Herbsttagung 07 des ai-Aktionsnetzes der Heilberufe, externer Teil: Stop Violence Against Women – Frauen-Selbsthilfeprojekte in Ruanda und im Irak

Herb­st­ta­gung 07 des ai-Aktion­snet­zes der Heil­berufe, extern­er Teil:

Stop Vio­lence Against Women
Frauen-Selb­sthil­fe­pro­jek­te in Ruan­da und im Irak

Podi­umsver­anstal­tung mit

Esther Muj­awayo (www.avega-ruanda.de.vu, ai-Inter­view)
Karin Mlodoch (www.haukari.de)

In Zusam­me­nar­beit mit der ai-Gruppe Men­schen­rechtsver­let­zun­gen an Frauen

Im Rah­men der ai-Kam­pagne Stop Vio­lence Against Women

Dazu afrikanis­che Trom­mel­musik von Michel & Sharon

zur Ver­anstal­tungsankündi­gung

Sam­stag, 03.11.07, 14.30 — ca. 18.30 Uhr
“Alte Feuerwache”, im “Kleinen Forum”, Mel­chiorstr. 3, 50670 Köln

 

 

Stop Vio­lence Against Women — Pro­mote Health Rights For Women”
Frauen­pro­jek­te in Ruan­da und im Irak

Stop Vio­lence Against Women” — so lautet eine weltweit laufende Kam­pagne von amnesty inter­na­tion­al. Die all­ge­gen­wär­tige Gewalt gegen Frauen ist ein Men­schen­rechtsskan­dal, dem jedoch in vie­len Gesellschaften mit man­gel­n­dem Inter­esse, Schweigen und Apathie begeg­net wird. ai fordert, Gewalt gegen Frauen zu ver­hin­dern, zu ver­fol­gen und zu bestrafen; Maß­nah­men zur umfassenden Stärkung von Frauen und ihren Recht­en zu ergreifen; Gewalt von Frauen im Namen von Reli­gion, Tra­di­tion und Kul­tur zu verurteilen; umfassende präven­tive Maß­nah­men zur Ver­hin­derung von Gewalt an Frauen zu ergreifen.

Das Aktion­snetz der Heil­berufe von amnesty inter­na­tion­al betont beson­ders den Zusam­men­hang von Frauen­recht­en und dem Recht auf Gesund­heit. Zwei Stre­i­t­erin­nen für die Men­schen­rechte stellen bei ein­er Podi­umsver­anstal­tung ihre Pro­jek­te für Frauen vor, die von schw­eren Men­schen­rechtsver­let­zun­gen betrof­fen sind. Die erste Vor­tra­gende, Esther Muj­awayo, stammt aus Afri­ka und lebt und arbeit­et heute in Deutsch­land; die zweite Vor­tra­gende, Karin Mlodoch, ist Deutsche und arbeit­et seit vie­len Jahren zeitweise im Irak. In der Ver­anstal­tung sollen diese bei­den Erfahrung­sh­in­ter­gründe ver­glichen wer­den.

Esther Muj­awayo, geboren 1958 in Ruan­da, ist Sozi­olo­gin und über­lebte 1994 in Kigali den Völk­er­mord. “Es kam ein Moment, in dem ich mir sagte: ‘Wenn du über­leben willst, Esther, musst du dich dem wid­men, was dir geblieben ist, und nicht dem, was du ver­loren hast’.” Zusam­men mit 50 Frauen, Witwen wie sie, grün­dete sie die Organ­i­sa­tion AVEGA für die Opfer des Genozids. Inzwis­chen zählt AVEGA 35.000 Mit­glieder. Esther Muj­awayo arbeit­ete als stel­lvertre­tende Lan­desrepräsen­tan­tin für Ruan­da, Burun­di und Ostkon­go bei der Entwick­lung­shil­fe­or­gan­i­sa­tion Oxfam. Sie hielt Vorträge auf vie­len inter­na­tionalen Kon­feren­zen, arbeit­ete bei TV-Doku­men­ta­tio­nen mit und schrieb zwei Büch­er. Heute arbeit­et sie als Psy­chother­a­peutin mit trau­ma­tisierten Flüchtlin­gen im Psy­chosozialen Zen­trum für Flüchtlinge Düs­sel­dorf.

Karin Mlodoch, geboren 1958 in Essen, ist Psy­cholo­gin und Pro­jek­tko­or­di­na­torin des Vere­ins HAUKARI, zur Förderung der Ver­ständi­gung mit dem Irak (www.haukari.de). Ein Schw­er­punkt von HAUKARI ist die Arbeit mit Opfern poli­tis­ch­er Gewalt. Zudem wer­den soziale Basis­pro­jek­te unter­stützt, ins­beson­dere im Bere­ich Frauen­förderung und Gesund­heitswe­sen. Karin Mlodoch ist seit 16 Jahren im Irak in der psy­chosozialen Prax­is tätig. Auf einem Vor­trag bei der ai-Jahresver­samm­lung 2003 sagte sie: “Über 180 000 Men­schen aus den kur­dis­chen Gebi­eten im Irak sind während der sog. ‘Anfal-Oper­a­tio­nen’ der irakischen Armee gegen kur­dis­che Dör­fer 1988 ‘ver­schwun­den’. Die Anfal-Über­leben­den und ins­beson­dere die alle­in­ste­hen­den Frauen unter ihnen brauchen psy­chosoziale Beratung und Bei­s­tand, sie benöti­gen poli­tis­che, materielle und rechtliche Hil­fe, um ihre Forderun­gen nach Aufk­lärung, Gerechtigkeit und Entschädi­gung durchzuset­zen. Und sie brauchen die gesellschaftliche und inter­na­tionale Anerken­nung und Auseinan­der­set­zung mit den ihnen zuge­fügten Ver­brechen.”

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