtlinge und Folteropfer e.V.) vorstellen:

Empfehlun­gen der BAFF für den Inter­na­tionalen Tag der Vere­in­ten
Natio­nen zur Unter­stützung von Folteropfern:
Schutz vor weit­er­er Ver­fol­gung und voll­ständi­ge Reha­bil­i­ta­tion

Die Res­o­lu­tion kön­nen Sie hier herun­ter­laden:

baffresolution_06_2001

Hier kön­nen Sie den vollen Text der Res­o­lu­tion lesen:

Eine acht­bare Men­schen­recht­spoli­tik verpflichtet zum umfassenden Schutz der Opfer von Folter und schw­eren Men­schen­rechtsver­let­zun­gen vor weit­er­er Ver­fol­gung. Das Asylver­fahren sollte so gestal­tet sein, dass traum­abe­d­ingt erkrank­te Men­schen eine faire Chance haben ihre Ver­fol­gungs­geschichte in angemessen­er Form vorzubrin­gen. Dazu gehören:
• unab­hängige Asylver­fahrens­ber­atung vor der Erstan­hörung;
• pro­fes­sionelle Unter­stützung durch Gesund­heit­sex­perten im Asylver­fahren; in beson­ders schw­eren Fällen eine vorgeschal­tete psy­chother­a­peutis­che Behand­lung;
• Einze­lentschei­derIn­nen und Dol­metscherIn­nen, die im Umgang mit Psy­chotrau­ma und in der Gestal­tung kom­pe­ten­ter interkul­tureller Kom­mu­nika­tion hin­re­ichend qual­i­fiziert sind;
• das Recht auf Schutz vor Abschiebung in den Staat, der die Trau­ma­tisierung verur­sacht hat. Asylver­fahren und Auf­nah­mebe­din­gun­gen im Exil­land müssen entsprechend angepasst wer­den.
• Für traum­abe­d­ingt erkrank­te Flüchtlinge ist beson­ders sen­si­ble Behand­lung im Asylver­fahren und bei der Gestal­tung ihrer Auf­nah­mebe­din­gun­gen im Exil­land unverzicht­bar;
• Kör­per­liche und psy­chis­che Fol­gen von Folter lassen sich durch erfahrene Gesund­heit­sex­perten nach­weisen und sind im Asylver­fahren angemessen zu berück­sichti­gen.
Schw­er trau­ma­tisierte Flüchtlinge und Folteropfer haben ein Recht auf volle Wieder­her­stel­lung ihres kör­per­lichen, psy­chis­chen und sozialen Wohlbefind­ens.
• Die Lebens- und Inte­gra­tions­be­din­gun­gen müssen so gestal­tet sein, dass sie für die voll­ständi­ge kör­per­liche, psy­chis­che und soziale Reha­bil­i­ta­tion förder­lich sind;
• Ihre sozialen, kul­turellen und ökonomis­chen  Inte­gra­tions­be­mühun­gen in die Gesellschaft des Exil­lan­des bedür­fen uneingeschränk­ter Unter­stützung;
• Der Zugang zu spezial­isierten Ange­boten der Behand­lung ihrer kör­per­lichen und psy­chis­chen Beein­träch­ti­gung durch Folter und Ver­fol­gung muss sichergestellt sein;
• Die beste­hen­den medi­zinis­chen, psy­chother­a­peutis­chen und psy­chosozialen Ange­bote müssen sichergestellt und weit­er aus­ge­baut wer­den;
• Gesund­heitliche Regelver­sorgung und soziale Dien­ste müssen sich für die Auf­gabe der Reha­bil­i­ta­tion von trau­ma­tisierten Flüchtlin­gen öff­nen.

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