Psychiatry and abuses of human rights

Hier kön­nen Sie den Artikel “Psy­chi­a­try and abus­es of human rights” von James Welsh aus dem Jahr 2006 herunterladen:

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Der Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 14, 2006, Nr. 1+2, S. 95–110

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Psy­chi­a­try has the poten­tial to affect fun­da­men­tal indi­vid­ual rights and lib­er­ties in a way which is dif­fer­ent from oth­er areas of med­i­cine. This is so because of (i) its focus on behav­iour as well as on pathol­o­gy; and (ii) the pow­ers grant­ed to med­ical pro­fes­sion­als which can lead to depri­va­tion of lib­er­ty for cer­tain incom­pe­tent indi­vid­u­als. – This short review exam­ines some of the issues in psy­chi­a­try in which Amnesty Inter­na­tion­al (AI) has doc­u­ment­ed abus­es and expressed con­cerns. While not com­pre­hen­sive, the paper does indi­cate the breadth of human rights issues touch­ing on psy­chi­a­try and indi­cates a need for engage­ment by men­tal health pro­fes­sion­als in ques­tions of human rights. – AI doc­u­ment­ed the mis­use of psy­chi­a­try to detain healthy polit­i­cal dis­senters in the USSR in the 1970s and 1980s. In oth­er states – Roma­nia, for­mer Yugoslavia, Hun­gary, Czecho­slo­va­kia – sim­i­lar alle­ga­tions were made though at a much low­er fre­quen­cy than in the USSR. There does not appear to have been the Sovi­et type of abuse in the for­mer Ger­man Demo­c­ra­t­ic Repub­lic. In recent years the polit­i­cal intern­ment of indi­vid­u­als in men­tal insti­tu­tions has been report­ed in Chi­na and Turk­menistan. – Oth­er human rights vio­la­tions have a rel­e­vance to psy­chi­a­try and psy­chol­o­gy. Tor­ture has left many vic­tims suf­fer­ing seri­ous psy­cho­log­i­cal seque­lae and there is now a con­sid­er­able body of lit­er­a­ture on the effects of and clin­i­cal response to tor­ture. There has also been a vig­or­ous debate since 2001 about the role of men­tal health exper­tise in assist­ing in the „war on ter­ror“ through the devel­op­ment or refine­ment of inter­ro­ga­tion tech­niques. – In the USA, psy­chi­a­trists are involved in dif­fer­ent aspects of cap­i­tal pun­ish­ment – from the arrest of the accused to the car­ry­ing out of an exe­cu­tion – though the sit­u­a­tion is poor­ly doc­u­ment­ed in oth­er coun­tries. The key issues of eth­i­cal con­cern are assess­ments of com­pe­tence or fit­ness and future dan­ger­ous­ness. Well-doc­u­ment­ed cas­es of seri­ous­ly men­tal­ly ill pris­on­ers being exe­cut­ed in the USA and Japan have been doc­u­ment­ed and it undoubt­ed­ly also hap­pens in oth­er coun­tries. – Amnesty Inter­na­tion­al has argued that psy­chi­a­trists have an impor­tant role to play in oppos­ing human rights vio­la­tions, con­tribut­ing to their doc­u­men­ta­tion. More­over psy­chi­a­trists can con­tribute to the ful­fil­ment of the human rights goal of pro­tect­ing and pro­mot­ing the right to the high­est attain­able stan­dard of phys­i­cal and men­tal health as well as address­ing a wider range of human rights issues rel­e­vant to men­tal health.

Psy­chi­a­trie und der Miss­brauch von Menschenrechten
Die Psy­chi­a­trie hat das Poten­tial, fun­da­men­tale indi­vidu­elle Rechte und Frei­heit­en in ein­er Weise zu beein­trächti­gen, die sich von anderen Gebi­eten der Medi­zin unter­schei­det. Dies liegt darin begrün­det, dass (i) ihr Fokus sowohl auf Ver­hal­ten als auch Patholo­gie gerichtet ist; und (ii) liegt es an der Macht­fülle, über die medi­zinis­che Fachkräfte ver­fü­gen und die dazu führen kann, bes­timmte Per­so­n­en, die in Teilen ihrer Lebens­führung Defizite aufweisen, in ihrer Frei­heit einzuschränken. – Die in diesem Text gegebene kurze Über­sicht stellt einige der Psy­chi­a­triefelder dar, in denen amnesty inter­na­tion­al (ai) Miss­brauch doku­men­tiert und seine Besorg­nis darüber zum Aus­druck gebracht hat. Wenn auch nicht umfassend, zeigt der Beitrag die Bre­ite von Men­schen­recht­s­the­men hin­sichtlich Psy­chi­a­trie auf und weist auf die Notwendigkeit des Engage­ments von Heilberufler/inne/n in Men­schen­rechts­fra­gen hin. – Ai doku­men­tierte den Miss­brauch der Psy­chi­a­trie an gesun­den poli­tis­chen Oppo­si­tionellen, die in der UdSSR in den 1970er und 80er Jahren fest­ge­hal­ten wur­den. In anderen Staat­en – Rumänien, Ex-Jugoslaw­ien, Ungarn, Tschekoslowakei – wur­den ähn­liche Vor­würfe erhoben, wenn auch nicht so häu­fig wie in der UdSSR. In der DDR scheint es die sow­jetis­che Form des Psy­chi­a­trie-Miss­brauchs nicht gegeben zu haben. In den let­zten Jahren wurde die poli­tis­che Inhaftierung von Per­so­n­en in chi­ne­sis­chen und turk­menis­chen Psy­chi­a­trien berichtet. – Auch andere Men­schen­rechtsver­let­zun­gen sind für Psy­chi­a­trie und Psy­cholo­gie rel­e­vant. Folter hat bei vie­len Opfern schw­er­wiegende psy­chol­o­gis­che Fol­gen hin­ter­lassen, und es existiert inzwis­chen ein beträchtlich­er Forschung­sum­fang über die symp­to­ma­tis­chen Auswirkun­gen von Folter. Weit­er gibt es seit 2001 eine inten­sive Debat­te über die Rolle von heil­beru­flich­er Exper­tise bei der Unter­stützung des „Kriegs gegen den Ter­ror“, etwa durch die Entwick­lung oder Ver­feinerung von Befra­gung­stech­niken. – In den USA sind Psy­chi­ater in ver­schiedene Aspek­te der Todesstrafe involviert, von der Fes­t­nahme des Beschuldigten bis zur Aus­führung; für andere Län­der ist die Lage wenig doku­men­tiert. Die Schlüs­sel­prob­leme aus ethis­ch­er Sicht sind die Begutach­tung der per­sön­lichen Kom­pe­tenz / Tauglichkeit der „Todeskan­di­dat­en“, sowie deren zukün­ftiges Gefahren­po­ten­tial. Gut­doku­men­tierte Fälle von psy­chisch schw­er kranken Gefan­genen wer­den aus den USA und Japan berichtet, aber zweifel­sohne geschieht dies auch in anderen Län­dern. – Amnesty inter­na­tion­al macht gel­tend, dass Psychiater/innen eine wichtige Rolle dabei zukommt, Men­schen­rechtsver­let­zun­gen ent­ge­gen zu wirken, indem sie zu ihrer Doku­men­tierung beitra­gen. Außer­dem kön­nen Psychiater/innen beitra­gen zu der Erfül­lung des Men­schen­recht­sziels, das Recht auf den höchst erre­ich­baren Stan­dard physis­ch­er und psy­chis­ch­er Gesund­heit zu schützen und zu fördern sowie auch auf einen darüber hin­aus gehen­den Bere­ich von heil­beru­flich rel­e­van­ten Men­schen­recht­s­the­men aufmerk­sam zu machen.

 

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Buchkritik: Die Belagerung des Gedächtnisses. Leben und Arbeiten von Psychologen unter den Militärdiktaturen Südamerikas

Hier kön­nen Sie die Kri­tik des Buch­es “Die Belagerung des Gedächt­niss­es. Leben und Arbeit­en von Psy­cholo­gen unter den Mil­itärdik­taturen Südamerikas” von Hora­cio Riquelme aus dem Jahr 2006 herunterladen:

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Zur Bedeutung Hannah Arendts für die (psychosozial-therapeutische) Menschenrechtsarbeit. Eine kritisch einführende Hommage

Hier kön­nen Sie den Artikel “Zur Bedeu­tung Han­nah Arendts für die (psy­chosozial-ther­a­peutis­che) Men­schen­recht­sar­beit. Eine kri­tisch ein­führende Hom­mage” von Frei­hart Reg­n­er aus dem Jahr 2006 herunterladen:

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Der Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 14, 2006, Nr. 1+2, S. 141–170

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Das Ver­hält­nis der großen poli­tis­chen The­o­retik­erin und Philosophin Han­nah Arendt zu den Men­schen­recht­en war kri­tisch bis polemisch, zugle­ich aber auch ambiva­lent und geöffnet. Ihre Bedeu­tung für die – auch psy­chosozial-ther­a­peutis­che – Men­schen­recht­sar­beit wird mit fünf Aspek­ten her­aus­gestellt: (1) Als beson­ders mutige,
inte­gere und engagierte Per­sön­lichkeit war Han­nah Arendt ein bemerkenswertes Vor­bild für die poli­tisch ver­standene Men­schen­recht­sprax­is. Sie war selb­st ein poli­tisch ver­fol­gter Flüchtling, unter­stützte – u.a. sozialar­bei­t­er­isch – andere Ver­fol­gte und entwick­elte eine poli­tis­che The­o­rie der Frei­heits­gewin­nung, die sich, bei aller Abgren­zung, doch weit­ge­hend mit der Men­schen­recht­sidee über­schnei­det. (2) Arendts Kri­tik an den Men­schen­recht­en – sie seien, pointiert gesagt, nut­z­los, über­flüs­sig, unredlich und sog­ar poten­tiell gefährlich, weil zu abstrakt, uni­ver­sal und indi­vid­u­al­is­tisch – enthält ein kon­struk­tiv-pro­voka­tives Poten­tial: Haben die Men­schen­rechte eventuell und para­dox­er­weise einen ideengeschichtlichen Anteil an den weitver­bre­it­eten, schw­er­wiegen­den sozialen Exk­lu­sion­ser­schei­n­un­gen im Zuge der Glob­al­isierung? Ander­er­seits bein­hal­ten die Men­schen­rechte selb­st einen glob­al­isierungskri­tis­chen Anspruch. (3) Arendts berühmtes „einziges Men­schen­recht“, das Recht, Rechte zu haben, kann als Aufruf ver­standen wer­den, die Men­schen­rechte im Sinne von Welt­bürg­er­recht­en nation­al, inter­na­tion­al und transna­tion­al zu pos­i­tivieren, insti­tu­tion­al­isieren und poli­tisch-rechtlich durchzuset­zen. In den let­zten Jahrzehnten
wur­den hier beachtliche Fortschritte erre­icht. (4) Men­schen­recht­sar­beit kann the­o­retisch als poli­tisch-frei­heitlich­es Han­deln im Sinne der Vita acti­va begrif­f­en wer­den: Durch gemein­sames Han­deln im öffentlichen Raum entste­ht (kom­mu­nika­tive) Macht, die der Gewalt und dem Ter­ror repres­siv­er Staat­en und staat­sähn­lich­er Gebilde effek­tiv ent­ge­genge­hal­ten wer­den kann. (5) Arendts spez­i­fisch basis­demokratis­ch­er, rätepoli­tis­ch­er Macht­be­griff kann – mit Ein­schränkun­gen – als eine Art philosophis­che Empow­er­ment-The­o­rie aufge­fasst wer­den. Damit ist sie beson­ders geeignet, einen Ermäch­ti­gungszu­gang zur psy­chosozial-ther­a­peutis­chen Prax­is mit poli­tisch trau­ma­tisierten Men­schen the­o­retisch zu fundieren, im Sinne eines Nor­ma­tiv­en Empow­er­ment. – Bei all dem scheint das anzus­trebende Ide­al ein­er föder­a­tiv organ­isierten Welt­bürg­erge­sellschaft auf, im nor­ma­tiv­en Sinne ein­er Welt­men­schen­rechts­ge­mein­schaft. „Über­flüs­sige“, aus­geschlossene, flüch­t­ende, ver­fol­gte und unter­drück­te Men­schen müssen in diese glob­ale poli­tis­che und rechtliche Gemein­schaft aufgenom­men und zur engagierten Teil­nahme daran ermutigt werden.

On the Sig­nif­i­cance of Han­nah Arendt for (Psy­choso­cial-Ther­a­peu­tic) Human Rights Work A crit­i­cal intro­duc­to­ry hommage
The rela­tion­ship the great polit­i­cal the­o­reti­cian and philoso­pher Han­nah Arendt had to human rights was crit­i­cal to polem­i­cal but at the same time ambiva­lent and open.
Her sig­nif­i­cance – includ­ing psy­choso­cial-ther­a­peu­tic – for human rights work is demon­strat­ed in five aspects: (1) As a par­tic­u­lar­ly coura­geous, upright and com­mit­ted per­son­al­i­ty, Han­nah Arendt was a remark­able role mod­el for polit­i­cal­ly informed human rights prax­is. Her­self a polit­i­cal­ly per­se­cut­ed refugee, she sup­port­ed, among oth­er things through social work, oth­er vic­tims and devel­oped a polit­i­cal the­o­ry of striv­ing for free­dom, which, despite its dif­fer­ences, large­ly coin­cides with the idea of human rights. (2) Arendt’s crit­i­cism of human rights – they are, to empha­size the point, use­less, super­flu­ous, disin­gen­u­ous and even dan­ger­ous, because they are too abstract, uni­ver­sal and indi­vid­u­al­is­tic – has con­struc­tive-provoca­tive poten­tial: have human rights pos­si­bly played their part in respect of the his­to­ry of ideas, in the wide­ly seen and grave phe­nom­e­non of exclu­sion in the course of glob­al­iza­tion? On the oth­er hand, human rights them­selves claim to be crit­i­cal of glob­al­iza­tion. (3) Arendt’s famous „sin­gle human right“ the right to have rights, can be under­stood as a call to polit­i­cal­ly-legal­ly estab­lish and insti­tu­tion­al­ize human rights in the sense of glob­al civ­il rights, nation­al­ly, inter­na­tion­al­ly and transna­tion­al­ly. Con­sid­er­able advances have been made in recent decades on this front. (4) Human rights work can be under­stood the­o­ret­i­cal­ly as polit­i­cal­ly free­dom-ori­ent­ed action in the sense of Vita acti­va: Pow­er is achieved by act­ing togeth­er in the pub­lic space and this pow­er can stand up to vio­lence and ter­ror of repres­sive states or state-like enti­ties. (5) Arendt’s spe­cif­ic def­i­n­i­tion of grass-root demo­c­ra­t­ic, coun­cil-ori­ent­ed pow­er can be under­stood – with some reser­va­tions – as a kind of philo­soph­i­cal empow­er­ment the­o­ry. It is there­fore par­tic­u­lar­ly suit­able for estab­lish­ing a the­o­ret­i­cal back­ground when attempt­ing to gain access to psy­choso­cial-ther­a­peu­tic prac­tice with polit­i­cal­ly trau­ma­tized peo­ple, in the sense of nor­ma­tive empow­er­ment. – With all of this the ide­al to be striv­en for appears to be a fed­er­al­ly orga­nized soci­ety of world cit­i­zens, in the nor­ma­tive mean­ing of a world com­mu­ni­ty based on human rights. ‚Super­flu­ous’, exclud­ed, flee­ing, per­se­cut­ed and repressed peo­ple must be includ­ed in this glob­al polit­i­cal and law­based com­mu­ni­ty and be encour­aged to take an active part in it.

 

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Geschichten in Händen Zeugenbericht von der Begleitung der Opfer schwerer Menschenrechtsverletzungen in Lateinamerika

Hier kön­nen Sie den Artikel “Geschicht­en in Hän­den Zeu­gen­bericht von der Begleitung der Opfer schw­er­er Men­schen­rechtsver­let­zun­gen in Lateinameri­ka” von Car­los Martín Beris­tain aus dem Jahr 2006 herunterladen:

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Der Aritkel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 14, 2006, Nr. 1+2, S. 33–48

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Der Artikel basiert auf Erfahrun­gen aus der psy­chosozialen Arbeit mit Opfern und Über­leben­den von Men­schen­rechtsver­let­zun­gen in ver­schiede­nen Län­dern Lateinamerikas. Er zeigt auf, dass der Bei­s­tand als ein Werkzeug zu ver­ste­hen ist, sich dem Schmerz zu stellen, aber auch einen Beitrag leis­ten kann im Kampf der Men­schen gegen die Ursachen des Lei­dens. Im Einzel­nen wer­den analysiert, inwiefern die Unter­stützung der Opfer auf ihre Beurteilung der Wirkung der Men­schen­rechtsver­let­zun­gen Ein­fluss hat, wobei die Gefahr ver­mieden wer­den soll, dass sie erneut zu Opfern wer­den. Zweit­ens unter­sucht der Artikel den Wert von Zeu­ge­naus­sagen und Stim­men der Opfer in den Prozessen der Wieder­her­stel­lung des sozialen Lebens. Im Weit­eren wer­den die Berück­sich­ti­gung indi­vidu­eller und kollek­tiv­er Erfahrun­gen behan­delt sowie die Infragestel­lung indi­vid­u­al­is­tis­ch­er Herange­hensweisen hin­sichtlich der Kon­fronta­tion mit sozialen und poli­tis­chen Prob­le­men. Der Artikel beleuchtet zudem den Beitrag der Opfer und Über­leben­den von Men­schen­rechtsver­let­zun­gen im Kampf um Gerechtigkeit und die Her­aus­forderun­gen an Psy­chologIn­nen und Medi­ziner­In­nen in diesem Begleitprozess.

His­to­ries in Car­ing Hands
A Witness’s Report on the Sup­port of Vic­tims of Severe Human Rights Vio­la­tions in Latin America.

The arti­cle is based on expe­ri­ences from the psy­cho­log­i­cal and social work with vic­tims and sur­vivals of human rights vio­la­tions in dif­fer­ent coun­tries in South Amer­i­ca. It shows that the „sup­port“ can be used as a tool to con­front the pain but also helps the peo­ple in their bat­tle against the caus­es of their suf­fer­ing. Specif­i­cal­ly it ana­lyzes its con­tri­bu­tion to the eval­u­a­tion of the impact of these vio­la­tions, avoid­ing the risk of sec­ondary vic­tima­ti­za­tion. The arti­cle describes also the val­ue of tes­ti­monies and voic­es from vic­tims in the process for the recon­struc­tion of social nets. It ana­lyzes the con­sid­er­a­tion of indi­vid­ual and col­lec­tive expe­ri­ences and the ques­tion­ing of the indi­vid­ual approach­es to con­front social and polit­i­cal prob­lems. In addi­tion it explains the con­tri­bu­tion of vic­tims and sur­vivals to the fight for jus­tice and the chal­lenges that are faced by psy­chol­o­gists and med­ical pro­fes­sion­als in rela­tion to the process of accompaniment.

His­to­rias entre las manos
Un tes­ti­mo­nio de acom­pañamien­to a las víctimas

Este artícu­lo se basa en la expe­ri­en­cia de tra­ba­jo psi­coso­cial con víc­ti­mas y sobre­vivientes de vio­la­ciones de dere­chos humanos en var­ios país­es de Améri­ca Lati­na. Plantea apoyo es una her­ramien­ta para enfrentar el dolor pero tam­bién con­tribuye a la lucha de la gente con­tra las causas del sufrim­ien­to. Especí­fi­ca­mente se anal­iza su con­tribu­ción a la eval­u­ación del impacto de dichas vio­la­ciones evi­tan­do el ries­go de la vic­tim­ización secun­daria; el val­or del tes­ti­mo­nios y de las voces de las víc­ti­mas en los pro­ce­sos de recon­struc­ción del teji­do social.; la con­sid­eración de la expe­ri­en­cia indi­vid­ual y colec­ti­va, y el cues­tion­amien­to de los enfo­ques indi­vid­u­al­is­tas para enfrentar prob­le­mas de causa social y políti­ca; la con­tribu­ción de las víc­ti­mas y sobre­vivientes de vio­la­ciones de dere­chos humanos en la lucha por la jus­ti­cia; y los desafíos que supone para la psi­cología y los pro­fe­sion­ales de salud este pro­ce­so de acompañamiento.

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Die Verurteilung der Folterer durch Recht und Gewissen Politisch-rechtliche Aspekte therapeutischer Menschenrechtsarbeit in der Türkei

Hier kön­nen Sie den Artikel “Die Verurteilung der Folter­er durch Recht und Gewis­sen Poli­tisch-rechtliche Aspek­te ther­a­peutis­ch­er Men­schen­recht­sar­beit in der Türkei” von Alp Ayan aus dem Jahr 2006 herunterladen:

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Der Aritkel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 14, 2006, Nr. 1+2, S. 19–31

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Der Artikel beruht auf einem Inter­view zum The­ma „Unrecht­ser­leben bei poli­tisch Trau­ma­tisierten“ in der Türkei. Deren Gerechtigkeitssinn wird durch Folter oft beschädigt; sie glauben nicht mehr an eine im Prinzip gerechte und sichere Welt. Das gilt für poli­tisch aktive wie nicht-aktive Betrof­fene gle­icher­maßen. Straflosigkeit für die Folter­er trägt hierzu stark bei. Gerechtigkeitssinn und Hoff­nung sind wichtige Größen für den Ther­a­pieprozess. Entsprechend bietet die Türkische Men­schen­rechtss­tiftung ihren Klient/inn/en auch juris­tis­che Unter­stützung an. Allerd­ings bergen Gerichtsver­fahren das Risiko der Retrau­ma­tisierung in sich, was in der Ther­a­pie genau abgek­lärt wer­den muss. Die Verurteilung der Täter im per­sön­lichen und kollek­tiv­en Gewis­sen kann für die Ver­fol­gten eine ähn­lich pos­i­tive Wirkung haben wie deren Verurteilung vor Gericht, weil dadurch Schuld- und Wert­losigkeits­ge­füh­le ver­ringert wer­den – die Schuld wird ein­deutig den Folter­ern zugeschrieben. Dies erfordert eine partei­is­che Grund­hal­tung in der Ther­a­pie. Wegen der steten Retrau­ma­tisierungs­ge­fahr, beson­ders im Zuge eines Gerichtsver­fahrens, ist eine sup­port­ive Ther­a­pie vorzuziehen. Dabei kann eine zu starke Iden­ti­fika­tion mit den Klien­ten zu Prob­le­men führen, etwa zu ein­er reak­tiv­en Dis­tanzierung. Fern­er kostet es viel pro­fes­sion­ale und per­sön­liche Energie, den Druck, der durch schikanöse Gerichtsver­fahren auf men­schen­rechtlich engagierte Therapeut/inn/en aus­geübt wird, von der Ther­a­pie fernzuhal­ten. Die Ther­a­pie mit poli­tisch Trau­ma­tisierten ist im Rah­men des inter­na­tionalen Engage­ments gegen Unrecht und Ungerechtigkeit zu sehen.
Con­dem­na­tion of Tor­tur­ers by Law and Conscience
Pub­lic and legal aspects of ther­a­peu­tic human rights work in Turkey
This arti­cle is based on an inter­view con­duct­ed on the sub­ject of „Expe­ri­ences of Injus­tice in Polit­i­cal­ly Trau­ma­tised Per­sons“ in Turkey. Tor­ture vic­tims’ sense of jus­tice is fre­quent­ly impaired and they no longer believe in a world that is just and safe in prin­ci­ple. This is true both of sur­vivors who are polit­i­cal­ly active and of those who are not. Fail­ure to con­vict tor­tur­ers plays a major role in this impair­ment. A sense of jus­tice and hope is an impor­tant ele­ment of ther­a­py. The Turk­ish Human Rights Foun­da­tion there­fore also offers its clients legal sup­port. How­ev­er, court cas­es are asso­ci­at­ed with the risk of retrau­ma­ti­sa­tion, which must be dis­cussed in therapy.
Con­demn­ing the per­pe­tra­tors in their own per­son­al and col­lec­tive con­sciences can have a sim­i­lar­ly pos­i­tive effect for the sur­vivors as if they had been sen­tenced by a court, because feel­ings of guilt and worth­less­ness are reduced – the guilt is clear­ly assigned to the tor­tur­er. This requires an atti­tude of par­tial­i­ty in ther­a­py. Owing to the con­stant threat of retrau­ma­ti­sa­tion, par­tic­u­lar­ly in the course of court pro­ceed­ings, sup­port­ive ther­a­py is the treat­ment mode of choice. How­ev­er, too strong an iden­ti­fi­ca­tion with the client can lead to prob­lems, e.g. reac­tive dis­tanc­ing. It also requires much pro­fes­sion­al and per­son­al ener­gy to keep the pres­sure exert­ed on ther­a­pists com­mit­ted to human rights by stress­ful court pro­ceed­ings out of ther­a­py. Ther­a­py with peo­ple who have been polit­i­cal­ly trau­ma­tised must be con­sid­ered part of the inter­na­tion­al com­mit­ment to the strug­gle against injustice.

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