Ehemalige Kindersoldaten — Die (un)bewußte politische Identität

Hier kön­nen Sie den Artikel “Ehe­ma­lige Kinder­sol­dat­en — Die (un)bewußte poli­tis­che Iden­tität” von Gabriel­la Bian­co aus dem Jahr 1999 herun­ter­laden:

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Den Artikel erschien auch in: Zeitschrift für Poli­tis­che Psy­cholo­gie, Jg. 7, 1999, Nr. 1+2, S. 29 — 40

Die Zusam­men­fas­sung des Texts kön­nen Sie hier lesen:

Ein­lei­t­end wird die Insti­tu­tion vorgestellt, bei der die Autorin als Co-Ther­a­peutin­sowie Sprach- und Kul­tur­me­di­a­torin mit ehe­ma­li­gen Kinder­sol­dat­en in Berührung gekom­men ist. Dann wer­den glob­aler Umfang, Zwangsrekru­tierungswege und Ein­bindung
der Kinder­sol­dat­en in die kämpfend­en Grup­pen geschildert. Erzwun­gene Kom­plizen­schaft, Schuldge­füh­le der Geflo­henen, Haß gegen die Eltern und geringe pos­i­tive Bewäl­ti­gungsres­sourcen aus ihrer Sozial­i­sa­tion binden Kinder­sol­dat­en an die Sol­daten­gruppe, belas­ten ihr Über­leben nach dem Krieg und ihre Wiedere­ingliederung.
Hinzu kommt der Ver­lust der Bezugs­gruppe und deren ori­en­tieren­der Hier­ar­chie nach Flucht oder Kriegsende, die Angst vor ein­er Aus­liefer­ung und Exeku­tion (bei min­der­jähri­gen Flüchtlin­gen) sowie der völ­lige Bruch sozialer Nor­men (Umstel­lung von Gewalt auf gewalt­freie Kon­flik­tlö­sung). Als Folge bildet sich zumeist eine
PTSD-arti­gen Symp­to­matik, die als poli­tisch und gesellschaftlich verur­sachte Iden­tität­skrise begrif­f­en wer­den kann. Diese Sicht kann auch in der Unter­stützung von Reha­bil­i­ta­tion und Traum­abe­wäl­ti­gung bei ehe­ma­li­gen Kinder­sol­dat­en hil­fre­ich sein
(z.B. durch Ein­bezug kul­tur­spez­i­fis­ch­er Krankheit­skonzepte und Ressourcen).

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