Die unerträgliche Gleichgültigkeit gegenüber Folter

Artikel unserer Internetzeitung von Torsten Lucas, den Sie hier herunterladen können:

1996 gleichgueltigkeit ggü folter lucas

Aus der Einleitung des Artikels:

Durch die Behandlung von Gefolterten, die Durchführung der Leichenschau oder andere
berufliche Aufgaben werden Ärzte, Psychologen und Pflegende bei gravieren-den
Menschenrechtsverstößen zu Mitwissern. Die Schlüsselrolle medizinischen Personals bei der
Aufdeckung, oder aber bei der Duldung, der „Legitimierung“ und der Vertuschung
organisierter Gewalt wird bis heute verkannt oder verdrängt. Menschenrechtsverletzungen mit
schweren gesundheitlichen Folgen haben epidemische Ausmaße. 50 Jahre nach den
Nürnberger Ärzteprozessen gibt es weltweit nur wenige medizinische Berufsverbände, die
wenn von Prävention die Rede ist, neben Impfungen, Rauchen und Ernährung auch an Folter
denken. Nicht einmal die Behandlung Folterüberlebender wird thematisiert und unterstützt.
Der folgende Beitrag schildert Verfolgungsschicksale von Angehörigen der Heil-berufe und
stellt die Ursachen und das Ausmaß ihrer Komplizen- und Täterschaft anhand konkreter
Beispiele dar. Daneben wird über Ziele, Arbeitsweise und Erfolg-reiche Interventionen des
Aktionsnetzes der Heilberufe von ai berichtet, in dem sich weltweit über 10.000 in allen
Bereichen des Gesundheitswesens Tätige zusammengeschlossen haben. Als Fazit ergibt sich
die Forderung nach Prävention und einem stärkeren internationalen Engagement ärztlicher
Standesorganisationen und anderer Verbände der Heilberufe für die Opfer organisierter Gewalt
und gegen die Beteiligung im Gesundheitswesen Tätiger an Menschenrechtsverletzungen.

 

 

 

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