Psychiatry and abuses of human rights

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Der Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 14, 2006, Nr. 1+2, S. 95–110

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Psy­chi­a­try has the poten­tial to affect fun­da­men­tal indi­vid­ual rights and lib­er­ties in a way which is dif­fer­ent from oth­er areas of med­i­cine. This is so because of (i) its focus on behav­iour as well as on pathol­o­gy; and (ii) the pow­ers grant­ed to med­ical pro­fes­sion­als which can lead to depri­va­tion of lib­er­ty for cer­tain incom­pe­tent indi­vid­u­als. – This short review exam­ines some of the issues in psy­chi­a­try in which Amnesty Inter­na­tion­al (AI) has doc­u­ment­ed abus­es and expressed con­cerns. While not com­pre­hen­sive, the paper does indi­cate the breadth of human rights issues touch­ing on psy­chi­a­try and indi­cates a need for engage­ment by men­tal health pro­fes­sion­als in ques­tions of human rights. – AI doc­u­ment­ed the mis­use of psy­chi­a­try to detain healthy polit­i­cal dis­senters in the USSR in the 1970s and 1980s. In oth­er states – Roma­nia, for­mer Yugoslavia, Hun­gary, Czecho­slo­va­kia – sim­i­lar alle­ga­tions were made though at a much low­er fre­quen­cy than in the USSR. There does not appear to have been the Sovi­et type of abuse in the for­mer Ger­man Demo­c­ra­t­ic Repub­lic. In recent years the polit­i­cal intern­ment of indi­vid­u­als in men­tal insti­tu­tions has been report­ed in Chi­na and Turk­menistan. – Oth­er human rights vio­la­tions have a rel­e­vance to psy­chi­a­try and psy­chol­o­gy. Tor­ture has left many vic­tims suf­fer­ing seri­ous psy­cho­log­i­cal seque­lae and there is now a con­sid­er­able body of lit­er­a­ture on the effects of and clin­i­cal response to tor­ture. There has also been a vig­or­ous debate since 2001 about the role of men­tal health exper­tise in assist­ing in the „war on ter­ror“ through the devel­op­ment or refine­ment of inter­ro­ga­tion tech­niques. – In the USA, psy­chi­a­trists are involved in dif­fer­ent aspects of cap­i­tal pun­ish­ment – from the arrest of the accused to the car­ry­ing out of an exe­cu­tion – though the sit­u­a­tion is poor­ly doc­u­ment­ed in oth­er coun­tries. The key issues of eth­i­cal con­cern are assess­ments of com­pe­tence or fit­ness and future dan­ger­ous­ness. Well-doc­u­ment­ed cas­es of seri­ous­ly men­tal­ly ill pris­on­ers being exe­cut­ed in the USA and Japan have been doc­u­ment­ed and it undoubt­ed­ly also hap­pens in oth­er coun­tries. – Amnesty Inter­na­tion­al has argued that psy­chi­a­trists have an impor­tant role to play in oppos­ing human rights vio­la­tions, con­tribut­ing to their doc­u­men­ta­tion. More­over psy­chi­a­trists can con­tribute to the ful­fil­ment of the human rights goal of pro­tect­ing and pro­mot­ing the right to the high­est attain­able stan­dard of phys­i­cal and men­tal health as well as address­ing a wider range of human rights issues rel­e­vant to men­tal health.

Psy­chi­a­trie und der Miss­brauch von Men­schen­recht­en
Die Psy­chi­a­trie hat das Poten­tial, fun­da­men­tale indi­vidu­elle Rechte und Frei­heit­en in ein­er Weise zu beein­trächti­gen, die sich von anderen Gebi­eten der Medi­zin unter­schei­det. Dies liegt darin begrün­det, dass (i) ihr Fokus sowohl auf Ver­hal­ten als auch Patholo­gie gerichtet ist; und (ii) liegt es an der Macht­fülle, über die medi­zinis­che Fachkräfte ver­fü­gen und die dazu führen kann, bes­timmte Per­so­n­en, die in Teilen ihrer Lebens­führung Defizite aufweisen, in ihrer Frei­heit einzuschränken. – Die in diesem Text gegebene kurze Über­sicht stellt einige der Psy­chi­a­triefelder dar, in denen amnesty inter­na­tion­al (ai) Miss­brauch doku­men­tiert und seine Besorg­nis darüber zum Aus­druck gebracht hat. Wenn auch nicht umfassend, zeigt der Beitrag die Bre­ite von Men­schen­recht­s­the­men hin­sichtlich Psy­chi­a­trie auf und weist auf die Notwendigkeit des Engage­ments von Heilberufler/inne/n in Men­schen­rechts­fra­gen hin. – Ai doku­men­tierte den Miss­brauch der Psy­chi­a­trie an gesun­den poli­tis­chen Oppo­si­tionellen, die in der UdSSR in den 1970er und 80er Jahren fest­ge­hal­ten wur­den. In anderen Staat­en – Rumänien, Ex-Jugoslaw­ien, Ungarn, Tschekoslowakei – wur­den ähn­liche Vor­würfe erhoben, wenn auch nicht so häu­fig wie in der UdSSR. In der DDR scheint es die sow­jetis­che Form des Psy­chi­a­trie-Miss­brauchs nicht gegeben zu haben. In den let­zten Jahren wurde die poli­tis­che Inhaftierung von Per­so­n­en in chi­ne­sis­chen und turk­menis­chen Psy­chi­a­trien berichtet. – Auch andere Men­schen­rechtsver­let­zun­gen sind für Psy­chi­a­trie und Psy­cholo­gie rel­e­vant. Folter hat bei vie­len Opfern schw­er­wiegende psy­chol­o­gis­che Fol­gen hin­ter­lassen, und es existiert inzwis­chen ein beträchtlich­er Forschung­sum­fang über die symp­to­ma­tis­chen Auswirkun­gen von Folter. Weit­er gibt es seit 2001 eine inten­sive Debat­te über die Rolle von heil­beru­flich­er Exper­tise bei der Unter­stützung des „Kriegs gegen den Ter­ror“, etwa durch die Entwick­lung oder Ver­feinerung von Befra­gung­stech­niken. – In den USA sind Psy­chi­ater in ver­schiedene Aspek­te der Todesstrafe involviert, von der Fes­t­nahme des Beschuldigten bis zur Aus­führung; für andere Län­der ist die Lage wenig doku­men­tiert. Die Schlüs­sel­prob­leme aus ethis­ch­er Sicht sind die Begutach­tung der per­sön­lichen Kom­pe­tenz / Tauglichkeit der „Todeskan­di­dat­en“, sowie deren zukün­ftiges Gefahren­po­ten­tial. Gut­doku­men­tierte Fälle von psy­chisch schw­er kranken Gefan­genen wer­den aus den USA und Japan berichtet, aber zweifel­sohne geschieht dies auch in anderen Län­dern. – Amnesty inter­na­tion­al macht gel­tend, dass Psychiater/innen eine wichtige Rolle dabei zukommt, Men­schen­rechtsver­let­zun­gen ent­ge­gen zu wirken, indem sie zu ihrer Doku­men­tierung beitra­gen. Außer­dem kön­nen Psychiater/innen beitra­gen zu der Erfül­lung des Men­schen­recht­sziels, das Recht auf den höchst erre­ich­baren Stan­dard physis­ch­er und psy­chis­ch­er Gesund­heit zu schützen und zu fördern sowie auch auf einen darüber hin­aus gehen­den Bere­ich von heil­beru­flich rel­e­van­ten Men­schen­recht­s­the­men aufmerk­sam zu machen.

 

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