Normatives Empowerment Eine konzeptuelle Grundhaltung für die psychosoziale und therapeutische Praxis mit politisch Traumatisierten auf der Wertebasis der Menschenrechte

Hier kön­nen Sie den Artikel “Nor­ma­tives Empow­er­ment Eine konzeptuelle Grund­hal­tung für die psy­chosoziale und ther­a­peutis­che Prax­is mit poli­tisch Trau­ma­tisierten auf der Wer­te­ba­sis der Men­schen­rechte” Frei­hart Regen­er aus dem Jahr 2006 herun­ter­laden:

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Dieser Artikel erschien auch in: Psy­chol­o­gis­che Medi­zin. 17. Jahrgang 2006, Nummer2.

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Der Text ist eine kom­prim­ierte Ergeb­nis­darstel­lung der Dis­ser­ta­tion
über Nor­ma­tives Empow­er­ment (www.diss.fu-berlin.de/2006/34).
NE beschreibt eine konzeptuelle Grund­hal­tung für die psy­chosoziale
und ther­a­peutis­che Prax­is mit poli­tisch Trau­ma­tisierten auf der Wer­te­ba­sis der Men­schen­rechte. Der Gesamtkom­plex poli­tis­ch­er Trau­ma­tisierung lässt sich durch fünf Dimen­sio­nen oder „Sinnko­or­di­nat­en“ durchmessen. Die bei­den Haupt-Sinnko­or­di­nat­en sind Macht sowie Menschenrechte/Recht/Gerechtigkeit. Die drei Neben-Sinnko­or­di­nat­en sind Wahrheit, Frei­heit und Öffentlichkeit. Für die psy­chosoziale Prax­is ergeben sich daraus fünf Strate­gien von Nor­ma­tivem Empow­er­ment: Die bei­den Haupt­strate­gien sind Er-mäch­ti­gung/Em­pow­er­ment und Er-rech­ti­gung/En­jus­tice­ment, d. h. die Ver­mit­tlung von kom­mu­nika­tiv­er Macht und von Men­schen­recht­en. Die drei Neben­strate­gien sind Er-schließung von Wahrheit, Er-freiung und Er-öffentlichung, d. h. die Ver­mit­tlung von Wahrheit, Frei­heit und Öffentlichkeit. Nor­ma­tives Empow­er­ment ist keine auss­chließende Alter­na­tive zur Psycho(trauma)therapie. Vielmehr umfasst und durch­dringt NE als konzeptuelle Grund­hal­tung die Trau­mather­a­pie mit poli­tisch Trau­ma­tisierten, und zwar gemäß der Formel: so viel Empow­er­ment wie möglich, so viel Ther­a­pie wie nötig. Es wird mithin dafür plädiert, im Umgang mit Opfern schw­er­er   Men­schen­rechtsver­let­zun­gen nicht primär in klin­isch-ther­a­peutis­chen Kat­e­gorien zu denken und zu han­deln, da dies der Ten­denz nach eine Pathol­o­gisierung der Betrof­fe­nen und eine Aus­blendung poli­tis­ch­er Ver­ant­wortlichkeit­en bedeutet. Vielmehr sollte primär in Empow­er­ment-Kat­e­gorien gedacht und gehan­delt wer­den, da Empow­er­ment seit seinen Anfän­gen von einem poli­tisch-men­schen­rechtlichen Anspruch geprägt ist. Die oft­ma­lige Notwendigkeit psycho(trauma)therapeutischer
Behand­lung wird dabei aber nicht ver­leugnet, son­dern von Nor­ma­tivem Empow­er­ment umfasst.

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