Die Überwältigung der Sinne durch das Foltertrauma

Laden Sie hier den Beitrag “Die Über­wäl­ti­gung der Sinne durch das Folter­trau­ma” aus dem Jahr 1999 von Volk­er Friedrich herunter:

1999 ueber­wael­ti­gung sinne folter­trau­ma tfriedric

Das Abstract kön­nen Sie hier als Ein­stieg lesen:

Der Autor ver­sucht, mit Hil­fe von Aus­sagen über die erlebte Folter zu skizzieren, was Folter im seel­is­chen und kör­per­lichen Erleben anrichtet. Die Berichte von Gefolterten sind die Grund­lage für seine Über­legun­gen, wie die See­len­land­schaft im Gefolterten aufge­baut ist und welche Schwierigkeit­en zu bedenken sind, um dem Erleben des Gefolterten nahezukom­men. Die Ein­wirkung der Folterge­walt auf die Sinne des Men­schen zwingt diesen in eine Regres­sion, in deren Ver­lauf er zu früh­esten dis­sozi­ierten Erfahrun­gen in seinem Ich und Selb­st gelangt. Diese erzwun­gene Regres­sion bren­nt sich wie eine Schock­narbe in Ich- und Selb­st­ge­fühl ein, dem er zeitlebens aus­ge­set­zt ist. Folter ist geeignet, die Struk­tur des Men­schen anzu­greifen, es ist die per­fideste und gewalt­tätig­ste Art von poli­tis­ch­er Gewalt, den poli­tis­chen Geg­n­er nicht physisch, son­dern psy­chisch in seinem weit­eren poli­tis­chen Kampf zu eli­m­inieren. Das Wis­sen um die seel­is­chen Vorgänge, die aus der Bewäl­ti­gung der Über­wäl­ti­gung der Sinne resul­tieren, ist wichtig, um dem Gefolterten begeg­nen zu kön­nen.

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